Aktuelle Aktivitäten des Hölderlin-Freundeskreises
Lesen Sie hier, welche Fortschritte der Freundeskreis macht, was aktuelle Themen sind und nehmen Sie gerne Kontakt zum Vorstand auf, wenn Sie eigene Ideen oder Anregungen haben. Die Arbeit des Hölderlin-Freundeskreises lebt von den Menschen, die ihn unterstützen.
Friedrich Hölderlins Lebensspuren auch außerhalb seines Geburtsortes nachzugehen und sie durch Exkursionen seinen Mitgliedern nahezubringen, gehört zu den erklärten Zielen des neu gegründeten Hölderlin-Freundeskreises. Die erste Erkundungsfahrt führte am letzten Sonntag, 25. September 2011, interessierte Lauffener bei schönstem Herbstwetter nach Bad Homburg.
Es sind zentrale Ereignisse im Leben des Dichters, die mit dieser ehemaligen kleinen Residenzstadt in Verbindung stehen. Es war die Freundschaft mit dem Homburger Isaak von Sinclair, die sie begründen und möglich machten: der erste Aufenthalt zwischen 1798 und 1800 nach der erzwungenen Trennung von Susette Gontard, der Freundeskreis mit Hegel und Schelling, der sich hier zu lang nachwirkenden philosophischen Gesprächen zusammenfand, und schließlich Homburg als die letzte Lebensstation, die der kranke Dichter noch in relativer Freiheit von 1804 bis 1806 in der Obhut seines Freundes verleben durfte, bevor er ins Tübinger Klinikum verbracht wurde. Als Vertrauter des Landgrafen und Kopf der fürstlichen Regierung hatte Sinclair die Möglichkeit, seinem Freund diese Unterstützung zu bieten.
Auf der Fahrt wurden den Mitreisenden diese Ereignisse in Erinnerung gerufen und sie wurden mit den wichtigsten Informationen zur Homburger Stadtgeschichte vertraut gemacht. Von einem Vertreter der Stadt freundlich begrüßt, begann unter Führung der Kuratorin Frau Dr. Brunkhorst die Spurensuche im Homburger Schloss. Seine heutige Gestalt und der besuchte Elisabethenflügel entstammen einer späteren Zeit. Aber der Bibliotheksraum erinnert an Hölderlins Anstellung als landgräflicher Bibliothekar. Beim anschließenden Stadtrundgang führte Prof. Blasche, der Leiter der Philosophischen Gesellschaft Bad Homburg, die Lauffener Gäste an jene Orte, von denen man heute annimmt, dass sie mit Hölderlin oder seinem Freund Sinclair in Verbindung stehen.
Dabei kamen vor allem Örtlichkeiten in den Blick und zur Sprache, an denen sich Hölderlin bei seinem zweiten Aufenthalt aufhielt. Die Mittagspause in der prachtvollen Orangerie des Kurparks und der weitere Stadtrundgang bot dann Gelegenheit, auch jenes Homburg kennenzulernen, das im 19. Jahrhundert zum mondänen und viel besuchten Kur- und Badeort aufstieg, was sie Stadt bis heute zu einem beliebten Wohnort macht. Bei der Verabschiedung kündigte Prof. Blasche einen Gegenbesuch seiner Philosophischen Gesellschaft an - womit ein weiteres Ziel des Lauffener Hölderlin-Vereins erreicht wurde: die Kontaktaufnahme und der Austausch mit anderen Gesellschaften, die sich mit dem Dichter beschäftigen. Bei der Rückfahrt dankte Bürgermeister Waldenberger Frau Endriß, der Vorsitzenden des Vereins, und Herrn Kosel, die die Fahrt vorbereitet hatten, für die gelungene Unternehmung.
Franz Kosel
Der Hölderlin-Freundeskreis Lauffen a. N. ist seit 11. Juli 2011 im Vereinsregister eingetragen.
Zuvor wurde mit vorläufiger Bescheinigung des Finanzamts Heilbronn vom 10. Juni 2011 bestätigt, dass nach der Satzung gemeinnützige Zwecke gefördert werden. Der Verein ist daher berechtigt, für Mitgliedsbeiträge und Spenden Zuwendungsbestätigungen auszustellen, die im Rahmen von Steuererklärungen als Sonderausgaben geltend gemacht werden können. Weiter wurden bei der Volksbank im Unterland und der Kreissparkasse Heilbronn Bankkonten für den Verein eröffnet.
Kreissparkasse Heilbronn BLZ 620 500 00 Konto Nr. 24 44 64
Volksbank im Unterland BLZ 62063263 Konto Nr. 55 005 004
5. Mai 2011, 19.45 Uhr: Mit kräftigem Applaus wird im Museum der Stadt Lauffen die Gründung eines neuen Vereins bestätigt.
49 Gründungsmitglieder hatten zuvor einstimmig die Satzung angenommen und damit den Weg frei gemacht für den neuen Freundeskreis. Als Ziel hat sich der junge Verein in Hölderlins Geburtsstadt laut Satzung gesetzt, „das Leben, das Werk und das Wirken des Dichters Friedrich Hölderlin zu vermitteln und bekannter zu machen.“
Ziele hat man sich gesetzt, „die man auch stemmen kann“, so Bürgermeister Klaus-Peter Waldenberger in seiner Begrüßung. Ein verwaltungstechnisch „schlanker“ Verein soll dieser Freundeskreis werden, der bis Ende des Jahres „operationsfähig sein wird“.
Dazu braucht man bekanntlich einen Vorstand und nachdem die Satzung gebilligt war, war dieser zweite Vereinsgründungschritt in Lauffen an der Reihe. Einen Vorstand mit mindestens drei und höchstens fünf Mitgliedern galt es laut Satzung zu wählen. Einstimmig wurden die vorgeschlagenen Kandidaten für ihre neuen Ämter gewählt und alle nahmen die Wahl gerne an.
Gewählt wurden: Gerlinde Endriß (1. Vorsitzende), Klaus-Peter Waldenberger (2. Vorsitzender), Wolfgang Trappenberg (Schatzmeister), Franz Kosel (Schriftführer) und Andrea Täschner (Beisitzerin).
Ein ganz ordentliches to-do-Päckchen hat ihnen die Satzung mit auf den Vereinsweg gegeben, zum Beispiel die eigenständige Planung, Entwicklung und Durchführung von Projekten zu Hölderlins Popularitätssteigerung. Aber auch die Entwicklung von Projekten, die speziell Schüler und Jugendliche ansprechen und zum Mitmachen anregen sollen, ist dem Verein wichtig, ebenso wie die „Pflege des Netzwerkes mit anderen Hölderlin-Vereinigungen und Hölderlin-Orten“.
Ein wenig auf Hölderlins Spuren unterwegs sein, das wäre auch für die Vereinsvorsitzende Gerlinde Endriß ein verlockendes Ziel der Freundeskreisarbeit. Ein „ganz wichtiger Punkt“ ihrer Tätigkeit ist für sie die verstärkte Einbeziehung von möglichst vielen jungen Menschen in den Verein und seine Aktivitäten, „man sollte es wirklich ernsthaft probieren, Jüngere anzusprechen und für unsere Sache zu begeistern“. Lesungen, Vorträge, Fortbildungen, Künstlerprojekte, eine literarische Werkstatt, Diskussionen, Gerlinde Endriß freut sich, „es gibt so vieles, was man machen kann“ und sie würde es toll finden, „wenn man für das Hölderlinhaus eine Lösung finden würde“.
Bericht: Ulrike Kieser-Hess
Bericht aus der Gründungsversammlung am 20. März 2011
Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. In diesem Fall ist der Schatten sehr lang; er weist auf ein noch recht fernes Datum: 20. März 2020. Der 250. Geburtstag von Friedrich Hölderlin. Ein Jubiläum, das man in der Geburtstadt des Dichters feiern will. Im großen Stil. Ein ganzes Jahr lang.
„Es gibt viel zu tun“, sagt Bürgermeister Klaus Peter Waldenberger, dem es ein Anliegen ist, die Lauffener an der Planung der Veranstaltungen zu beteiligen. Er hatte, gemeinsam mit der Hölderlin-Beauftragten der Stadt Lauffen, Eva Ehrenfeld, und mit Andreas Schiefer, dem Vorsitzenden des Heimatvereins, zur Gründung eines Hölderlin-Freundeskreises eingeladen.
Ein Aufruf, der auf starke Resonanz stieß. Mit Staunen und mit großer Freude beobachteten nicht nur die Veranstalter, wie sich das Museum am Klosterhof am frühen Sonntagabend füllte. Eine vorweggenommene Antwort auf eine Frage, die den Bürgermeister beschäftigt: „Ich möchte wissen, ist Hölderlin so viel Lauffen wie Regiswindis, Wein und Neckar?“ Offensichtlich.
Hölderlin, dessen Werk sich nicht ohne weiteres erschließt, zu dem man sich den Zugang mit Geduld und aktivem Bemühen erkämpfen muss. Immer wieder neu. Eine Herausforderung, der sich sehr viele und möglicherweise immer mehr Lauffener stellen. Mit der Bereitschaft, sich einzubinden, mitzuwirken, nicht nur bei der Planung einer großen Geburtstagsfeier.
Mit Eva Ehrenfeld erarbeiteten die Besucher ein breites Spektrum von möglichen Aktionen. Regelmäßige Veröffentlichungen von Hölderlin-Gedichten im Lauffener Boten, ein Stammtisch, Rezitations – und Filmabende. Gespräche, in denen gemeinsam untersucht werden könnte, was denn nun eigentlich das Besondere sei, im Ton der Hölderlin’schen Dichtung. Was genau macht ihn so einmalig? Jemand schlägt vor, ein Hölderlin-Gericht zu kreieren und denkt dabei offenbar an etwas Saures. Schreibwettbewerbe für Schüler werden ins Gespräch gebracht. Überhaupt: Wie kann man junge Menschen zu einer Beschäftigung mit Hölderlin anregen? Gruppenreisen zu Stationen des Hölderlin’schen Weges werden flugs entworfen, eine überregionale Vernetzung von Hölderlin-Arbeitskreisen angeregt. Kühne Köpfe planen bereits das Amt eines Stadtschreibers, ein anderer fragt: Warum nicht eine Rockoper?
Ja, warum eigentlich nicht? Mit einer Vision von 250 Fackelträgern, die den nächtlichen Neckar durchschwimmen, endete diese erste, erstaunlich lebendige Gesprächsrunde. Viele Besucher trugen sich sofort als Mitglied im Freundeskreis ein. Weitere werden folgen. Gemeinsam stieß man an, auf den 241. Geburtstag des Dichters Friedrich Hölderlins. „Es sei, als sei er mitten unter uns“, zitiert einer der Anwesenden und gab damit eine treffliche Beschreibung der besonderen Atmosphäre eines denkwürdigen Abends.
Bericht: Ulrike Maushake


