Literatur kann man nicht ausstellen
Natürlich will ein Schriftsteller lieber gelesen als ausgestellt werden. Aber der Zugang zu einem dichterischen Werk kann durch entsprechende Präsentation direkter, sinnlicher, mehrdimensionaler werden.
Niemand wird als Dichter geboren
Aus dem kleinen Hölderlin, am 20. März 1770 in Lauffen am Neckar geboren, wurde ein weltbekannter Dichter. Für die Geburtsstadt eine positive Herausforderung. Dichtung kann eine Stadt bereichern.
Fünfundzwanzig Quadratmeter sind zuwenig für ein Dichterleben
Literatur kann nie vollständig erklärt werden. Aber es können Korridore des Verstehens geschaffen werden. Drei Themenbereiche zeigen das Werden, das Schreiben und das Wirken des Dichters Hölderlin.
werden
umfasst Geburt, Kindheit und Ausbildung bis zum Entschluss, Dichter werden zu wollen.
schreiben
stellt das Werk Hölderlins und seine poetischen Entwicklungen und Arbeitsweisen vor.
wirken
befasst sich mit der Rezeption seiner Schriften im 19. und 20. Jahrhundert und dem Umgang der Geburtsstadt mit ihrem Dichter.
Museum im Klosterhof
Klosterhof 4
74348 Lauffen a. N.
Tel: 07133 / 12 22 2
oder Tel: 07133 / 58 65
Fax: 07133 / 96 26 87
Ansprechpartner:
Museumsleiter Volker Friebel
Stadt Lauffen a. N.
Tel: 07133 / 20 77 0
versteht sich als Erkundungsplatz, der nach Interesse begangen und erforscht werden kann. Dazu gehören besonders die aktiv zu betätigenden Teile: öffnen, herausnehmen, bedienen, aufschlagen. Aber natürlich auch: sehen, lesen, hören.
Sie können zwischen drei Informationsebenen wählen:
die Texttafeln
informieren kurz und prägnant über die Entwicklung Hölderlins und sein Werk
die Schubladen und Fächer
enthalten Informationen zur Epoche, Briefzitate und andere historische Dokumente
die Bücher und der Bildschirm
ermöglichen individuell vertiefte Information zu einzelnen Aspekten und Themen
der Kopf des Dichters
Sie betreten die Ausstellung durch ein Scherenschnittprofil, das Hölderlin im Alter von zwanzig Jahren zeigt.
die Sitzwürfel
sind herausnehmbar, für Gruppenführungen und längeren Aufenthalt.
die Hölderlinbüste
darüber ist ein Abguss der Figur aus dem Kunstwerk im Kreisverkehr.
die Glastür
bietet einen Ausblick, der zusammen mit einem Zitat Hölderlins Leben und sein Wollen versinnbildlicht.
das Hörbuch
liegt auf dem Tisch in der Mitte. Ein Buch, in dem Sie lesen können und das Ihnen vorliest. Wenn Sie es aufblättern, hören Sie eine Rezitation des auf der jeweiligen Seite abgedruckten Textes.
die Biografie
dient Ihrer Orientierung. Von jedem Punkt der Ausstellung aus können Sie sich mit einem kurzen Blick auf Jahreszahlen und Orte ein Bild der jeweiligen Lebenssituation machen.
die Texttafeln
sind zum Teil herausnehmbar und bieten Informationen über Person, Familie, Werk und Rezeption.
die Bilder
illustrieren die Ausstellungstexte und vermitteln einen Eindruck der damaligen Zeit. Drei Bilderrahmen zeigen in regelmäßigem Wechsel Abbildungen zum entsprechenden Themenbereich.
die Schreibfedern
sehen so aus, wie sie zur Zeit Hölderlins benutzt wurden. Fragen Sie bei der Museumsaufsicht nach Tinte und Papier und schreiben Sie mit „Hölderlins Feder“ in unser Gästebuch.
die Faksimiles
zeigen, wie Hölderlins Handschrift ausgesehen hat und wie wenig einfach eine korrekte Entzifferung ist.
die Schubladen
öffnen sich durch leichten Druck von selbst oder durch Herausziehen. Sie finden dort Informationen zur Zeitgeschichte, Zitate aus Briefen Hölderlins über sein Verständnis von Literatur und Dichtkunst und Dokumente aus dem Lauffener Stadtarchiv. Zwei besondere Bücher liegen zum Nachlesen bereit – bitte benutzen Sie die weißen Handschuhe.
die Vitrine
enthält drei historische Originale aus dem 20. Jahrhundert aus dem Lauffener Stadtarchiv, Beispiele für die literaturferne Verwendung eines Dichternamens.
die Bücher
sollen genutzt werden. In die Ausstellung integriert ist eine Gesamtausgabe der Werke Hölderlins und Beispielbände der großen Ausgaben. Dazu eine Auswahl an Sekundärliteratur, in der vertiefte Information zu den Inhalten der Texttafeln nachgelesen werden kann.
der Bildschirm
reagiert auf Berührung mit dem rechts angebrachten Stift. Auf dem Monitor sehen Sie ein Abbild der Ausstellung. Bei jedem pulsierenden Element, das Sie berühren, öffnet sich eine neue Informationsebene.
Ich bin mit den Fragen nicht am Ende und kann einstweilen nur soviel sagen, dass ich sie ungemein interessanter finde als so manche Antwort.
Gregor Wittkop
Samstags und sonntags
von 14.00 bis 17.00 Uhr
Eintritt frei - um eine Spende wird gebeten.
Es werden Führungen für Gruppen ab
10 Personen und Schulklassen angeboten.
Führungen können unter den angegebenen Telefonnummern oder per Mail unter info@lauffen.de vereinbart werden