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Aktuelle Nachrichten | Ebert, Ulrike | 17.07.2017

Archäologische Sondierungen in den Kiesgärten

Landesdenkmalamt gräbt mit Bauhofunterstützung

Im Zuge der Vorbereitung der Umgestaltung der Kiesgärten werden in dieser Woche archäologische Sondierungsgrabungen durchgeführt. Dabei wird anhand von über das Gelände verteilten Grabungsschnitten eingeschätzt, ob im historischen Gartenbereich archäologische Fundstellen vorhanden sein können.

 

Ganz unwahrscheinlich ist das nicht, so hieß es bereits im Boten von Anfang 1978 („Etwas über vergessene Straßennamen“):

 Plan der vorgesehenen Grabungsschnitte Sondierung Kiesgärten

 

An den früher teilweise bebauten Kies schlossen sich die „Leerengärten" an, die das Gebiet zwischen Kiesgasse und Zaberbäch einnahmen. Sie verdanken ihren Namen nicht mangelnder Fülle, sondern den früher dort liegenden allemanischen Grabhügeln (althochdeutsch „lê, lêwes"), man hat ja auch schon in der Nähe des Hagdohls alte Gräber aufgedeckt, und bei Bauarbeiten dort sollte man immer sein Auge auf eventuelle Funde richten. Der Länge nach geteilt werden die „Leerengärten" (1537 „Löwern-und Löberngärten" genannt) durch das „Leerengäßle"; quer teilt sie die „Hohlgasse". Man wird vergeblich nach einer „Hohle" suchen - die Gasse führt flach durch die Gärten. Sie hieß aber früher „Horgasse" -und „horw" bedeutet in altem Deutsch „feucht, sumpfig, aufgeweicht" (in den Ortsnamen Horb und Horkheim steckt das Wort auch), und so war die Gasse früher wohl auch, als die Zaber noch mehrere Arme hatte und jedes Jahr fröhlich das Zabertal überschwemmen durfte.

 

Historischer Plan der Kiesgärten (sog. Leerengärten) von 1832

 

Beaufsichtigt werden die Grabungen von Grabungstechnikerin Barbara Volkmer-Perrot aus Nordheim sowie von ehrenamtlichen Mitarbeitern. Zur Sicherheit ist den Grabarbeiten, die durch den städtischen Bauhof durchgeführt werden, ein spezialisierter Feuerwerker beigestellt, da wegen der Bombardierungen im zweiten Weltkrieg nicht auszuschließen ist, dass noch Kampfmittel vorhanden sein könnten (im Gebiet sind drei Bombentrichter nachgewiesen). Sollten nach Ende der Sondierungsgrabungen keine archäologischen Befunde vorliegen, wird das Gelände vom Landesdenkmalamt für die vorgesehene Umgestaltung freigegeben.

 

Bildunterschrift 1: Plan der vorgesehenen Grabungsschnitte

Bildunterschrift 2: Historischer Plan der Kiesgärten (sog. Leerengärten) von 1832

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