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Aktuelle Nachrichten | Keßler, Bettina | 11.09.2017

bühne frei... für das Duett von Streichorchester & Marimba

Auch zahlreiche jugendliche Konzertbesucher genossen ein niveauvolles Konzert des Jungen Kammerorchesters Tauber-Franken in der Stadthalle

Junges Kammerorchester Tauber-Franken (8.9.17, Foto: Ines Franzke)

 

Eine Woche vor Ferienende hieß es für die Musikertalente  des Jungen Kammerorchesters Tauber-Franken: Koffer und Instrumente packen. Reiseziel war Schwäbisch Hall. Dort gab es fünf Tage lang nur eines: Proben, proben, proben! Zum Abschluss präsentierten sie am Freitagabend in der Stadthalle Lauffen a.N. im Rahmen des städtischen Kulturprogramms „bühne frei...“ „Strings meet Marimba“: Ein Konzert auf anspruchsvollem Niveau unter künstlerischer Leitung von Thomas Conrad.

 

Zahlreiche junge Konzertbesucher hatten sich unters Publikum gemischt. Denn die Musiker auf der Bühne des voll besetzten Saales waren ihre Freunde, Freundinnen, Geschwister oder Klassenkameraden. Was sie zu hören bekamen versetzte auch die Erwachsenen ins Staunen. Mit der Sinfonia II D-Dur von Felix Mendelssohn Bartholdy eröffnete das über 30-köpfige Nachwuchs-Ensemble den 90minütigen Klassikabend. In drei Sätzen spielten sie sich geschmeidig für die Begegnung mit Lorenz Karasek, Marimba. Federleicht nahmen sie ihre Zuhörer mit zu fröhlich jubelnden Melodien, verstanden es meisterhaft, Lautmalereien zu inszenieren, als würde ein Maler filigrane Pinselstriche aufs Papier setzen.

 

Beim folgenden Concerto for Marimba and Strings von Emmanuel Séjourné zeigten die Musiker an ihren Violinen, Bratschen, Celli, am Kontrabass sowie Marimbaphon, das bemerkenswerte Niveau des Jungen Kammerorchesters. Viele des aus vier Landkreisen zusammengesetzten Ensembles sind Preisträger der Wettbewerbe Jugend musiziert. Als Dozenten gewährten dem Nachwuchs Begleitung: Andreas Berge, Kirsten-Imke Jensen-Huang, Manja Huber, Oliver Krüger.

 

Hochkonzentriert ließ der 17-jährige Lorenz Karasek die Töne unter seinen vier Schlegeln nur so sprudeln. Auf den warmen, weichen Klangteppich der Streicher legte er eine Schicht selbstbewusster Klänge, die immer wieder kurz wechselten ins anschmiegsam Leise. Das Publikum lauschte dem Bundpreisträger bei Jugend musiziert 2015 sowie 2016 voller Ehrfurcht. Für sein Spiel hatte er bereits auch namhafte Preise wie den Förderpreis für Neue Musik Heilbronn im vergangenen Jahr erhalten. Seit 2015 ist er Stipendiat der Begabtenförderung der Musikschule Heilbronn. Im dritten Satz dieser zugleich rhythmischen, romantischen und energischen Musik zupften die Kontrabass-Spieler ihre Saiten mit den Fingern, wippten mit den Füßen, weitere gesellten sich mit zarten Strichen ihres Bogens auf den Saiten hinzu. Lorenz Karasek wirbelte klar, frech, schnell - das Publikum applaudierte begeistert, bevor es in die Pause ging.

 

Danach servierten die Streicher ihren Gästen noch die vierteilige Symphonie spirituelle No 6 op. 38 des dänischen Komponisten Asger Hamerik. Die Musiker brachten ihre Streichinstrumente vom melodiösen Schwelgen zum Aufstieg zu faszinierenden Gipfeln, balancierten am Abgrund einiger Strudel entlang, sprangen zurück ins Leben. Das Publikum verlangte nach Zugabe. Zuvor jedoch bedachte Bettina Keßler, Referentin für Kultur und Tourismus, die Akteure mit kleinen Aufmerksamkeiten. Dann überraschte und begeisterte das Streichorchester mit dem Pink Panther Theme. Gut gelaunte Zuhörer gaben beim Hinausgehen großzügige Spenden. Die, so hatte Bettina Keßler zuvor versichert: „Bekommt das Orchester eins zu eins für seine Ausbildungskasse.“ Die Kosten des Abends für Saal und Werbung indes, hatte die Stadt getragen.

 

Text und Foto: Ines Franzke

 

Bildunterschriften:

Abb. 1: Die jungen Musikerinnen und Musiker überzeugten ihre zahlreichen Besucher mit den vom musikalischen Leiter, Thomas Conrad, hervorragend ausgewählten Werken. Besonders begeisterte das Publikum der musikalische Dialog mit Marimbasolist Lorenz Karasek (2.v.l.)

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