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Aktuelle Nachrichten | Keßler, Bettina | 06.02.2018

Ausstellung Rea Siegel Ketros: Arbeiten an Wegmarken entlang

Im Museum im Klosterhof kann man bis zu 22. April Werke aus verschiedenen Schaffensperioden sehen

Rea Siegel Ketros und Monika Will (Foto: Ulrike Kieser-Hess, 03.02.2018)

 

„In einer langen Schaffenszeit entsteht Veränderung – aber was ist das Bleibende hinter aller Verwandlung?“ fragt die Lauffener Künstlerin Rea Siegel Ketros.  Antwort gibt die neue beeindruckende Ausstellung  mit ihren Werken, die unter dem Titel „Das Wesentliche“ jetzt im Museum zu sehen ist.

 

Rea Siegel Ketros arbeitet an „Wegmarken entlang“, wie sie es formuliert und diesen Weg kann man in der, den Raum des Museums bestens aufnehmenden, Werkschau mitgehen. Die Schwarzarbeiten und Zeichnungen, Hinter-Licht-Bilder, Bodenobjekt, Bucharbeiten und Wortklangbilder laden ein, die Künstlerin durch Schaffens- und Lebensstationen zu begleiten.

 

Bürgermeister Klaus-Peter Waldenberger betonte in seinem Grußwort zur Vernissage am Sonntag, die von Kinga Horvath mit der Querflöte musikalisch einfühlsam ergänzt wurde, wie sehr er sich freut im Museum, diesem „Ort der Begegnung“, gerade den Werken der Lauffenerin  Rea Siegel Ketros Platz zu bieten, Werken bei denen man, in Abwandlung des „Kleinen Prinzen“, „das Wesentliche mit den Augen sehen kann“.

 

Die Kunsthistorikerin Monika Will von der Staatsgalerie Stuttgart machte sich bei ihrer Einführung auf den Weg, dieses Wesentliche herauszuarbeiten. „Was ist das Bleibende? Emotion und Empfindung, die aus dem Innern kommt“, darin sieht sie die wesentlichen Konstanten in Rea Siegel Ketros Arbeiten, die alle durch diesen „roten Faden verbunden sind“.

 

 Kinga Horvath bei der Ausstellungseröffnung Siegel Ketros (Foto: Ulrike Kieser-Hess, 3.2.2018)

 

Den Beginn ihrer „Arbeitsabschnitte“ machen die Kreidezeichnungen. „Aus dem Unterbewussten ergeben sich hier Formen“, so die Laudatorin und die Künstlerin schätzte dabei die Polarität der Schwarz-Weiß-Kontraste. Zeitlich gesehen folgen die Hinter-Licht-Bilder. Auf Nessel wird Farbe verschieden dicht aufgetragen, von hinten werden die Bilder „durchleuchtet“ und von vorne „beleuchtet“, wecken bei der Schaffenden Erinnerungen an Licht- und Schatten- Zonen ihrer Kindheit, an „Spiele im Keller“ oder „Das Versteck“. Wird das farbig gestaltet, erinnert es an Glasfenster im Mittelalter, „durch das Licht wird die Farbe zum Glühen gebracht“, so Monika Will. Reduziert sind die Schwarzarbeiten. Schwarze Flächen werden hier mit deckendem Weiß von außen zur Bildmitte hin „bedeckt“, bis eine Symbolfigur entsteht.

 

Einen breiten Raum nehmen in der Ausstellung Rea Siegel Ketros Wortklangbilder ein, von den sechs Bodenobjekten, die für das Kulturzentrum Marienkirche in Frankfurt/Oder entstanden sind, bis zur Umsetzung der Worte von Kasimir Malewitsch, die den Titel der Ausstellung inspirierten, „Wesentlich ist die Empfindung“. Bei den Wortklangbildern lässt die Künstlerin Sprachklänge auf sich wirken und setzt sie dann in Farbe um. Texte bekannter Autoren bekommen da ebenso ihre farbliche klar konturierten Formen  wie eigene Gedanken, „da ist man flexibler“. Rea Siegel Ketros beschreibt ihre Wortbilder so: „Ich schaffe Bilder, deren Ausgangsbasis ein Satz, ein Zitat, oder eine Gedichtzeile ist. Diese Textstücke übersetze ich in Farbklang-Kompositionen, die den Sinn der Worte auf neue Weise interpretieren. Buchstaben bestehen aus Linien. Aber ich arbeite nur mit den Binnenflächen. Tagebuchartig reihen sich die Farbworte aneinander. Obgleich die vertrauten Linien fehlen, können Sie mit ein wenig Geduld alle Bilder entschlüsseln“.

 

Text und Fotos: Ulrike Kieser-Hess

 

Bildunterschrift:

Abb. 1: Monika Will (r.) von der Staatsgalerie Stuttgart gab eine Einführung in das Werk der Lauffener Künstlerin Rea Siegel Ketros.

Abb. 2: Die in Lauffen lebende Flötistin Kinga Horvath umrahmte die Ausstellungseröffnung mit gefühlvollen Flötenklängen.

 

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