Virtueller Lauffener Bote

Aktuelle Nachrichten

Aktuelle Nachrichten | Kast, Ingrid | 01.04.2018

Zwölf Lauffener

Logo 12 LauffenerIm Jahr 2018 stellt der Lauffener Bote jeden Monat jeweils einen bzw. mehrere  Menschen aus Lauffen a.N. mit ihren besonders interessanten Hobbies, Berufen oder Hintergründen vor. Ulrike Kieser-Hess führt hierzu zwölf Interviews. Lesen Sie in diesem Boten das vierte Portrait:

 

Man braucht einen langen Atem

 

Die Zwillinge Eliano und Aurelio Gasparro sind Träger des schwarzen Gürtels

 

Für zwei junge Lauffener sieht die Zukunft tiefschwarz aus. Und trotzdem freuen sich die Zwillinge Eliano und Aurelio Gasparro auf das, was sportlich vor ihnen liegt. Nachdem sie nämlich gemeinsam im letzten Sommer eine der schwersten Karate-Prüfungen den schwarzen Gürtel (1. Dan), geschafft haben, streben sie nun noch höhere schwarze Auszeichnungen an: den 3. Dan wollen sie erreichen und damit weit oben auf der Karate-Erfolgsleiter ankommen.

12 Lauffener: Gasparro

 

 

 

Gasparro 12 Lauffener

Karate und dabei die Stilrichtung Kata- Goju Ryu. Das ist ihr Ding und zwar schon seit zwölf Jahren.  Im Kindergarten Brombeerweg hat alles angefangen. Dort haben die beiden damals Fünfjährigen zusammen mit ihrer Mama einen Aushang entdeckt. Eine Einladung zu einem Karate-Schnupperkurs in Schwaigern.  Nachdem die anderen Sportarten, die für Minis generell angeboten wurden, den beiden nicht so behagten, probierten sie es kurz entschlossen mal mit Karate und bis heute sind die weißen Anzüge ihre Sportkleidung geblieben. „Gefallen hat uns schon immer, dass wir etwas zusammen machen konnten und immer einen Partner zum Trainieren hatten“, erinnert sich Eliano. Langsam sind sie in die neue Sportart reingewachsen, eine Kampfsportart, die den Gegner nicht verletzen will, sondern Punkte verteilt für Schläge und Kicks, dann wenn sie technisch perfekt und ästhetisch ausgeführt sind, ohne absichtliche Treffer am anderen Körper zu landen. Ein zu harter Treffer führt auch schon mal zur Verwarnung. Schon als Karate-Anfänger durften die beiden Lauffener Mini-Karatekas an Turnieren teilnehmen und „das macht einen schon stolz“, erinnern sie sich, „da erwacht der Ehrgeiz“. Sie mussten auch nie in den gleichen Gruppen kämpfen, „höchstens, wenn wir beide ins Finale kamen, sind wir mal aufeinander getroffen“.

 

Zwölf Jahre hartes Training, zu manchen Zeiten bis zu drei Mal in der Woche, liegen zwischen den Anfängen, zwischen dem weißen und dem schwarzen Gürtel. Je dunkler die Gürtelfarbe, umso höher ist das sportliche Können, der Schwarze, den die beiden Brüder sichtlich stolz tragen, ist der Zehnte in der Erfolgsreihe. Mit 16 haben sie beide dieses Ziel erreicht, „früher darf man gar nicht“ und jetzt streben sie die noch schwereren schwarzen Varianten des Gürtels an, den zweiten und den dritten Dan.  Eine Auszeichnung, die für geistigen, charakterlichen und körperlichen Entwicklung der Dan-Träger verliehen wird.

Kür und Kampf gehören für die Kata-Karatekas zum Trainingsprogramm. Eliano und Aurelio trainieren bei Sankaku, dem Karateteam des TSV Meimsheim, drei Stunden in der Woche. Zwischendurch haben sie mal eine Karate-Pause eingelegt, aber „da hat uns schon was gefehlt“.  Den zeitlichen Aufwand haben die beiden Schüler jetzt etwas reduziert, „wir gehen kaum mehr auf Turniere“.

 

Was Karate für sie bedeutet, da sind sich die Zwillinge einig: „Es stärkt das Selbstbewussten, macht Spaß, trainiert Schnelligkeit und Reaktionsvermögen, hilft zur Orientierung, schafft Vertrauen in die eigenen Möglichkeiten, auch wenn man kein Muskelprotz ist, und man kann sich immer verteidigen“. Einen langen Atem braucht man als Karateka, wissen die Brüder, „es ist nicht leicht, die Bewegungsabläufe wie automatisch zu können und viele haben da einfach nicht genug Geduld und Disziplin“.

 

 

Gasparro 12 Lauffener

 

Soweit es die Pläne nach der Schule erlauben, werden die beiden Lauffener Karatekas mit dem schwarzen Gürtel ihrem Sport treu bleiben, weiter an den Feinheiten schleifen, miteinander nach Perfektion streben und einfach viel Freude an ihrem Sport haben. Ein bisschen Japanisch haben sie im Karate-Umfeld auch schon gelernt und die höfliche Verbeugung bei der Verabschiedung sieht super aus.

 

 

Text und Fotos (2): Ulrike Kieser-Hess

Foto (1): Privat

 

 

 

teilen