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Virtueller Lauffener Bote

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Aktuelle Nachrichten | Kast, Ingrid | 09.04.2018

Lauffener Gästeführer unterwegs: Ein Besuch in Rumänien

Auch Gästeführer lassen sich gern führen! Auf Einladung von Terezia Berghe war eine Gruppe  Lauffener Führerinnen und Führer eine Woche lang unterwegs im rumänischen Siebenbürgen.

Besuch in Rumänien

 

 

Schneebedeckte Karpaten, traditionelle Osterbräuche, deftiges rumänisches Essen, Schafherden, Pferdefuhrwerke, in geduldiger Handarbeit hergestellte Trachten, mittelalterliche Klosterburgen waren die Eindrücke, die beim Fahren durch das Land und beim Besuchen der Museen tiefen Eindruck hinterließen. Das ausgeprägte kulturelle Bewusstsein der Rumäniendeutschen wurde deutlich in einem Zeitungsarchiv, das über hundert Jahre Zeitgeschichte konserviert und in einer Ausstellung zum Dichter Nikolaus Lenau, der oft bei Justinus Kerner in Weinsberg zu Gast war.

Besuch in Rumänien

Fast atemlos ließen die Schilderungen des Umsturzes von 1989 in Temeswar. An den Orten zu stehen, wo geschossen wurde, wo unter Lebensgefahr die Verletzten versucht wurden zu retten und wo sich heute das ganz normale Leben abspielt, war ein bewegender  Moment. Noch immer sind die Einschusslöcher in den Prachtfassaden der Häuser der früheren österreichischen Herrschaft zu sehen.

 

Empfangen wurden die Lauffener vom Bürgermeister der Stadt Lugoj im Banat. Er berichtete, zum Teil sogar auf Deutsch, eindrücklich von den gegenwärtigen Herausforderungen und sehr engagiert von den Plänen und Wünschen, die er für seine Stadt mit rund 45.000 Einwohnern hat. Dem Problem der Abwanderung junger Menschen versucht er durch eine gute Infrastruktur zu begegnen wie bezahlbarer Wohnraum und attraktive Freizeitangebote, aber auch durch kostenlosen Busverkehr. Die Gruppe überbrachte einen Brief von Bürgermeister Waldenberger, Bücher über  Lauffen und das Zabergäu und natürlich Lauffener Wein. Alles wurde sogar gefilmt und abends im Lokalfernsehen ausgestrahlt.

 

Ein Naturschutzwart zeigte uns die beeindruckende Donaulandschaft an der Grenze zu Serbien per Boot und zu Fuß – der Fluss, der an dieser Stelle eher wie ein See aussieht, ist umgeben von Naturschutzgebieten mit einer großen Vielfalt an Flora und Fauna, die ersten Blümchen waren schon da und Spuren von Tieren ebenso.

Besuch in Rumänien

Transsylvanien beeindruckt durch schöne Städte und auf dem Land durch Pferdefuhrwerke und Störche. Natürlich schauten wir auch auf der Dracula-Burg vorbei - der Vampir war aber vermutlich zu Dreharbeiten unterwegs? – denn er war in der ihm zugeschriebenen Burg Bran nicht aufzufinden.  Hier treffen sich alte rumänische Legenden von Untoten mit der Fantasie des Romanschreibers Bram Stoker. Der historisch belegte Fürst Vlad III. Draculea lebte um 1450, sein Name bedeutet im Lateinischen „Drache“ und im Rumänischen „Teufel“. Er wurde durch seine brutale Tötungsmethode des Pfählens bekannt. Bewohnt wurde die Burg aber Anfang des 20. Jahrhunderts ganz friedlich von der damaligen rumänischen Königsgattin Maria.

 

Die Reisenden aus Lauffen kamen also ohne Blessuren, aber mit neuen Erfahrungen und neuem Wissen zurück aus einem Land, in dem noch vieles möglich ist. Die aufstrebenden Städte mit wunderbar erhaltenen historischen Gebäuden im Zentrum und einem Umfeld neuer, global agierender Investoren markieren den Weg, den das Land seit 1989 zu gehen versucht. Und hier ist noch vieles zu entwickeln, besonders in den ländlichen Regionen. Und erstaunlich und bewegend ist die reiche Geschichte dieses Landes.

 

Bildunterschrift:

Bild 1: Bildunterschrift: Stadtansicht Sibiu (Hermannstadt), Foto: Eva Ehrenfeld.

Bild 2: Von links: Klaus Koch, Terezia Berghe, Eva und Uwe Ehrenfeld, Heide Böhner, Inge Petsch und Hartmut Wilhelm vor der orthodoxen Kirche in Alba Iulia

Foto: privat

 Bild 3:

Von links: Uwe Ehrenfeld, Hartmut Wilhelm, Klaus Koch, Eva Ehrenfeld, Inge Petsch, Heide Böhner, Terezia Berghe im Naturschutzgebiet oberhalb der Donau

Foto: Felix Baratky

Text: Eva Ehrenfeld

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