Virtueller Lauffener Bote

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Aktuelle Nachrichten | Achenbach, Gerrit | 18.04.2018

Großes Interesse an der Einwohnerversammlung 2018

 Einwohnerverammlung 2018

 

 

 

Verkehrsfragen sowie Bildung und Betreuung standen thematisch im Vordergrund der Einwohnerversammlung des Jahres 2018. Was zur Sprache kam bestimmten im Wesentlichen die Einwohner selbst durch Anregungen, die im Vorfeld der Versammlung im Rathaus eingingen. Soweit dies im Rahmen der Veranstaltung nicht möglich war, wird die Stadtverwaltung in der Berichterstattung darauf eingehen.

Diese erfolgt in den kommenden Wochen im Lauffener Boten und wird sich in vier Themenbereiche gliedern:

 

1.    Ganztagesbetreuung an den Grundschulen

2.    Anfragen der Einwohner zu Verkehrsthemen

3.    Anfragen der Einwohner zu weiteren Themenbereichen

4.    Bericht der Verwaltung

 

Eingangs erläuterte der Bürgermeister Grundzüge der Stadtentwicklung, wie sie seit 20 Jahren beschlossen und in Bürgerumfragen bestätigt werden – die Stadt soll nicht über 11.000 Einwohner haben. Wenn die Nachbargemeinden wie Ilsfeld, Nordheim und Brackenheim hier andere Ziele verfolgen, und in diesem Zeitraum große Einwohnerzuwächse verzeichnen, entsteht dadurch natürlich auch eine Dynamik – das wollte man in Lauffen nicht, weshalb sich zum Beispiel in der Einzelhandelsstruktur Veränderungen nicht kompensieren lassen. Um die Verlagerungen zu Discount und Internet aufzufangen, müssten mehr Menschen in Lauffen leben um die bestehenden Einzelhandelsbetriebe zu erhalten. Ähnliches gilt für die komplette Infrastruktur, die einer ständigen Optimierung und Zentralisierung unterliegt.

 

Lauffen ist Schulstadt – dies betrifft vor allem die Sekundarstufe, also alle Schulen ab der 5. Klasse. Die Entwicklung kann in diesem Bereich nur positiv bewertet werden. Trotz Rückgang der Geburtenzahlen in Lauffen (und Baden-Württemberg) um ca. 25 % besuchen auch im kommenden Jahr wieder sehr viele Schüler aus Lauffen und Umgebung unsere Einrichtungen. Spitzenreiter ist dabei die Hölderlin-Realschule. Von 122 Anmeldungen für das kommende Schuljahr stammen gerade einmal 31 Kinder aus Lauffen.

 Schulentwicklung Einwohnerversammlung 2018

 

 

In der Einwohnerversammlung standen allerdings die Grundschulen im Focus – wie soll es bei steigender Nachfrage mit der Nachmittagsbetreuung weiter gehen.

 

Thema Nr. 1: Ganztagesbetreuung an den Grundschulen

 

In der Stadt Lauffen bestehen aktuell zwei Modelle zur ergänzenden Betreuung an Grundschulen.

 

Seit dem Jahr 2006 ist dem verlässlichen Grundschulmorgen, dem Unterricht als einer Einrichtung des Landes Baden-Württemberg, ein kommunaler Hort zur Seite gestellt. Er gewährleistet die Betreuung montags bis freitags von 7.00 Uhr bis Unterrichtsbeginn, die Betreuung von Schulende bis 17.00 Uhr und die Ferienbetreuung. 25 Schülerinnen und Schüler besuchen den Zeitraum bis 14.00 Uhr, 40 Kinder den Zeitraum bis 17.00 Uhr bei einer verpflichteten Buchung von mindestens zwei Tagen.

 

In der Hölderlin-Grundschule existiert seit 2014 eine Ganztagesgrundschule des Landes-Baden-Württemberg, die den verlässlichen Grundschulmorgen durch ein schulpflichtiges Nachmittagsangebot an drei Tagen von 13.30 Uhr bis 16.00 Uhr ergänzt. Man kann frei wählen, ob man dieses Angebot wahrnimmt. Die übrigen Zeiten zwischen 7.00 Uhr und 17.00 Uhr werden durch ein städtisches Betreuungsmodell abgedeckt, auch das Mittagsband mit Essen von 12.00 Uhr bis 13.30 Uhr und die Ferien. Dabei wird allerdings die in § 4a des Schulgesetztes BW vorgeschriebene Schulpflicht an den drei Nachmittagen ebenso wenig konsequent umgesetzt, wie dass diese Zeit nur durch Lehrerpersonal der Schule beaufsichtigt wird, häufig ist kommunales Personal im Einsatz. 109 Kinder besuchen aktuell irgendein Betreuungsband zwischen 7.00 Uhr und 17.00 Uhr an 1 bis 5 Tagen in der Woche. Dadurch ist das Modell maximal flexibel bei starken Einschränkungen in der Organisation und der pädagogischen Qualität.

 Einwohnerversammlung 2018

Mit der Vorgabe, ein einheitliches System für beide Schulen und die Zeit ab 13.30 Uhr nur noch an einer Schule anzubieten, sollten folgende Ziele erreicht werden:

 

- Konzentration der Nachmittagsbetreuung an einer Schule

- Hohe Flexibilität mit stabiler Kernzeit an 3 Tagen

- Rhythmisierung der Unterrichts – und Ruhezeiten

- Verbesserung der räumlichen Situation und der Mensa

- Vorbereitung auf Rechtsanspruch Ganztagesbetreuung

 

In der Diskussion wurde deutlich, dass es Zweifel von Eltern gibt, ob ein Betreuungszeitraum an drei Tagen bis 16.00 Uhr von Erstklässlern zu bewältigen ist sowie von Lehrerseite, ob das Land Baden-Württemberg die Nachmittagszeiten zuverlässig abdecken kann, gerade bei Personalausfall. Auch die Haltung des Landes ist derzeit unklar - im Gespräch ist eine deutlich verbesserte finanzielle Förderung der kommunalen Hortangebote, um das Land Baden-Württemberg personell zu entlasten.

 

Pädagogisch sinnvoll wäre eine Rhythmisierung des Unterrichts, gerade für die ansteigende Zahl von Kindern, die 3-5 Tage in der Woche von 7.00 -17.00 Uhr in der Schule sind. Das heißt sowohl am Morgen ist Unterricht und Freizeit als auch am Nachmittag und das Thema „Hausaufgaben“ ist mit dem Verlassen der Schule bereits erledigt. Diese verpflichtende Ganztagsschule steht für Lauffen aktuell nicht zur Diskussion.

 

Im kommenden Jahr sind für die beiden Schulen jeweils ca. 40 Kinder am Nachmittag angemeldet. Beide Schulen zusammengefasst wäre pro Jahrgangsstufe eine Klasse mit 20 Kindern von 13.30 Uhr bis 17.00 Uhr an der Schule. Ein Kernzeitangebot bis 13.30 Uhr oder 14.00 Uhr soll an beiden Schulen vorgehalten werden. Im Laufe des Jahres hat der Gemeinderat für das Schuljahr 2019/20 zu entscheiden:

 

1.   Weiterführung der Betreuung ab 13.30 in der Herzog-Ulrich Grundschule

2.   Verbesserung der räumlichen Situation in der Hölderlin-Grundschule

3.   Organisation des Mittagessens

 

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