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Aktuelle Nachrichten | Kast, Ingrid | 19.11.2018

Demokratie, anstrengend aber erfolgreich – Feierstunde zum Volkstrauertag

Die Titelseite des Lauffener Boten gratulierte in ihrer letzten Ausgabe zu 70 Jahre Charta der Menschenrechte. Der erste Artikel der Charta, die unter dem Eindruck des 2. Weltkriegs und dem Genozid an der jüdischen Bevölkerung in Europa verabschiedet wurde, lautet: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Solidarität begegnen”. Daran erinnerte Bürgermeister Klaus-Peter Waldenberger jetzt am diesjährigen Volkstrauertag.

 

Volkstrauertag 2018

 

Kooperationsmüde, Friedenssatt und keine Angst mehr vor Konflikten mit den direkten Nachbarn – die Schlüssellehren aus dem 2. Weltkrieg, dass man sich um jeden Preis zusammenraufen müsse, um Konflikte zu vermeiden, seien in Vergessenheit geraten. So beschrieb Bürgermeister Waldenberger, den Trend zum nationalen Egoismus und zum Erstarken nationaler Strömungen in der Welt. Die Gründe für Strömungen wie:  America first, Ungarn first Frankreich den Franzosen und Deutschland den Deutschen, seien meist das Ergebnis von wirtschaftlicher Unzufriedenheit oder von Unzufriedenheit mit der politischen Situation. Sie entstünden aufgrund von Heilsversprechen auf Besserung oder Veränderung oder aufgrund von Versprechen das Fremde zu beseitigen.

 

Nur, in Deutschland käme eigentlich nur Unzufriedenheit mit der politischen Situation in Frage, so Bürgermeister Waldenberger weiter. Aber ist diese Unzufriedenheit angebracht? Bürgermeister Waldenberger sieht das nicht so. Er erinnerte sowohl an die Flüchtlingskrise, als auch an den Fall Hans Georg Maaßen. In beiden Fällen habe sich gezeigt, wie effektiv unsere Demokratie funktioniere.

 

Im Fall der Flüchtlingskrise, sei eine große Mehrheit der Bürger, nicht mit dem Missbrauch des Rechts auf Asyl, durch Wirtschaftsflüchtlinge, einverstanden gewesen. Die Regierung, wurde nach ihrer Entscheidung von 2015 zwar wiedergewählt, aber, über das Wahlergebnis darauf hingewiesen, dass solche Entscheidungen in einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung, nicht von Einzelnen getroffen werden dürften, so Bürgermeister Waldenberger. Dieser parlamentarische Weg sei der Richtige und das politische System erfolgreich, wenn es schaffe, mit anerkannten Asylbewerbern, auch hinsichtlich des Familiennachzugs ordentlich umzugehen und Familien nicht auseinander zu reißen und gleichzeitig dafür Sorge zu tragen, dass Unberechtigte wieder in ihr Ursprungsland rückkehrten.

 

Im Fall Maaßen hätten die Menschen ebenfalls gespürt, dass ein Amt missbraucht wurde sowohl vom Amtsinhaber, als auch von politischen Interessen, so Bürgermeister Waldenberger weiter. Aber auch hier wurde durch eine Wahl, diesmal in Bayern, ein klar verständliches Votum der Wähler erzielt, das letztlich zu den wünschenswerten Konsequenzen geführt habe.

 

Abschließend stellte Klaus-Peter Waldenberger fest, dass man die Demokratie nicht schlechtreden dürfe, sondern weiter an ihrer Verbesserung arbeiten solle. Sie sei die bestmögliche Regierungsform und sie funktioniere seit über 70 Jahren bestens und ist, wie im Falle der Europäischen Union, ein Friedensgarant, der zwar Geld, Nerven und staatliche Souveränität koste, aber seinen Preis Wert sei.

 

Unterstützt wurde Bürgermeister Waldenberger bei der Kranzniederlegung an den Ehrentafeln der Gefallenen der beiden Weltkriege, von seinem ersten Stellvertreter Herr Axel Jäger. Für die musikalische Umrahmung sorgten der Chor der neuapostolischen Kirche sowie die Stadtkapelle und Herr Gerhard Seidenberg an der Solotrompete.

 

Hinweis: Die Rede zum Volkstrauertag von Bürgermeister Klaus-Peter Waldenberger kann unter www.lauffen.de/Der Bürgermeister/Reden in voller Länge eingesehen werden.

 

 

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