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Aktuelle Nachrichten | Rutz, Gerald | 03.12.2018

Bürgermeister Waldenberger besucht die Bahnhofstraße 80 und trifft den AK-Asyl

„Einen echten Politiker wollen sie treffen und mit ihm über ihre momentane Situation sprechen“, so Irmel Seitz, Mitglied des AK-Asyl, die die Einladung von Bürgermeister Waldenberger in die vorläufige  Flüchtlingsunterkunft in der Bahnhofstraße organisiert hat. Rund 30 Gambier, die die große Mehrheit der in der Bahnhofstraße lebenden Flüchtlinge bilden, waren bei dem Besuch des Bürgermeisters anwesend. Auch fast der gesamte AK-Asyl, der noch aus rund 15 Aktiven Mitgliedern besteht, wollte sich diesen Besuch nicht entgehen lassen. Denn vor allem eines treibt die jungen Männer um: ihr Aufenthaltsstatus.

 

Viele der Männer in der Bahnhofstraße hatten Arbeit, so lange ihr eigener Aufenthaltsstatus unklar war und bei Ihnen eine Aufenthaltsgestattung vorlag. Während der Aufenthaltsgestattung läuft die Prüfung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge, um festzustellen, ob den Asylsuchenden politische Verfolgung oder Gefahr um Leib und Leben in ihren Heimatländern droht. Kommt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zu dem Schluss, dass beides nicht auf die Asylsuchenden zutrifft, wird eine Duldung ausgesprochen und die jetzt nur noch im Land Geduldeten, dürfen nicht mehr arbeiten und müssen auf ihre Abschiebung warten. Und genau dies, droht einem Großteil der Bewohner der Bahnhofstraße: die Abschiebung. Gambia ist ein sicheres Herkunftsland.

 

Für die jungen Männer in der Bahnhofstraße ist die Duldung schwer zu ertragen. Viele sind niedergeschlagen und deprimiert. Dies bringen Sie auch gegenüber dem Bürgermeister zum Ausdruck, manche in deutscher Sprache, viele auf Englisch. Sie würden lieber wieder arbeiten und „echte Männer sein, die sich selbst versorgen können“, so einer der Bewohner, der sich zu Wort gemeldet hat. Bürgermeister Waldenberger weiß um diese Situation, kann sie aber nicht ändern. „Ich bin kein Politiker, ich bin ein Mann der Verwaltung und halte mich an die Gesetze, denn wir leben in Deutschland in einem Rechtsstaat“, so Bürgermeister Waldenberger auf die Frage, ob er helfen könne die Duldungen oder das Gesetz abzuändern. Im Gegenteil, er unterstütze die Umsetzung des geltenden Rechts, das Asylsuchende schütze, einen dauerhaften Aufenthalt für Nichtverfolgte aber ausschließt.

 

Eine gute Stunde tauschen sich die Bewohner der Bahnhofstraße, die Mitglieder des AK-Asyl und Bürgermister Waldenberger aus. Zur Verabschiedung trägt einer der Bewohner ein selbstkomponiertes Lied, in deutscher Sprache, zu den Klängen einer afrikanischen Kora vor. Das Lied handelt über das Leben in Lauffen - hier will ich bleiben, hier ist es schön.

 

Bahnhofstraße 80

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