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Virtueller Lauffener Bote

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Aktuelle Nachrichten | Kast, Ingrid | 03.12.2018

12 Lauffener: Walter Schenk fertigt mit viel Liebe und Können Figuren aus Lindenholz und Krippen

Zwölf Lauffener

Im Jahr 2018 stellt der Lauffener Bote jeden Monat jeweils einen bzw. mehrere Menschen aus Lauffen a.N. mit ihren besonders interessanten Hobbies, Berufen oder Hintergründen vor. Ulrike Kieser-Hess führt hierzu zwölf Interviews. Lesen Sie in diesem Boten das zwölfte, und damit letzte Porträt:

 

Logo 12 Lauffener

 

 

Wer jedes Jahr im November den Lauffener Hobbykünstlermarkt besucht, kommt an ihm nicht vorbei, an Walter Schenk. Aber nicht nur als Organisator ist er seit 17 Jahren voller Engagement bei der vielfältigen Präsentation dabei, sondern auch als Aussteller, denn er zeigt dort die Ergebnisse seines Hobbys:  Geschnitzte Figuren und selbstgefertigte Krippen. Walter Schenk ist ein waschechter Lauffener. Geboren in der Neckarstraße, „wo wir als Kinder noch unbeschwert draußen  gespielt haben, als die Straße mal zugefroren war, sogar  Eishockey mit selber gebastelten Toren“, hat der heute 82-Jährige seiner Heimatstadt die Treue gehalten bis auf seine zweite kommunale Liebe: Oberammergau. Dort nämlich hat er sich in die Schnitzkunst verliebt, sein Hobby, das er intensiv pflegt, seit er im Ruhestand ist. Die vielen Holzschnitzer, die es dort gab, eine wenige gibt es noch, haben ihn „hellhörig“ werden lassen, haben ihn angesteckt mit dem Schnitzvirus und er hat beim Blick in die Schaufenster beschlossen, „das könnscht doch auch mal machen“.

 12 Lauffener: Walter Schenk

 

Schon früher hatte er Freude an Holz und dessen Verarbeitung und er erinnert sich, „als Kinder haben wir einen Kaufladen aus Holz gebaut, das war klasse“.

In Oberammergau war dann schnell der Kontakt zu einem Fräser hergestellt, der die Figurenrohlinge herstellt, Schnitzwerkzeug wurde angeschafft und es konnte losgehen mit dem Hobby, das heute noch seine Zeit ausfüllt und Haus und Garage füllt. Wenn Walter Schenk von seiner Leidenschaft fürs Schnitzen erzählt, strahlt er, zeigt liebevoll kleine Schafe, denen er, aus feinen Holzlatten geschnitzt, zu netten „Ohrlappen“ verholfen hat. Eineinhalb Stunden braucht er für ein solches Schäfchen, das bei den Hirten seinen Krippenplatz hat, „da muss man schon ganz fein und vorsichtig ran“.

Ein bisschen kraftvoller kann er bei einer seiner Lieblingsfiguren zu Werke gehen, dem heiligen Urban, Patron der Weingärtner. Eine dieser Figuren wurde in die USA verkauft, eine ziert ein Krankenhausentree, einer zog mit einem Jahrgangskollegen nach Bremen. „Den Urban zu schnitzen, das hat einfach Spaß gemacht“.

Ochs und Esel werden aus Lindenholz-Rohlingen unter den Händen von Walter Schenk zu detailliert ausgearbeiteten Figuren, ebenso wie Gestalten aus dem bäuerlichen Leben, Heiligenfiguren und Familiengruppen.

Manchmal ist er auch ein bisschen traurig, denn die traditionellen Holzfiguren stecken in einem Beliebtheitstief. „Nur ganz moderne Figuren sind noch gefragt“. Darum hat er sich in seiner Lauffener Werkstatt jetzt auch verstärkt auf die Herstellung von Krippen spezialisiert. Vom Boden bis zum Dach entsteht alles in Handarbeit, werden die einzelnen Teile mit viel Liebe und Mühe zu einer Herberge für Maria, Josef und das Kind. Wenn Walter Schenk, alte Schindeln für seine Krippendachziegel bekommt, ist er so richtig happy.

Waltraud Schenk, die lange besondere Puppen gesammelt hat, teilt die Freude an den hölzernen Mitbewohnern. Einer hat es ihr besonders angetan und den darf ihr Mann auch nie mit zum Hobbykünstlermarkt nehmen, das ist der große Nachtwächter, der im Schenkschen Treppenhaus Wache hält.

 

Text und Foto: Ulrike Kieser-Hess

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