Virtueller Lauffener Bote

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Aktuelle Nachrichten | Kast, Ingrid | 07.02.2019 – 28.03.2019

Moment mal - Ein Denkmal?

Mit viel Polemik und wenig Sachkunde schreibt die Heilbronner Stimme in ihrer Ausgabe vom 19. Januar 2019 über die „Gründe“, die zum Bau des radwegbegleitenden Geländers zwischen Lauffen und Heilbronn auf der Außenstrecke des neuen Neckartalradweges geführt haben.

 

 

Aus fachlicher Sicht ist festzustellen:

 

1.    Der neue Neckartalradweg ist ein im Wesentlichen vom Land Baden-Württemberg

        bezahlter Fernradweg. Ab einer Projektsumme von 100.000 Euro ist ein Sicherheitsaudit

        für eine Verkehrsmaßnahme vorgeschrieben. Diese Grenze überschreitet der

        Neckartalradweg mit geplanten Projektkosten von 3,5  Mio Euro klar.

 

2.    Der Radweg führt in einer der örtlichen Situation geschuldeten Mindestbreite von nur

       2,5 Meter zzgl. Bankette auf der einen Seite an Weinbergmauern vorbei, hier ist ein

       Ausweichen nicht möglich. Auf der anderen Seite grenzt er in weiten Strecken des

       Weges direkt an die weitgehend betonierte, glatte Neckaruferböschung an. Sobald der

       Abstand zwischen Wegrand und Böschungsoberkante unter 2 Metern liegt, ist eine

        Sicherungsmaßnahme vorgeschrieben. Eine Bepflanzung ist dabei nur dann als

        gleichwertig anzusehen, wenn sie so dicht und so dauerhaft vorhanden ist, wie ein

        Geländer.

 

3.    Die einzige Alternative des Sicherheitsaudits zum Bau eines 1,3 m hohen Geländers an

        den Wegstrecken, an denen der Radweg weniger als 2 Meter von der

        Böschungsoberkante entlang fährt, wäre ein Verzicht auf den Radweg auf dieser Strecke

        gewesen.

 

4.    Es gibt niemanden, dem dieses Geländer gefällt, und auch niemanden, der sich hier ein

        Denkmal errichten wollte, diese Vorhaltung ist absurd und abwegig. Vielmehr mussten

        die für Neubaumaßnahmen geltenden technischen Regeln und Richtlinien beachtet

        werden. Die bauausführende Stadtverwaltung Lauffen war der Ansicht, lieber den

        Radweg in dieser Form zu realisieren, als wieder zurück auf die linke Neckarseite zu

        wechseln, und dort nach einer geeigneten und bezahlbaren Lösung zu suchen.