Virtueller Lauffener Bote

Kinderstube

Kinderstube | Walz, Christine | 18.02.2019

Lasst den Kindern Zeit

Ein Krippekind im GartenJeden Tag und bei jedem Wetter gehen wir mit den Kindern in den Garten. Hier haben sie viel Zeit und Raum um sich zu bewegen und um möglichst viele Dinge selbst, in ihrem eigenen Tempo, zu erkunden. Schon im Zimmer beobachten die Kinder die Vögel im Garten an den Futterstellen. Wenn wir später draußen sind, soll gleich das Futter aufgefüllt werden, damit die Vögel auch genug zu fressen haben. Welch eine Überraschung ist es, wenn sich im kalten Winter der Sand nicht schaufeln lässt und statt dessen dann Schnee und Eis in die Schubkarren geschaufelt werden. Auch die ersten Käfer wurden schon freudig an der von der Sonne beschienenen Rinde unseres Nussbaumes entdeckt. Im Hochbeet schauen die ersten grünen Spitzen einiger Pflanzen unter dem Abdeckreisig hervor. Hier fragen die Kinder nach unseren Gießkannen um diese zu gießen, so wie es im Frühjahr und Sommer bei der gemeinsamen Gartenpflege getan wird. In diesem natürlichen Spielfeld kann das Kind ganz in Ruhe und mit der Zeit die es braucht, beobachten und experimentieren. Denn, wie auch in der Natur alles seine Zeit braucht, so braucht auch das kleine Kind Zeit, um zu erkunden und zu begreifen, um sich gut zu entwickeln. "Ein Kind, das durch selbständige Experimente etwas erreicht, erwirbt ein ganz andersartiges Wissen als eines, dem die Lösung fertig geboten wird." Emmi Pikler, ungarische Kinderärztin und Entwicklerin der "Pikler-Geräte".