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Aktuelle Nachrichten | Keßler, Bettina | 18.02.2019 – 17.03.2019

Vom Algen-Krimi bis zur Jazzwolke

Im Museum im Klosterhof kann man in 600 Büchern blättern und in der Literatur aus Baden-Württemberg schmökern

Ausstellung "Autorinnen und Autoren aus Baden-Württemberg", Eröffnung am 16.2. (Foto: Bettina Keßler)

 

Jedes Jahr im November gibt es in Stuttgart ein Highlight für Bücherfans und solche, die es werden wollen: Die Stuttgarter Buchwochen. In diesem Jahr macht ein Teil dieser Präsentation nämlich der Ausschnitt „Autorinnen und Autoren aus Baden-Württemberg und ihre Bücher“ für vier Wochen in Lauffen Station. 600 Bücher - Bekanntes und Neuerscheinungen - hat der Börsenverein des Deutschen Buchhandels für diese Wanderausstellung  zusammengestellt um, „Freude und Neugier am Lesen zu fördern.“

 

„Lesen ist ein Grundrecht und eine menschliche Grundfähigkeit“ betont die Lauffener Büchereileiterin Eva Ehrenfeld in ihrer Eröffnungsrede und schwärmt ganz begeistert von „diesen kleinen schwarzen Zeichen, die wir Buchstaben nennen, die Wörter ergeben und im besten Fall einen Sinn, der abbildet, wer wir sind, wie wir leben, was passiert und was sein könnte“. Und tatsächlich bieten die ausgestellten Titel einen bemerkenswerten Querschnitt durch die literarische Produktion unseres Bundeslandes. Von Hölderlin und Hegel bis Schneidewind und Walser, vom Drama bis zum Comic, vom Krimi bis zum Kinderbuch, vom Roman bis zum Bildband macht die Präsentation so richtig Lust aufs Lesen.

 

Einen solchen Querschnitt zeigt auch, in gewissem Maße und geografisch sogar viel weiter gespannt, die BÖK, die Lauffener Bücherei in ihren Räumen in der Bahnhofstrasse.

Eva Ehrenfeld berichtete von 17 000 ausleihbaren Medien und davon, dass die Ausleihzahl im letzten Jahr 32 000 betrug. „Somit hat jeder Leser und jede Leserin 2018 durchschnittlich 47 Medien ausgeliehen“. Und ebenso wie der Börsenverein kümmert sich auch die Bücherei vor Ort um die Leseförderung, sei es durch Vorleseaktionen, Buchvorstellungen, spezielle Kinderprogramme und Lesungen.

 

„So isch no au wieder“ kommentierte einst Sebastian Blau, dessen Geschichten man bei den „Badenia & Württembergica" der Ausstellung findet. Und er hat damit wohl alles auf den Punkt gebracht, was sich zwischen den 1200 Buchdeckeln im Museum verbirgt. Von „Schwäbisch offensiv!“ bis zu den Tüftlern und Pionieren aus dem Schwarzwald, vom Algen-Krimi vom Bodensee bis zum „Tatort Hohenzollern“, von den Streifzügen durch Bibel und Koran bis zur Stadt Tübingen, von der „Jazzwolke“ bis zu „Nur Fußball im Kopf“.

 „Die Literaturlandschaft in Baden-Württemberg ist so vielfältig wie das Land selbst“, so steht es im Ausstellungskatalog und Kabarettist Christoph Sonntag resümiert in  seinem ausgestellten Buch, „so, jetzt wär des au g’schwätzt“. Eva Ehrenfeld formuliert es noch prägnanter: „Also: Lesen!“.

 

Eine Lesung im Rahmen der Ausstellung findet statt am  1. März im Klosterhof um 20 Uhr und zwar stellt die Stuttgarter Autorin Anna Katharina Hahn ihr Buch „Das Kleid meiner Mutter“ vor.

 

Text: Ulrike Kieser-Hess


 

Vorankündigung

Nächste Ausstellung im Museum im Klosterhof vom 24. März bis 22. April:

Mannheim - Izieu - Auschwitz

Ausstellung über die Lebensgeschichte von 4 jüdischen Kindern aus Mannheim, die nach einem Aufenthalt in einem Kinderheim im französischen Izieu 1944 nach Auschwitz deportiert und umgebracht wurden


 

Bildunterschriften:

Abb. 1: Macht Lust aufs Lesen: Die bunte und vielfältige Buch-Ausstellung im Museum im Klosterhof, die Büchereileiterin Eva Ehrenfeld (li.) am Samstag vorstellte. (Foto: Bettina Keßler)