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Aktuelle Nachrichten | Kast, Ingrid | 04.03.2019

50 Jahre Filmklub!

Vergessene Perlen sollen im Jubiläumsjahr aufgeführt werden - Wählen Sie Ihren Lieblingsfilm!

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Als im Jahre 1969 das letzte Lauffener Kino, die „Filmbühne“, seine Tore endgültig schloss, war die Enttäuschung groß. Eine Ära war zu Ende, das Fernsehen hatte die Macht übernommen. Doch ein kleines, unerschrockenes Häuflein von Abiturienten des Gymnasiums wollte sich nicht mit dem Schicksal abfinden. Zusammen mit einem filmbegeisterten Lehrer gründete man den „Filmklub“ als Film-Arbeitsgemeinschaft, um so dem Lauffener Publikum doch noch ein Kino zu bieten. Natürlich sollte es auch etwas Besonderes werden: Nur Filme ab einer Mindestqualitätsstufe wollte man zeigen.

 

Auch die technische Qualität der Vorführung sollte dem entsprechen. Um das störende Klappern der 16-mm-Tonfilmprojektoren zu mildern, bastelte man in den Sommerferien eine schalldichte Filmkabine, kümmerte sich um die Tonqualität, konstruierte eine Lautsprecheranlage und der Physiksaal wurde zum Kino. Auch später wurde immer wieder an der Technik gefeilt. Schließlich ging mit der Fertigstellung des Neubaus des Hölderlin-Gymnasiums in der Charlottenstraße im Jahre 1975 auch ein langgehegter Wunsch des Filmklubs in Erfüllung. Die neue Aula bot mit fast 100 Sitzplätzen, fallendem Gestühl und einer heute acht Meter breiten Leinwand die Voraussetzung für die volle Entfaltung der Eigeninitiative. Zur Zeit ist sogar digitaler „Surround-Sound“ möglich und man projiziert mit einem lichtstarken HD-Beamer der oberen Qualitätsklasse, der ein echtes Kino-Erlebnis möglich macht.

 

All dies diente jedoch stets nur einem Ziel: die „Kinematographie“ als neue Kunstform des 20. und 21. Jahrhunderts unter das Volk zu bringen. Das Lauffener Publikum belohnte die Mühe mit gleichbleibend gutem Besuch über viele Jahrzehnte hinweg, wenn sich auch seine Zusammensetzung stetig gewandelt hat. Während in der Anfangszeit naturgemäß Schüler zusammenkamen, zählen heute fast ausschließlich Filmkunst beflissene Erwachsene zu den Besuchern. Ein besonderes Ereignis stellte auch stets der einmal im Jahr stattfindende „Stummfilmabend“ mit Andreas Benz dar, der bereits zu den traditionellen Veranstaltungen im Lauffener Kulturleben gehört. So führt der „Filmklub Lauffen“ einen kulturellen Auftrag fort, der unserer Bevölkerung vor 50 Jahren beinahe verloren gegangen wäre.

 

Trotz der ständigen Veränderung der Medienlandschaft durch die Weiterentwicklung des Fernsehens, des Internets und der Speichermedien bis hin zur Blu-ray hat sich jedoch in all diesen Jahren eines nicht verändert: der Anspruch an die Qualität der stets selbst ausgewählten Filmkunstwerke. Genau diese will der Filmklub nun zu seinem 50-jährigen Bestehen in besonderer Weise feiern und nochmals an einige herausragende Filme erinnern, die in dieser Zeit gezeigt wurden. Dabei soll vor allem an die „vergessenen Perlen“ der Vergangenheit erinnert werden, die im Jubeljahr 2019 wieder aufgeführt werden sollen.

 

Als Jubiläums-Schmankerl dürfen deshalb Besucher nach jeder Vorstellung von einer an der Kasse ausliegenden Liste ihre Lieblingsfilme auswählen, die im Laufe des Jahres zur Wiederaufführung kommen sollen. Vorgeschlagen werden Milos Formans „Hair“, Roman Polanskis „Tanz der Vampire“, Martin Brests „Midnight Run“, Alfred Hitchcocks „Der unsichtbare Dritte“, Dean Parsiots „Galaxy Quest“ und weitere. Den Anfang machte bereits am 22. Februar Ernst Lubitschs „Sein oder Nichtsein“, dessen Publikum für den nächsten Filmtermin am 22. März Jaques Tatis „Die Ferien des Monsieur Hulot“ auswählte.

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