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Virtueller Lauffener Bote

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Aktuelle Nachrichten | Keßler, Bettina | 07.05.2019 – 06.09.2019

Ein informativer Spaziergang durch den Straßenschilderwald

„Württemberg auf Schritt und Tritt“: Ausstellung im Museum im Klosterhof beschäftigt sich mit den Personen, die Lauffener Straßen ihren Namen gegeben haben

Logo Museum klein

 

Jeder Bürgerin und jedem Bürger einer Gemeinde ist es klar, dass heutzutage die Straßen im Ort Namen haben, oft die von bekannten Menschen. Dazu bräuchte es keine Ausstellung. Will man aber wissen, wer sich hinter den Namen verbirgt, wie, wann und warum es zur Namensgebung kam, dann ist man in der neuen Ausstellung im Museum im Klosterhof goldrichtig. „Württemberg auf Schritt und Tritt“ heißt dieser informative, spannende, lehrreiche und unterhaltsame Stadtrundgang, der noch bis zum 6. September Lauffener Straßennamen und ihre Namensgeber, die die Geschichte Württembergs spiegeln, präsentiert.

 

Eröffnung Ausstellung "Württemberg auf Schritt und Tritt" (Foto: Ulrike Kieser-Hess)

 

Eva Ehrenfeld hatte zum diesjährigen 50jährigen Jubiläum des Heimatvereins die Idee, mal in den Biografien all jener zu blättern, die Lauffener Straßen ihren Namen gaben und Bürgermeister Klaus-Peter Waldenberger lobte bei der Eröffnung: „die Ausstellung ist wunderbar, ein richtiges Geschenk zum Jubiläum“, ein Geschenk, an dem sich die Stadt als Kooperationspartner gern beteiligte. Entstanden ist mit einem Team des Heimatvereins und den Ausstellungsspezialisten Volker Friebel und Hans-Joachim Mächtle ein ebenso informativer wie unterhaltsamer Stadtspaziergang, der auf Tafeln unter Straßenschildern einlädt, die kennenzulernen, die Namensgeber waren, etwas aus ihrem Leben, ihrem Werk zu erfahren und sie natürlich auch optisch zu entdecken.

 

Ob man sich den „großen“ Dichtern nähert, wie Schubart, Schiller, Hölderlin oder Hauff, oder mal die „kleineren“ ins Visier nimmt wie August Lämmle, Otto Gittinger oder Karl Friedrich Gerok , jeder wird in gleichem Maße gewürdigt, sprich, die Infotafeln machen da erfreulicherweise keinen Unterschied, jeder bekommt in seiner Straße den gleichen Raum. Die Texte sind allesamt gut verständlich, grafische Elemente und kleine Bonmots oder Verse lockern noch zusätzlich auf. Und wer da alles in Lauffen eine der 176 Straßen als Namenspate hat: Herrscher und Königinnen, wie Herzog Christoph, Herzog Carl Eugen, Eberhard im Bart, die Königinnen Charlotte , Katharina und Olga, Pfarrer wie Johann Friedrich Flattich,  Komponisten wie Phillip Friedrich Silcher, Forscher wie Eugen und Robert Gradmann, und Johannes Kepler oder Ingenieure wie Otto Konz.

 

Im Museum macht es so richtig Spaß, durch den Lauffener Straßenschilderwald zu spazieren, unter sich einen supergroßen Stadtplan, auf dem es sich trefflich in Überschuhen (um den Boden zu schonen) wandeln lässt, in Augenhöhe die Porträts der Damen und Herren, die die Geschichte dieses Landes geprägt oder verändert haben. Man entdeckt Unbekanntes bei scheinbar bekannten Persönlichkeiten, lernt bis dato Unbekannte kennen und staunt nicht schlecht, was da alles ans Straßenschild-Tageslicht kommt, von Herrschertaten  und Untaten, von kleinen Schwächen und großen sozialen Errungenschaften, von Äpfeln die nach Königinnen benannte wurden, von Herzögen mit Übergewicht, von Märchen und Mammutbäumen und all die Geschichten, die das Leben so schrieb, für Politiker und Erfinder, Volkskundler oder Lehrer, Theologen oder Finanzminister.

 

Der von Götz Schwarzkopf gestaltete Ausstellungskatalog, der natürlich alle Namens-Persönlichkeiten zum Nachlesen vereint,  ist ein informatives Nachschlagewerk für zu Hause geworden, denn all die Straßennamen, die in der Ausstellung keinen Platz gefunden haben oder die Geschichte Württembergs nicht spiegeln, wie es der Ausstellunguntertitel fordert, sind dort aufgelistet und mit einer kurzen Namensgebungserklärung versehen.

 

Text und Foto: Ulrike Kieser-Hess

 

Bildunterschrift:

Abb. 1: Auf einem 100 Quadratmeter großen Stadtplan Lauffens findet man die namensgebenden Persönlichkeiten von Lauffener Straßen aus der Württembergischen Geschichte - ein besonderes Erlebnis!