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Aktuelle Nachrichten | Rutz, Gerald | 16.07.2019 – 17.08.2019

12 Lauffener: Lieber bei 35 Grad am Beckenrand als im klimatisierten Büro

Schwimmmeister Felix Welling ist seit vier Jahren mitverantwortlich dafür, dass im Lauffener Freibad alles bestens läuft

Logo 12 Lauffener

 

Als er mit vier Jahren Mitglied im Herforder Schwimmverein wurde und sicherlich eifrig für sein Seepferdchen trainierte, hat sich vielleicht seine spätere Laufbahn schon im Wasser der Beckenbahnen gespiegelt. Felix Welling fühlte und fühlt sich im und am Wasser so richtig wohl: Darum ist er auch Schwimmmeister geworden und ist jetzt für den Badebetrieb im Lauffener Freibad verantwortlich.

 

12 Lauffener Welling

 

2590000 Liter Wasser hat er im Blick, vom Planschbecken über die Rutsche bis zum Schwimmerbecken. Bis zu 5.000 Besucher kommen an Spitzentagen um beim Baden zu entspannen, Abkühlung zu finden, sich sportlich zu betätigen. Da geht es rund im Freibad und Schwimmmeister, DLRG und Kioskteam sind im Dauereinsatz, „aber so viele Gäste sind wirklich die Ausnahme, in diesem Jahr lag der Tages-Spitzenbesuch bisher bei 3.800 Badegästen“.

 

Felix Welling, der 1984 in Herford geboren ist, hat seine privaten und beruflichen Wasser-Bahnen  ganz konsequent durchgezogen. Leistungsschwimmen war eine Station, „aber allein gegen die Uhr schwimmen, das hat mir nicht so viel Spaß gemacht“. Der Lauffener Schwimmmeister ist eher ein Team Player und so hat er sich damals für das Wasser und das Team entschieden: „da war Wasserball doch logisch“, lacht er. Heute betreibt er den Sport nicht mehr aktiv.

Vielfältig sollte der Job sein, den er sich nach der Schulzeit zur Ausbildung ausgesucht hat, und „auch was mit Chemie und Mathe zu tun haben, denn ich war in der Schule schon naturwissenschaftlich orientiert“. Der Umgang mit Menschen war ein weiteres Kriterium bei der Berufswahl und noch heute ist er überzeugt, „ Schwimmmeister ist genau das richtige für mich“. Felix Welling steht bei 35 Grad lieber am Beckenrand, als in einem klimatisierten Büro zu sitzen, er sucht immer den Dialog mit den Badegästen, ist überzeugt, „im Miteinander klappt das prima, man muss mit den Menschen reden, ihnen erklären, warum Regeln eingehalten werden müssen, dann bleibt es friedlich“.

 

Nach der Ausbildung zum Fachangestellten für Bäderbetriebe im Herforder H2O-Bad, hat er in Detmold, Hannover und Denzlingen gearbeitet und dort den Meister gemacht. Von seiner Meisterklasse sind „leider dann nur wenige in ein Bad als Schwimmmeister gegangen“, erklärt er, „viele haben den Meister nur als Voraussetzung für ein Studium angesehen“. Für ihn war die echte Badelaufbahn klar, trotz Wochenend- und Schichtarbeit, „ich will immer mit ganz bei dem sein, was ich mache“.

 

Die Weiterbildung zum technischen Betriebswirt würde den Wassermann aus Lauffen schon reizen, hat doch sein Arbeitsfeld einen großen technischen Part. Im März fängt die Freibadcrew an, alles für den am 1. Mai startenden Betrieb vorzubereiten. Das Wasser aus den Becken, das man im Winter als Gegendruck braucht, wird  abgelassen, die Becken geputzt, Wasser- und Bodenkanäle gereinigt, Dichtungen erneuert, die ganze technische Anlage auf Vordermann gebracht.

Läuft dann alles und von den Frühbadern bis zu den Leistungsschwimmer, von den planschenden Kleinsten bis zu den Springern vom 3-Meter-Brett  freuen sich alle auf die jährliche Wiederöffnung ihres Freibades, beginnt der Arbeitstag der Verantwortlichen zwei Stunden vor Öffnung. Täglich müssen die Becken gesaugt, die Betriebsvorräte geprüft, die Rutsche kontrolliert werden. Das ganze Bad, von der Wiese über die Umkleiden bis zum Wasser muss  super-sauber sein, „das sind wir den Badegästen schuldig“.

 

Was ihm in letzter Zeit in seinem Bade gefallen und missfallen hat?

Felix Welling erinnert sich lachend an ein Schülerprojekt, bei dem er gerne geholfen hat: „Die wollten den Untergang der Titanic nachspielen“. Was ihn ärgert, „wenn mich Leute als Vorwand benutzen, um ihren Kindern was zu verbieten, als böser Mann steht man nicht gerne da“. Felix Welling will Partner der Badegäste sein, denn: „Es ist wie im Leben immer ein Geben und Nehmen“.

 

Text und Foto: Ulrike Kieser-Hess