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Aktuelle Nachrichten | Kast, Ingrid | 15.08.2019

Auf den städtischen Baustellen wird fleißig gearbeitet - Teil 2

Sanierung östliche Schiedmauer (Stadtmauer) im Bereich der Kellereigasse:

 

Sanierung östliche Schiedmauer Foto: Mona Oehler

 

 

Seit Anfang Juli laufen die Sanierungsarbeiten an der östlichen Schiedmauer im Bereich der Kellereigasse. Dort müssen 60qm neu gemauert werden. Dazu werden alle 50 cm im Raster Löcher gebohrt und Edelstahlnadeln angebracht. Anschließend werden Verpressröhrchen ins Mauerwerk gepresst. Dies sorgt für eine Verbindung zwischen dem neuen und dem alten Mauerwerk. Später wird das Mauerwerk dann maschinell verfugt und gesandstrahlt. Die Arbeiten an der Stadtmauer werden voraussichtlich Mitte Oktober angeschlossen sein.

 

Sanierung  Neues Heilbronner Tor:

 

Neues Heilbronner Tor - Sanierung Foto: Mona Oehler

Das 1772/73 erbaute Neue Heilbronner Tor wird seit Anfang August diesen Jahres restauriert. Denn über die Jahre haben sich Schmutz, Risse und wetterbedingte Krusten gebildet, welche behoben werden. Zu Beginn wurde die Fassade mit dem Heißdampfverfahren gereinigt. Anschließend wurde mit der Restauration der Außenseite, die aus einer Torzone mit Säulen und einer Wappentafel besteht, begonnen. Zuerst wird der Schmutz von den Oberflächen entfernt, anschließend wurden alle Zementfugen entfernt. Diese Fugen werden später mit mineralischem Kalkmörtel wieder verschlossen. Der Vorteil bei diesem Kalkmörtel ist, dass dieser diffusionsoffen ist. Das heißt, dass eine Wasserableitung gewährleistet ist und so nach einem Regen das eingedrungene Wasser wieder verdunsten kann, und dadurch keine Schäden im Sandstein verursacht werden. Die Krusten die sich wetterbedingt über die Jahre gebildet haben werden schonend entfernt, so dass möglichst viel Originalsubstanz erhalten werden kann. Kleinere Abplatzungen, sowie kleine Risse am Tor werden mit farblich abgestimmtem Steinmehl aufgefüllt und ausgebessert. Größere Abplatzungen am Sandstein werden mit Restaurationsmörtel ergänzt. Dabei wird zuerst das lose Material entfernt, anschließend werden dann Edelstahlklammern gesetzt. Diese dienen dem Mörtel als „Gerüst“. Nachdem die Mörtelmasse angebracht und fest geworden ist wird sie entsprechend noch in Form geschliffen. Auch am Wappen sind einige Schadstellen entstanden. Unter anderem abgeplatzte Steinschalen hinter denen ein Hohlraum entstanden ist. Dort werden Edelstahlnadeln angebracht um die Steinschale wieder mit der  Originalsubstanz zu verdübbeln. Dann wird diese punktuell mit Steinkleber verklebt um eine Anbindung zum Untergrund zu bekommen. Die Steinschale wird dann mit einer flüssigen Quarzmehlmischung hinterfüllt. Wenn die Arbeiten an der Außenseite beendet sind wird es mit dem Durchgang und der Innenseite des Heilbronner Tors weitergehen. Die Arbeiten werden voraussichtlich Anfang Oktober beendet sein.

 

 

Sanierung Museum Klosterhof:

Im Museum Klosterhof wird die Baustelle im September starten. Dort ist eine große Sanierung geplant. Es wird in den Sanitärraumen umgebaut und erneuert. Unter anderem werden neue Fliesen vor und in den Sanitärräumen verlegt, eine neue Entlüftung eingebaut und dabei alles behindertengerecht gestaltet. Ziel ist außerdem eine Verbesserung der Veranstaltungsräume und deren Nutzbarkeit zu erreichen. Das jetzige Hölderlin-Zimmer zieht um, so dass der Raum dann als Künstler Garderobe genutzt werden kann. Die Bühnenfläche sowie deren Bühnenbelag wird erweitert und aufgearbeitet. An der Nordwand wird ein neuer Fluchtweg geschaffen, welcher als rollstuhlgerechter Eingang genutzt wird. Dieser ist eine der Brandschutzmaßnahmen die bei diesem Umbau vorgenommen werden. Eine weitere Maßnahme ist eine Entrauchungsanlage. Außerdem sind neue Elektroinstallationen sowie ein Umbau der Küche geplant. Relevante Eingriffe  in dieses denkmalgeschützten Gebäude sind mit dem Landesdenkmal  Stuttgart abgestimmt. Nach den letzten Veranstaltungen Mitte September wird der Umbau des Museum Klosterhof beginnen und voraussichtlich Anfang März 2020 fertig gestellt sein.

 

 

Bauarbeiten Hölderlinhaus:

 

Friedrich Hölderlin gilt als einer der wichtigsten Dichter im deutschen Sprachraum. Landes- und bundesweit werden 2020 anlässlich seines 250. Geburtstages zahlreiche Veranstaltungen  stattfinden. Als Geburtsstadt hat die Stadt Lauffen a.N. natürlich auch einiges vor für 2020.

 

Das ehemalige Haus der Familie Hölderlin, Nordheimer Str. 5, ist das am besten erhaltene Gebäude, in dem der Dichter gelebt hat. Das Gebäude von 1750, das nun seit 2013 in städtischem Besitz ist, wird nun seit Frühsommer 2018 saniert und zum Museum und Veranstaltungsort umgebaut. Der Umbau ist sehr aufwendig und bringt viel Arbeit mit sich. Im Sommer 2018 wurde nach dem Abbruch der neueren Scheune mit den archäologischen Untersuchungen begonnen. Im Anschluss daran wurden  Unterfangungsmaßnahmen an der Klostermauer durchgeführt. Seit Februar 2019 wird nun am neuen Anbau hinterm Wohnhaus gearbeitet, inzwischen ist der Keller im Rohbau komplett fertiggestellt. Der angebaute Teil soll später als Veranstaltungsraum zur Verfügung stehen, außerdem sind dort im Untergeschoss auch die Toiletten des Hölderlinhauses untergebracht.

Baustellenberich Hölderilnhaus Foto: Mona Oehler

 

Der Keller im bereits bestehenden Gebäude wird, wie das gesamte historische Gebäude in allen Ebenen, barrierefrei angebunden und später für Veranstaltungen nutzbar gemacht. Vom Altbau zum Neubau wurden  Durchbrüche gemacht, so dass dieser vom neuen Treppenhaus leicht begehbar ist. Durch einen Aufzug, der eingebaut werden soll, werden alle Geschosse später barrierefrei zugänglich sein. Im Altbau des Hauses soll so viel wie möglich erhalten werden, damit der Charakter des Hauses erhalten bleibt. Aus diesem Grund werden die Alten Fachwerkwände sowie die Stuckdecke im Sommerzimmer aufwendig von Restauratoren aufgearbeitet. Trotzdem muss an einem so alten Gebäude natürlich viel gemacht werden. So hatten die Zimmerer unter anderem am Tragwerk, bei welchen die Arbeiten inzwischen abgeschlossen sind, einiges zu tun.

 

Baustellenberich Hölderilnhaus Foto: Mona Oehler

 

 

Die Fenster wurden komplett nach historischem Vorbild erneuert, die Türen und Tore werden soweit möglich erhalten und von einem Fachbetrieb aufgearbeitet. Aktuell wird die neue Elektrik und Haustechnik verlegt. Außerdem ist die Aufstockung des Kamins gerade fertig geworden. Im Spätherbst wird der weitere Innenausbau beginnen und im Winter wird es dann mit den Außenanlagen und der Herrichtung des Hofes losgehen.

Das bedeutet, dass bis zur Eröffnung am 20.März 2020 noch einige Arbeiten anstehen, wir uns aber schon mal auf ein sehr gelungenes und schönes Hölderlinhaus freuen können.

 Hölderlin 2020

Besuchen Sie auch unsere Internetseite Hölderlin 2020 unter www.lauffen.de. Hier können Sie den Baufortschritt aktuell verfolgen und erfahren vieles mehr.

 

Text und Fotos: Mona Oehler, Praktikantin des mittleren Verwaltungsdienstes