Virtueller Lauffener Bote

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Aktuelle Nachrichten | Kast, Ingrid | 02.09.2019

Ein Ausflug in die bunte Welt der Kindergärten

Ulrike Rennhack-Dogan ist bei der Stadt Lauffen zuständig für Kindergärten und Krippen

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Zwölf Lauffener

Auch im Jahr 2019 stellt der Lauffener Bote jeden Monat jeweils Menschen aus Lauffen a.N. vor. Dieses Jahr geht es um Menschen, die sich für und in der Stadt engagieren. Ulrike Kieser-Hess führt hierzu zwölf Interviews. Lesen Sie in diesem Boten das achte Porträt des Jahres 2019.

 

Eine optimale Kinderbetreuung hat für Ulrike Rennhack-Dogan beruflich wie privat äußerste Priorität. Beruflich ist die geborene Neubrandenburgerin bei der Stadt Lauffen a.N. die Gesamtleitung Kindertagesbetreuung und auch privat muss sie dafür sorgen, dass ihre vier Kinder bestens betreut sind.  Die möglichst gut geregelte Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für sie Credo. Natürlich auch in ihrem Job, „der mir viel Freude macht“. Dass das stimmt, merkt man ihr im Gespräch an, wenn Sie voller Elan, Freude, Herzlichkeit und Kompetenz ihre Gesprächspartner mitnimmt in die bunte abwechslungsreiche Kindergartenwelt. 270 Kinder sind momentan in den städtischen Kindergärten und 60 Kinder besuchen die städtischen Krippen.

 

12 Lauffener: Ulrike Rennhack-Dogan   Foto: Ulrike Kieser-Hess

Sieht man ab Mitte September wieder die Schulanfänger, die mit ihren bunten Tüten Richtung Grundschule streben, vermutet man wohl, dass jetzt die Kindergärten leer sind. Ulrike Rennhack-Dogan lacht, „die acht Einrichtungen nehmen dann wieder viele Kinder auf, die teilweise auf der Warteliste standen oder deren Familien zugezogen sind“. Bis Januar dauert es ungefähr, „dann sind alle Plätze wieder belegt“. Viele der neuen Kinder brauchen dann auch wieder eine gezielte Sprachförderung. Das Land Baden-Württemberg hat ein neues Förderprogramm namens „Kolibri“ in Planung. Die Stadt Lauffen a.N. stockt das Personal dafür auf, denn, so die Verantwortliche „das Erlernen der Sprache ist der Schlüssel für die Integration und Kinder lernen eine andere Sprache schnell“.

 

„Was braucht ein Kind gerade“, ist eine der Kernfragen, die sich ein Kindergarten-Team im Rahmen der in Lauffen a.N. üblichen und von Ulrike Rennhack-Dogan präferierten  „Offenen Arbeit“ stellt. Offen bedeutet, dass die 40 bis 50 Kindergartenkinder einer Einrichtung nicht mehr in festen Gruppen eingeteilt sind, sondern sie können, abgesehen von einigen „Pflichtangeboten“, wie Morgenkreis, die gesamte Einrichtung mit ihren Angeboten nutzen. Während des Freispiels können sich die Kinder im Bewegungsraum, im Atelier, in der Leseecke, im Bauzimmer ausprobieren, an ihre Interesse anknüpfen. „Spielen ist doch so wichtig im Leben eines Kindes, Zeit für sich zu haben“, weiß Ulrike Rennhack-Dogan natürlich auch als Mama. Außerdem berichtet sie, dass man ja mittlerweile in der Forschung herausgefunden habe, dass es nichts bringt, die Kind zu bestimmten Aktivitäten zu zwingen, die ihm keine Freude machen, „da bleibt nicht hängen“. Die einzelnen Kinder werden in ihrer Entwicklung genau beobachtet, gefördert, es finden Gespräche statt und die Kinder bekommen einen Brief von ihrer Erzieherin, der motivierend Fortschritte benennt, „da sind sie dann mächtig stolz“.  „Das alles funktioniert allerdings nur mit Regeln und klaren Strukturen, das brauchen Kinder“, weiß die gelernte Erzieherin Ulrike Rennhack- Dogan, die nach ihrer Erzieherinnen Ausbildung noch eine Ausbildung als Sozialwirtin und ein Studium Bildungs- und Sozialmanagement draufgesattelt hat. Seit 2012 ist sie bei der Stadt Lauffen a.N., managt, stets guter Laune, „ich bin halt ein optimistischer Mensch“ ruhig, gelassen „und flexibel muss ich sein“, ihren oft stressigen Job, besonders wenn es um die Neuanmeldungen geht, da müssen schon mal beruhigende Elterngespräche geführt werden, mit Plätzen jongliert, Einstellungsgespräche absolviert werden. Offenheit ist da ihre Richtlinie. Manchmal, gibt sie zu, ist das dann schon ein Balance-Akt zwischen Job und Familie, „aber meine Kinder sind in Schule, Kindergarten und Krippe gut untergebracht und ich habe immer meine Familie als Rückhalt.“

 

Privat und Job möglichst zu trennen strebt sie an, „da ich ziemlich strukturiert bin, geht das ganz gut und oft springt auch mein Mann ein. Wichtig ist, dass alle sich dabei wohlfühlen“.

Ulrike Rennhack-Dogan fühlt sich wohl, wenn sie zum Wohle der Lauffener Kinder und deren Betreuungseinrichtungen da sein kann. „Für mich ist es wichtig, dass sich die Einrichtungen nicht allein gelassen fühlen, dass sie immer einen Ansprechpartner haben“.

Sie versucht stets für alle eine einvernehmliche Lösung zu finden. „ich glaube, das gelingt mir fast immer, weil ich die positive Schiene gehe“. Erlebt man sie lachend, optimistisch, verstehend, „manchmal auch ein bisschen streng“, kann man sich schon vorstellen, dass sie zur Lösungssuche auch mal Hilfesuchende in den Arm nimmt. Und eines hat sie immer als Grundvoraussetzung dabei: "Ganz, ganz wichtig ist die Wertschätzung meines Gegenübers“.

 

Text und Foto: Ulrike Kieser-Hess