Virtueller Lauffener Bote

Freiwillige Feuerwehr Lauffen a.N.

Freiwillige Feuerwehr Lauffen a.N. | Kenngott, Michael | 22.09.2019

Fehlalarm, Gefahrguteinsatz und Zimmerbrand

Mit dem Alarmstichwort "Flächenbrand" wurde die FFL am 16.09. um 08.13 Uhr zum Einsatz alarmiert. Bei der Anfahrt zur Einsatzstelle konnte am Kreisverkehr am Hagdol schon erkannt werden, dass dort durch den Gasversorger im Rahmen einer Baumaßnahme mit einer großen Flamme Gas abgefackelt worden ist. Die Einsatzfahrt konnte abgebrochen werden.

Die Feuerwehr Ilsfeld wurde am 18.09. um 16.53 Uhr über die Brandmeldeanlage einer Spedition in das Industriegebiet Bustadt alarmiert. Beim Eintreffen des ersten Fahrzeuges der Feuerwehr stellte sich heraus dass ein Mitarbeiter bei Verladearbeiten von Gefahrgut ein Behältnis beschädigt hat und Gefahrgut auslief. Dieser reagierte sehr vorbildlich und drückte sofort den Handfeuermelder mit diesen über die Brandmeldeanlage sofort die Feuerwehr alarmiert wird. Gleichzeitig schloss der Mitarbeiter einen Schieber auf dem Betriebsgelände um den Eintritt des Stoffes in die Kanalisation nicht zu ermöglichen. Aufgrund des auslaufenden Stoffes und der Unklarheit um was genau es sich handelte wurde gemäß der Alarm und Ausrückeordnung (AAO) die Gefahrenabwehrstufe erhöht und Gefahrgutunfall alarmiert. Gemäß der der AAO wurden deshalb um 17.04 Uhr noch die Gefahrgutzüge der Feuerwehren Lauffen und Weinsberg alarmiert. Die Feuerwehr sperrte den Unfallort großräumig ab, die Mitarbeiter von Schenker verließen das Gelände. Die Feuerwehr Ilsfeld hatte präventiv zwei weitere Schieber auf dem Gelände und einen Kanal geschlossen.

Bei dem Gefahrstoff handelte es sich um ein Gemisch mit der UN Nummer 1993 (ein leicht entzündbares, Wasser schädigendes und giftiges Reinigungsmittel) wie sich nach genauere Erkundung herausstellte. Es wurden von einem Trupp unter Chemieschutzanzug mehrere Messungen durchgeführt. Vor Ort waren auch noch Fachberater für Chemieunfälle. Zeitgleich mit der Feuerwehr wurden die Rettungsdienste mit 2 Rettungswagen, Notarzt und Leitenden Notarzt sowie aus dem östlichen Landkreis der Nachbargemeinden ehrenamtliche Kräfte des Sanitätsdienstes mit weiteren Rettungsfahrzeugen alarmiert. Nach einer ersten Lageerkundung und Abstimmung durch die Einsatzleiter von Feuerwehr und Rettungsdienst konnte für die Helfer des Rettungs- und Sanitätsdienstes schnell Entwarnung gegeben werden. 2 Personen wurden ambulant versorgt. Weitere Personen kamen nicht zu schaden. 2 Rettungsfahrzeuge des DRK Ilsfeld und Abstatt blieben noch zur Absicherung bis zum Ende des Einsatzes vor Ort. Die Kräfte des Rettungs- und Sanitätsdienstes von ASB und DRK waren mit insgesamt 40 Einsatzkräften und 17 Einsatzfahrzeugen vor Ort. Der ausgelaufene Stoff wurde aufgefangen und mit Bindemittel gebunden, sowie die Unfallstelle dekontaminiert. Die weitere Entsorgung wurde durch die Spedition selbst durchgeführt. In den Nachtstunden 22.09. ist es vermutlich durch einen Kabelbrand zu einem Feuer und einer starken Rauchentwicklung in einem Lagerraum im Erdgeschoss eine Wohngebäudes im „Städtle gekommen.Beim Eintreffen der um 01.04 Uhr alarmierten Feuerwehr hatten bereits alle Bewohner das Gebäude verlassen. Ein Trupp unter Atemschutz konnte deshalb unmittelbar zur Brandbekämpfung in den verrauchten Brandraum vorgehen. Um im dichten Brandrauch eine Sicht zu haben, wurde ein Fenster geöffnet und eine Überdruckbelüftung in Stellung gebracht. Der eigentliche Brand war durch wenige Wasserstöße schnell abgelöscht. Jedoch mussten die weiteren Maßnahmen zum Schutz der Einsatzkräfte abgebrochen werden, da teilweise blanke und noch unter Spannung stehende Stromleitungen auf dem Boden herumlagen.

Durch einen Elektriker konnte das Gebäude vollständig stromlos gemacht werden um dann unter Atemschutz den Lagerraum teilweise entleeren zu können. Vom eingetroffenen Rettungsdienst wurde eine Person wegen des Verdacht auf Rauchgasvergiftung behandelt. Nach einer vollständigen Belüftung des Gebäudes, einer Kontrolle mit der Wärmebildkamera und einer abschließenden Kontrolle mit einem CO-Warngerät, konnte das Wohngebäude an die Polizei und die Bewohner übergeben werden.