Virtueller Lauffener Bote

Aktuelle Nachrichten

Aktuelle Nachrichten | Kast, Ingrid | 04.11.2019

Da heißt es einfach auf sein Herz hören

Regina Seiffert leitet seit diesem Jahr den Mittel.punkt die Begegnungsstätte für Ältere und ist zuständig für das Betreute Wohnen

Zwölf Lauffener

Auch im Jahr 2019 stellt der Lauffener Bote jeden Monat jeweils Menschen aus Lauffen a.N. vor. Dieses Jahr geht es um Menschen, die sich für und in der Stadt engagieren. Ulrike Kieser-Hess führt hierzu zwölf Interviews. Lesen Sie in diesem Boten das elfte Porträt des Jahres 2019.

 

Logo 12 Lauffener

 

 

Regina Seiffert ist keine, die unbedingt im Mittelpunkt stehen möchte, dazu ist die gebürtige Böckingerin, „ich bin ein echter Seeräuber“ zu bescheiden. Aber sie ist eine, die absolut gerne im mittel.punkt, der Lauffener Begegnungsstätte für Ältere, arbeitet. Dort hat die quirlige energiegeladene Leiterin der Seniorenwohnanlage an der Bahnhofstrasse ihren Traumjob. Und lebt ihn nach ihrem von Augustinus entliehenen Motto: „Was du in anderen entzünden willst, muss in dir selbst brennen.“

 

12 Lauffener: Regina Seiffer   - Foto: Ulrike Kieser-Hess

 

Schon als Mädchen wollte Regina Seiffert Krankenschwester werden, denn, „ich wollte etwas mit Menschen zu tun haben und da war ein Pflegeberuf für mich naheliegend“. Nach der Pflegeschule in Brackenheim folgten die Arbeit im Krankenhaus, in der Psychiatrie im Pflegeheim und nach den Geburten ihrer drei Kinder die ambulante Pflege und die Erkenntnis, „dass mir die Betreuung und Pflege von älteren Menschen am meistens zusagt“.

Die Menschen verstehen lernen, die Geschichten erfahren, die zu ihnen gehören, sie geprägt haben, das gehört für Regina Seiffert auch in Lauffen zu ihren Kernaufgaben. „Es ist nicht nur der Körper, der Pflege braucht, die Seele gehört immer dazu“. Ihren ganzheitlichen Ansatz, der durch die Mitgliedschaft bei den Haller Schwestern auch im Glauben gründet, hat Regina Seiffert als Berufsfachschullehrerin 15 Jahre lang ihren Schülern und Schülerinnen weitergegeben.

 

Im Lauffener Mittel.punkt ist sie für die medizinischen Pflegeaufgaben zuständig, wie zum Beispiel Medikamenten- oder Blutdruckkontrolle, aber auch für das Programm für die 25 Bewohner und immer herzlich willkommene Gäste. Rund 50 Veranstaltungen plant sie im Jahr. Musikalisches ist da ebenso dabei wie Vorträge, Spielenachmittage, Gymnastik oder ein gemeinsames Austauschen von Erinnerungen, gemütliches Plaudern in entspannter Atmosphäre, gemeinsame Mittagsessen, ein Fest zu feiern, Besichtigungen und natürlich ein Jahresausflug. Einmal im Monat gibt es eine Freud und Leid Besprechungsrunde für Anregungen, Wünsche oder Kritik, denn Regina Seiffert will keine Bestimmerin sein, sondern alle aus der Gemeinschaft Mittel.punkt sollen sich möglichst selbstständig und selbstbestimmt einbringen.  „Ich wünsche mir, dass sich alle in der Gemeinschaft wohlfühlen“. Dazu gehört es auch, sich um das Wohl der Bewohner zu kümmern, wenn keine direkte pflegende Betreuung notwendig ist. Es gehört für die Leiterin selbstverständlich ebenso dazu mal anzurufen wie es geht, wenn man jemanden länger nicht gesehen hat, wie andere aus der Isolation locken, Angebote zu machen, die für alle etwas Passendes haben. „Da heißt es einfach auf sein Herz zu hören“.

Sechs ehrenamtliche Mitarbeiter ergänzen das Begegnungsstätten-Team. Den Helfern gehört ihre Wertschätzung auch hier gilt für Regina Seiffert „alles was ich tue, tue ich mit vollem Einsatz“. In ihrer Freizeit gilt ihr Einsatz ihrer Familie und dem Tanzen. Sie hat sich dem Turniertanzsport verschrieben, daher steht dreimal in der Woche Training bei der TSG Backnang auf dem Programm. Aber auch Wandern, Singen und Lesen gehören zu ihrem persönlichen Entspannungsprogramm. Wenn sie mal Zeit hat, träumt die Katzenliebhaberin Regina Seiffert auch ein bisschen: „Die Nordlichter würde ich gerne mal in Natura sehen“.

 

Text u. Foto: Ulrike Kieser-Hess