Virtueller Lauffener Bote

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Aktuelle Nachrichten | Kast, Ingrid | 02.12.2019

Anderen zu helfen ist ihm ein wichtiges Anliegen

Stadtbrandmeister Heiner Schiefer ist Feuerwehrmann aus Leidenschaft und seit 1998 Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Lauffen

Zwölf Lauffener

Auch im Jahr 2019 stellte der Lauffener Bote jeden Monat jeweils Menschen aus Lauffen a.N. vor. Dieses Jahr ging es um Menschen, die sich für und in der Stadt engagieren. Ulrike Kieser-Hess führte hierzu zwölf Interviews. Lesen Sie in diesem das zwölfte und letzte Porträt aus dem Jahr 2019.

Logo 12 Lauffener

 

 

Wetten, dass Heiner Schiefer schon als kleiner Junge beim Karussellfahren immer auf dem Feuerwehrauto sitzen wollte. Zumindest ab dem zehnten Lebensjahr ist es bekannt, dass der Heiner aus der Querstraße wenn er mal groß ist, Feuerwehrmann werden will. Denn zusammen mit einem Freund haben die beiden ihre Fahrräder zu Feuerwehrautos „umgebaut“, haben aus Schnur aufrollbare Löschschläuche gebastelt.

Aber erst einmal hatten der Fußball  und die Ausbildung zum Winzer, die er teilweise in der Pfalz absolvierte, Priorität. 1983 zurück in Lauffen zog es ihn wie „viele aus unserer Clique“ zur Feuerwehr, zumal er dort, gekoppelt mit dem Katastrophenschutz, wobei man sich dabei für zehn Jahre verpflichten musste, auch seinen Ersatzdienst leisten konnte.

12 Lauffener: Heiner Schiefer  Foto: Ulrike Kieser-Hess

Dass man anderen Menschen helfen kann, die Kameradschaft unter den Feuerwehrleuten und die ausgefeilte Technik haben Heiner Schiefer schon damals fasziniert und tun es auch heute noch. Die Kernaufgaben -Brandbekämpfung, Rettung von Mensch und Tier und technische Hilfeleistung- sind geblieben, getreu dem Motto der ehrenamtlich Tätigen: „unsere Freizeit für ihre Sicherheit“.  116 Aktive,  28 Mitglieder der Jugendfeuerwehr und 20 Herren in der Altersabteilung umfasst die Freiwillige Feierwehr Lauffen heute, deren Kommandant Heiner Schiefer seit 1998 ist. 1985 hat Heiner Schiefer den väterlichen Hof übernommen, der Fußball kam dann zeitmäßig ins Hintertreffen, aber für die Feuerwehr blieb und bleibt trotz Wein-, Ackerbau und Brennerei immer noch Zeit. Zusatzausbildungen zum Gruppenführer, Zugführer und Einsatzleiter rundeten das Feuerwehrportfolio von Heiner Schiefer ab. Und er resümiert. „Die Tätigkeiten bei der Feuerwehr sind vielfältiger geworden und durch die Messtechnik kamen neue Aufgabenfelder dazu“.

1993 im gleichen Jahr, in dem Heiner Schiefer zum Stellvertretenden Kommandanten gewählt wurde, wurde in Lauffen die Jugendfeuerwehr gegründet und im alten Magazin in der Sonnengasse eine alte Wohnung zum Kameradschaftsraum umgebaut. Auch heute noch hat die Jugendarbeit bei der Feuerwehr einen hohen Stellenwert und Heiner Schiefer und sein Team sind stolz, „dass 90 Prozent des Nachwuchses aus der eigenen Jugendarbeit kommen“.

 

Fertigstellung und Einweihung des neuen Feuerwehr-Gerätehauses und Empfangnahme des neuen Einsatzleitwagens ELW1, das war das Großereignis 2003 für die Freiwillige Feuerwehr in Lauffen, die 2012 ihren 150. Geburtstag feierte.

Für Heiner Schiefer, der seit 2008 auch Stellvertretender Kreisbrandmeister ist, ist der Einsatz für die Feuerwehr immer noch auch eine emotionale Sache. Belastend sind Einsätze bei schweren Auto- oder Bahnunfällen mit Todesfolge. „Da hilft es, wenn wir anschließend beisammen sitzen und unterstützt von Pfarrer uns Kamerad Bareis uns über das Geschehene auszutauschen“. Besonders schön sind oft die kleinen Einsätze, „wenn man helfen konnte und die Menschen damit glücklich macht“.

 

Eine besondere Ehrung erhielt der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Lauffen 2017. Reinhold Gall, Verbandsvorsitzender des KFV Heilbronn brachte zur Hauptversammlung das silberne Ehrenkreuz des Deutschen Feuerwehrverbandes für Heiner Schiefer mit, für „eine Führungspersönlichkeit, die es versteht Menschen für gemeinsame Ziele zu motivieren, einer der besonnen und klug seine Verantwortung wahrnimmt“.

 

Kommandant Heiner Schiefer betont: „Trotz aller Technik in der heutigen Zeit sind immer noch die Kameradinnen und Kameraden das Wichtigste in der Feuerwehr. Ohne ihre Bereitschaft würde das System der freiwilligen Feuerwehr nicht funktionieren“.

 

Text und Foto: Ulrike Kieser-Hess