Virtueller Lauffener Bote

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Aktuelle Nachrichten | Keßler, Bettina | 03.12.2019

Vom Stammtisch zur Schulbank

Das Rockmusical „Hölder“ beleuchtet Hölderlin und seine Wirkung 2020 - Kostproben am 8.12. auf dem Weihnachtsmarkt in der Regiswindiskirche

1793: In einer Tübinger Kneipe sitzen Hölderlin, Schelling und Hegel zusammen und philosophieren.

1985: Am Lauffener Hölderlin-Gymnasium wird eine Schulband gegründet, die zwei Jahre später ihr erstes von zahlreichen Musical-Projekten, nämlich  „Joseph“, auf die Bühne bringt.

2019: Die Stadt Lauffen bereitet sich intensiv auf das Jahr 2020 vor, das Jahr in dem man den 250. Geburtstag des wohl berühmtesten Sohnes der Stadt, Friedrich Hölderlin, feiert.

 

Ideenschmiede

Wie bringt man die drei so unterschiedlichen Gegebenheiten zusammen? Ganz einfach: Man textet, komponiert und inszeniert ein Musical und gibt ihm den Namen „Hölder – Das Musical“. Das zumindest war die Idee von Heike Schweder-Netter, Lehrerin am Lauffener Hölderlin-Gymnasium und Bürgermeister Klaus-Peter Waldenberger. Gut für die Idee war es, dass noch zwei aus der ehemaligen Schulband „Profil“, Götz Schwarzkopf und Tilmann Schoch, die Gründer der Gruppe „Heimers Welt“, sich für die Umsetzung begeistern konnten.

 

"Hölders Welt" hat viele Mitstreiter

Götz Schwarzkopf hat sich als Haupt-Autor und Komponist, unterstützt von Volker Kießling, mit enorm viel Engagement dem musikalischen Dichter-Projekt gewidmet. Die landauf landab ebenso für gefühlvolle Balladen, wie knackigen Rock  bekannte Band „Heimers Welt“ musste 2015 fürs Jubiläum zu „Hölders Welt“ mutieren, das Musical-Virus hatte bald alle im Griff. Ein Virus mit einer langen, intensiven Wirkungszeit, „das schon eine Menge an Energie freigesetzt hat“, bei allen Musikern und Komponisten, Michael Huter, Tilmann Schoch, Andy Schmidt, Johan Schwarzkopf und Götz Schwarzkopf, sowie zehn Solisten, dem Bühnen-Kammerchor, dem Schulchor, den Tanzgruppen, Technikern, Kulissen- und Kostümentwerfern, den Medienschaffenden.

Götz Schwarzkopf: Hölder - Das Rock-Musical (Foto: Ulrike Kieser-Hess)

 

Idealismus und Ehrenamt

Unzählige ehrenamtliche Stunden haben alle  in das ambitionierte Projekt gesteckt, um die Gedanken, die Hölderlin und seine Freunde damals in Tübingen formuliert haben, das sogenannte „Älteste Systemprogramm des deutschen Idealismus“, in die heutige Zeit zu transportieren, zu übersetzen, einen Zugang zu ermöglichen zu den damaligen  Gedanken für ein gutes Leben für alle Menschen und das im Einklang mit der Natur.

 

Ein Rock-Musical für und mit jungen Menschen

Jung waren die Drei in Tübingen damals und für Götz Schwarzkopf war es schnell klar, in der Welt der jungen Menschen muss das Musical heute positioniert werden. Denn die Jungen von heute sollte das Musical erreichen und damit war klar, der junge Hölderlin war gefragt, seine Ideen von Freiheit und Freundschaft. Und so entstand die Schulidee.

Nicht nur, dass der Chor des Hölderlin-Gymnasiums aktiv an den Aufführungen beteiligt ist, das Musical ist auch in einem Klassenzimmer verortet. Ein Literaturkurs beschäftigt sich für eine Aufführung zum Schuljubiläum mit Hölderlin und reibt sich an der gesponserten Aufstellung eines Denkmals für den  Dichter.

 

Hölderlin - aktuell, intensiv und leidenschaftlich

Und da fliegen ganz schön die Fetzen, die Schüler geben vehement, direkt und kompromisslos den Ton an mit fetziger Hip-Hop-und Rockmusik. „Für kraftvolle Aussagen braucht es kraftvolle Musik – kaum ein Musikgenre eignet  sich hier besser als Rockmusik“, so Götz Schwarzkopf, „und das ist genau unser Ding“.

Rebellische Schüler und der rebellische vom Freiheitsgedanken durchdrungene Hölderlin begegnen sich spektakulär in  „Hölder –Das Musical“, „überraschend aktuell, überraschend intensiv, überraschend leidenschaftlich“, so Autor und Komponist Götz Schwarzkopf. Nach den Aufführungen in Lauffen wird „Hölder“ auch noch in vier weiteren  Hölderlin-Städten auf Tour gehen, immer unter maßgeblicher Beteiligung der dortigen Schulen.

 

Kostproben von HÖLDER - Das Rock-Musical

am Sonntag, 8.12., 15 - ca. 15.30 Uhr, auf dem Weihnachtsmarkt um die Regiswindiskirche Lauffen a.N.

Eintritt frei.

Im Anschluss kann man auf dem Weihnachtsmarkt Tickets für die drei Aufführungen am 20.2., 21.2. und 22.2.2020 in der Lauffener Stadthalle kaufen: Kat. 1 - 23 € / 13 € (erm.), Kat. 2 - 19 € / 9 € (erm.).

Achtung: In der gedruckten Ausgabe des Lauffener Boten vom 5.12.19 hat sich leider der Fehlerteufel eingeschlichen. Richtig ist, dass die Aufführungen des Hölderlin-Musicals in Lauffen im Februar 2020 und nicht im März stattfinden!  Wir bitten das Versehen zu entschuldigen.

 

Text und Foto: Ulrike Kieser-Hess

 

Bildunterschrift:

Abb. 1: Geistiger Vater und Geburtshelfer in einem: Götz Schwarzkopf hält das große Team rund um das Lauffener Hölderlin-Musical zusammen und ist immer mitten drin.