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Aktuelle Nachrichten | Kast, Ingrid | 13.01.2020

Information des Eigenbetriebs Abwasser der Stadt Lauffen am Neckar zu Dränagen und zur Rückstausicherung

Dränagen

Der Eigenbetrieb Abwasser der Stadt Lauffen am Neckar informiert, dass gemäß DIN 4095 „Dränung zum Schutz von baulichen Anlagen“ und der Abwassersatzung der Stadt Lauffen am Neckar Drainagen in der Regel nicht an die öffentliche Kanalisation angeschlossen werden dürfen. Jede Änderung sowie die Neuanlage der Grundstücksentwässerung sind genehmigungspflichtig (Antragunterlagen finden Sie auf der städtischen Homepage unter https://www.lauffen.de/website/de/virtuelles_rathaus/formulare oder im Stadtbauamt).

Durch Dränagenanschlüsse kann es zu einer unerwünschte Grundwasserabsenkung kommen. Des Weiteren verursacht Frischwasser auf der mechanisch biologischen Kläranlage höhere Ausbau- und Betriebskosten und führt zu einem geringeren Wirkungsgrad der Anlage. Außerdem kommt seit 1990 eine erhebliche Verschärfung des Strafrechts bei Verschmutzung von Gewässern und Grundwasser hinzu. Nach DIN 4095 und gemäß der Satzung über die öffentliche Abwasserbeseitigung der Stadt Lauffen am Neckar gilt die Straßenoberkante als Rückstauebene des Kanals. Bei Anstau des Kanals kann es zu Rückstau von Schmutzwasser in die Drainage kommen, wodurch es zur Verunreinigung des Untergrundes und des Grundwassers kommen kann. Strafrechtlich verantwortlich ist hier grundsätzlich der Grundstücksbesitzer bzw. der Planer der Entwässerungsanlage.

 

Rückstausicherung

 

Erfahrungsgemäß treten in Frühjahr und Sommer starke und für die Ortsentwässerung problematische Kurz-Gewitterregen auf. Nach dem Stand der Technik kann bei diesen schnell auftretenden großen Niederschlagsmengen nicht verhindert werden, dass eine Überlastung der Kanalisation entstehen kann. Im Stadtgebiet wurden für den Niederschlagsfall Regenüberlaufbecken, Staukanäle und diverse Einrichtungen zur Trennkanalisation gebaut. Jedoch kann es in Extremfällen punktuell immer zu Rückstauereignissen kommen. Aus dem Grund ist es wichtig, dass die Grundstücksbesitzer sich ausreichend gegen Rückstau in der Kanalisation schützen.

 

Aus den bisherigen Erfahrungen des Stadtbauamtes ist bekannt, dass nicht alle Hauseigentümer ihre Grundstücksentwässerungsanlagen nach dem Stand der Technik herstellen und unterhalten. Nach der geltenden Satzung der Stadt Lauffen am Neckar über die öffentliche Abwasserbeseitigung können keine Haftungsansprüche bei Rückstau im Kanalnetz gegenüber der Stadt geltend gemacht werden. Vielmehr hat sich jeder Grundstückseigentümer gegen Rückstau selbst zu schützen. Das Stadtbauamt weist ausdrücklich darauf hin, dass die Bestimmung der Entwässerungssatzung und der DIN-Vorschriften unbedingt eingehalten werden müssen. In DIN 1986 sind technische Bestimmungen für den Bau von Grundstücksentwässerungsanlagen geregelt.

 

Die Gebäudebrandversicherung lehnt Wasserschäden infolge von Kanalrückstau regelmäßig ab, wenn die vorgeschriebenen Sicherungsmaßnahmen innerhalb der privaten Entwässerungsanlagen nicht vorgesehen wurden oder nicht funktionieren (Wartungsdefizite der Rückstausicherung).

 

 

Foto 1

 

Foto:  Feuerwehr

 

Empfehlung des Stadtbauamtes zur Grundstücksentwässerung

 

-          Alle Grundleitungen müssen wasserdicht sein, denn nach 40-50 Jahren können selbst

           fachgerechte Dichtungen porös werden. Es empfiehlt sich, im Zweifelsfall eine

           Befahrung und Druckprüfung durch ein zertifiziertes Kanalunternehmen durchführen

           zu lassen.

-          Wohnräume im Untergeschoß bzw. Räume unterhalb der Rückstauebene sind mit

           einer Hebeanlage zu entwässern.

-          Unzulässige oder unnötige Drainagen sind von der Kanalisation abzuhängen.

-          Bodenabläufe in Kellerabgängen sind zusätzlich durch Erhöhen der Türschwellen zum

            Kellereingang zu sichern.

-          Waschmaschinen, Kühltruhen und Heizungsanlagen im Keller sollten mindestens 20

            cm erhöht aufgestellt werden.

-          Selbstständig schließende Rückstausicherungen müssen unbedingt gewartet werden.

           (Kontrolle 1 – 2 x im Jahr).

-          Dachrinnenabläufe sollten immer nach der Rückstausicherung in die

            Hausentwässerung eingeleitet werden. Noch besser ist es, eine Zisterne anzuschaffen,

           um das Regenwasser aufzufangen. Oft genügt es auch, eine oder mehrere

           Wassertonnen an en Dachrinnenablauf bereitzustellen.

Für Fragen steht das Stadtbauamt (Tiefbauamt Hr. Gumbrecht, 106-30) oder die Betriebsleitung der Kläranlage (Hr. Modjesch, 5160) gerne zur Verfügung.