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Aktuelle Nachrichten | Keßler, Bettina | 11.02.2020

Vielfalt ist Trumpf - gute Stimmen das Kapital

Die A-Cappella-Gruppe „medlz“ gastierte in der Stadthalle

Medlz: Heimspiel - A Cappella-Pop (Foto: Ulrike Kieser-Hess, 8.2.2020) 

 

Es gibt einen ganz berühmten Bonbon-Namen, nämlich „nimm 2“. Er passt auch auf das Gastspiel der A-Cappella-Gruppe „medlz“, die mit ihrem Programm „Heimspiel“ in Lauffen Station machte. Denn vor allem im zweiten Teil überzeugte die Dresdner Frauen-Formation, hatte so manches Zuckerstückchen im stimmgewaltigen Repertoire.

 

Ganz der deutschen Sprache haben sich die vier Mädels (Nelly Palmowske, Silvana Mehnet, Sabine Kaufmann und als Interimsgast Maren Kips) in ihrem neuen Programm verschrieben, denn so ihr Auftakt: „Sprache, mit dir können wir die Welt heilen“. Und fulminant, mit guter deutschsprachiger Klassik haben sie begonnen, haben eine vokale Interpretation von Beethovens/Schillers „Ode an die Freude“ gesummt und gesungen, haben mit ihren stimmlichen Mitteln und einer mutigen, gelungenen musikalischen Lesart „ein Stück Kultur weitergegeben“.

 

Viele solcher Kulturstücke hatten die vier Mädels noch im Repertoire und viele, die im deutschsprachigen Raum ihren festen Platz haben, kamen musikalisch zu Wort: Liedermacher, Rapper, Musikgruppen oder Schlagersänger, von Clueso bis Rammstein, von den Prinzen bis zu den Fantastischen Vier. Ihre Texte und Kompositionen vermittelten eine ungeheuer vielfältige Palette der "Sprache" Musik und die vier Mädels lieferten die ebenso vielfältigen Interpretationen.

 

Neben ein paar kleinen akustischen Hilfsmitteln hatten sie zur Sprachförderung nach Noten ihre facettenreichen, variablen, überzeugenden Stimmen im Gastspiel-Gepäck, wie sich das für eine A-Cappella-Formation ja schließlich auch gehört. Seit 2009 gibt es die „medlz“ in der heutigen Form, mit nur wenigen Interpretinnen-Wechseln. Musikalische Basis war der Philharmonische Kinderchor Dresden, „in welchem wir zehn Jahre lang unser Handwerk erlernten“. Ihr Mundwerk haben sie musikalische da bestens geschult, denn eine solche Menge der unterschiedlichsten Stilrichtungen zu bündeln und sie zu einer schlüssigen Klangfülle zu verarbeiten, dazu muss man schon singen können und ein Händchen für Komposition haben.

 

Besonderen Spaß machte in zweiten Teil die Vermischung von Texten und Stücken, sprich bekannte Texte haben die Vier in nicht dazu gehörende, aber ebenso bekannte Melodien verpackt. Die Texte der Prinzen in den Liedern von Udo Jürgens zu vermitteln, das erfordert Kreativität in punkto Sprache plus Musik und wurde vom Fan-Publikum begeistert gefeiert. Wie man mit nur vier Akkordeon 23 Lieder anstimmen kann, haben die medlz ebenso unter Beweis gestellt, wie ihre einfühlsame Schiene mit einem Lied aus dem Kindermusical „Alfons Zitterbacke“ oder dem „Liebesbrief“ der Fantastischen Vier.

 

Bunte Murmeln im Kopf hat der kleine Musical-Held Alfons und auch die „medlz“ haben sicherlich noch viele bunte Ideen im Kopf. Im Mai gibt es ein neues Programm mit einem neuen Band-Mitglied: Nadja Benaissa von den No Angels.

 

Text und Foto: Ulrike Kieser-Hess

 

Bildunterschrift:

Abb. 1: Ein Höhepunkt des Abends war die Neuinterpretation des Schlagers "Atemlos" - auf Sächsisch!