Virtueller Lauffener Bote

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Aktuelle Nachrichten | Kast, Ingrid | 06.07.2020

Bücher kann sie nie genug haben

Seit Januar ist Isabel Frank Leiterin der Lauffener Bücherei – Spaß am Lesen zu vermitteln ist ihr wichtig

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Zwölf Lauffener

Auch im Jahr 2020 stellt der Lauffener Bote jeden Monat jeweils Menschen vor, die in Lauffen a.N. aktiv sind. Dieses Jahr geht es um Personen, die sich rund um den

250. Geburtstag von Hölderlin engagieren oder einen Beitrag zur Lese- und Literaturförderung in unserer Stadt leisten. Ulrike Kieser-Hess führt hierzu zwölf Interviews. Lesen Sie in diesem Boten das siebte Poträt des Jahres 2020.

 

12 Lauffener: Isabel Frank Leiterin der Bücherei Foto: Ulrike Kieser-Hess

 

 

 

Für ihren Start als neue Leiterin der Lauffener Bücherei (BÖK) hatte  Isabel Frank nicht die leichtesten Begleitumstände zu bewältigen. Das Corona-Virus mit all seinen Einschränkungen vermasselte ihr so manche Idee  und Aktivität. Doch sie blieb und bleibt gelassen, wie es ihrer ruhigen Art entspricht,  bleibt gut gelaunt, immer freundlich und ist auch ein bisschen stolz, „das haben wir doch gut hinbekommen“.

Dass die Bücherei möglichst nur eine kurze Schließung zu verkraften hatte, die 635 aktiven Benutzer nicht zu lange auf ihr Lesevergnügen warten mussten, das war Isabel Frank und ihrem Team wichtig. Die Hygienevorschriften werden strikt eingehalten, manches Buch sogar in Quarantäne geschickt, ohne dass der gewohnte Ablauf gestört wird und damit die Bücherei auch weiterhin der gemütliche Ort zum Schmökern bleibt.

Isabel Frank und Bücher, das war schon immer ein Thema. Die gebürtige Talheimerin kommt aus einer „Lesefamilie“ und kann sich sogar noch an ihr erstes Lieblingsbuch erinnern: „Das Kindergasthaus“. Unzählige gelesene Bücher sind dazu gekommen, „besonders viele im Winter“,  viele hat sie ihren zwei Kindern vorgelesen, die dabei „immer ganz zufrieden waren“. Heute ist sie Chefin über 16.000 Medien. „Das ist für mich auch Verpflichtung, möglichst viele Menschen zum Lesen zu animieren, ganz einfach Lust zu machen auf Bücher“.

Dazu hat sie sich eine Menge überlegt: So möchte Isabel Frank besonders die Leseförderung in Zusammenarbeit mit den Schulen intensivieren, die Teilnahme am nächsten Kinderferienprogramm ist schon gebucht, kleine Veranstaltungen will sie für Freundeskreise anbieten, die sich für einen gemeinsamen Literaturabend ein Thema aussuchen können, das dann auch kulinarisch begleitet wird, wie zum Beispiel Literatur aus Österreich mit Apfelstrudel, britische Werke mit Tea-Time Begleitung.

Veranstaltungen wie der Besuch einer Kräuterpädagogin, die die Bücher für ihre Ausbildung zum Teil in der Lauffener Bücherei ausgeliehen hat, sind geplant, ebenso wie Autorenlesungen, Buchvorstellungen und eine enge Zusammenarbeit mit dem Hölderlinhaus.

Viele Jahre als ehrenamtliche Büchereimitarbeiterin bei der Ausleihe und als Mitglied des Einkaufsteams haben Isabel Frank, die mit ihrem Mann einen Weinbaubetrieb bewirtschaftet und begeistert imkert, schon für ihre neue Aufgabe geschult. „Das Einkaufen besonders von Romanen macht unheimlich viel Freude und ich bin bemüht, dass für jeden Geschmack etwas dabei ist“. Sie will auch ihre Leserinnen und Leser auf keinen Fall literarisch „erziehen“, sondern ganz einfach nur die Freude am Lesen wecken oder erhalten, „auf welchem Wege vom Comic bis zur Biografie, vom Klassiker bis zum Krimi das passiert,  ist doch eigentlich egal“.

Isabel Frank liebt Bücher, das merkt man ihr mit jeder Faser an. Ihre Augen leuchten, wenn sie von ihren momentanen Lieblingen erzählt und sie ist dabei so überzeugend, dass man die Bücher eigentlich gleich selbst ausleihen möchte. Auch wenn sie unterwegs ist, kommt sie an keiner Bücherei vorbei, „mal gucken, was die so haben und machen“, Bücherkataloge und –prospekte gehören zu ihrer täglichen Lektüre. Ihre neuesten Empfehlungen: „Die Infantin trägt den Scheitel links“ von  Helena Adler, „Alles was wir sind“ von Lara Prescott und „Hawaii“ von Cihan Acar

Von was Isabel Frank träumt?  Natürlich von noch mehr Büchern. Dass dazu neue möglichst ebenerdige Räume von Vorteil wären, gehört zu ihren Traumzielen, denn „wir sind jetzt in der Bahnhofstrasse schon beengt“.

 

Text und Foto: Ulrike Kieser-Hess