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Aktuelle Nachrichten | Kast, Ingrid | 24.07.2020 – 30.09.2020

Sondierungsgrabungen in der Bismarckstraße

Archäologen suchen auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei Staiger

Im Vorgriff der geplanten Bebauung des Generationenquartiers in der Bismarckstraße mit Pflegeheim, Betreutem Wohnen und Kindergarten untersuchen derzeit Archäologen der privaten Grabungsfirma ArchaeoBW GmbH im Auftrag der Stadt Lauffen den Untergrund. Die Sondage wird unter der Leitung von Max Hermann (M.A. Archäologe) durchgeführt und soll die Relevanz, Quantität und Qualität der möglicherweise anzutreffenden Denkmäler erfassen, damit später im Bauprozess keine kostspieligen Verzögerungen auftreten können. Das Baugrundstück liegt im Bereich des Kulturdenkmals „Frühmittelalterliches bzw. spätmittelalterliches/frühneuzeitliches Gräberfeld“.

 

Sondierungsgrabungen Bismarckstraße

 

 

In der Nähe wurden 1921 beim Bau einiger Gebäude zwei spätmittelalterliche Körperbestattungen entdeckt. Die Gräber waren ca. 70 cm tief und mit je einer Muschelkalkplatte abgedeckt. In dem betreffenden Bereich ist daher, wie in Lauffen wegen seiner reichen Siedlungsgeschichte üblich, möglicherweise mit weiteren Grabfunden sowie archäologischem Fundmaterial zu rechnen. Unter tatkräftiger Hilfe des Bauhof-Mitarbeiters Hr. Armbruster und des städtischen Baggers wurden 6 langgezogene Suchgräben von je rund 2 m Breite und 70 cm Tiefe angelegt, die bislang allerdings keine Funde zu Tage brachten. Es folgen nun noch tiefere Grabungsschnitte an einigen interessanten Stellen. Sollte nichts gefunden werden, kann die Fläche vom Landesamt für Denkmalpflege (LAD) im Regierungspräsidium Stuttgart zur Bebauung freigegeben werden. Falls doch, kann vom LAD eine Rettungsgrabung angeordnet werden. Begleitet werden die Sondierungen von einer privaten Kampfmittelfirma, da in diesem Bereich wegen der Bombardierung im 2. Weltkrieg der Verdacht auf Blindgänger nicht ausgeschlossen werden kann. Nach Abschluss der Arbeiten in der Bismarckstraße geht es nahtlos im Brühl auf den dort vorgesehenen Bauflächen neben der Feuerwehr weiter.

 

Bildunterschrift: Grabungsleiter Max Hermann (M.A.  Archäologe) vor einem der sechs Prospektionsgräben