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Aktuelle Nachrichten | Rutz, Gerald | 05.10.2020

Jasmin Trefz-Gravili, die neue Gesamtleitung der Lauffener Kindertageseinrichtungen, hofft auf eine Aufwertung des Erzieherberufs

Gerald Rutz, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit im Büro Bürgermeister, stellt die neue Gesamtleitung der Lauffener Kindertageseinrichtungen vor

Trefz-Gravili

Sie ist 34 Jahre alt, verheiratet, hat selber noch keine Kinder, ist aber in Lauffen am Neckar für 332 Kinder zuständig, denn Jasmin Trefz-Gravili ist seit dem 1. Juli 2020 die neue Gesamtleitung der städtischen Kindertageseinrichtungen der Stadt Lauffen am Neckar.

 

Natürlich ist sie - abgesehen von den Kindern im Kindergarten Karlstraße, in dem Sie im Januar 2016 die Leitung übernommen hat - nicht direkt für alle Kindergartenkinder verantwortlich, aber sie koordiniert die städtischen Kindertageseinrichtungen, managt die Platzvergaben, erledigt administrative Tätigkeiten, ist für die Einstellung pädagogischer Fachkräfte zuständig und hat sich viel, auch in Bezug auf die Qualitätsentwicklung der Kindergärten in Lauffen a.N., vorgenommen.

 

2002 hat Jasmin Trefz-Gravili mit ihrer Ausbildung zur Erzieherin begonnen. Von 2006 bis 2010 arbeitete sie im katholischen Paulus-Kindergarten in Lauffen am Neckar. 2010 machte Frau Trefz-Gravili einen beruflichen Abstecher nach Heilbronn und arbeitete dort vier Jahre im Augustinus Kindergarten. 2014 kam sie wieder zurück nach Lauffen. Sie wechselte in den Kindergarten Karlstraße und übernahm dann im Januar 2016 die Leitung der Einrichtung.

 

Im September 2015 begann sie, parallel zu ihrer Arbeit im Kindergarten Karlstraße, ein berufsbegleitendes Studium in Koblenz. „Ich wollte mich immer weiterbilden und Zugang zu neuem Wissen, um den Beruf der pädagogischen Fachkräfte aufzuwerten, gerade weil ich ihn so wichtig finde“, so Trefz-Gravili. Bildungs- und Sozialmanagement studierte sie und machte auch noch einen Abschluss zur staatlich anerkannten Sozialpädagogin. 

 

Und jetzt? Jetzt hat Trefz-Gravili die Gesamtleitung aller Kindertageseinrichtungen der Stadt Lauffen am Neckar inne. Noch macht sie die Gesamtleitung nur in 50 Prozent – daher kann es auch mal etwas dauern, bis sie sich zurückmeldet. Die restlichen 50 Prozent, ist sie nach wie vor im Kindergarten Karlstraße, denn „mit Kinder zu arbeiten ist sehr bereichernd. Sie strahlen so viel Lebensfreude aus und geben einem viel zurück; es ist echte Freude die von den Kindern kommt“.

 

Aber nicht nur Kinder sind Frau Trefz-Gravili wichtig, sondern „auch die pädagogischen Fachkräfte machen ihren Beruf mit Herzblut und die Anforderungen, die Erzieherinnen und Erzieher an sich selber haben, sind sehr hoch“. So lege die Stadt Lauffen Wert auf die Qualität der pädagogischen Fachkräfte, obwohl der Arbeitsmarkt im Moment leergefegt ist und sich die Personalsituation, auch bedingt durch Corona, zugespitzt hat.

 

Außerdem hat die angespannte Personalsituation dazu geführt, dass in einzelnen Einrichtungen die Öffnungszeiten vorübergehend angepasst werden mussten. Sollte sich die Situation weiter verschärfen, so Treffz-Gravili, könnte die Öffnungszeitenanpassung bei weiteren Einrichtungen folgen.

 

„Manchmal müssen wir unsere Ansprüche an uns selber runterschrauben, sonst belasten einen die Rahmenbedingungen im Beruf zu sehr“, so Trefz-Gravili. Aufgrund fehlenden Personals könne leider nicht alles umgesetzt werden was Erzieherinnen und Erzieher gerne umsetzen würden.

 

Um neues Personal zu gewinnen hat Frau Trefz-Gravili zusammen mit den Leitungen der Kindergärten und den Personalverantwortlichen der Stadt ganz neue Wege beschritten. So wird nicht nur mittels Stellenausschreibungen nach Fackräften gesucht, sondern man möchte zukünftig, über die praxisintegrierte Ausbildung, noch mehr Fachkräfte selber ausbilden. Weiter wird es für Mitarbeiter der Stadt, die pädagogische Fachkräfte anwerben, eine Prämie geben und sogar auf den Ortseingangstafeln wird nach Pädagogen gesucht. Als besonderes Highlight, ist im Frühjahr für interessierte Fachkräfte sogar eine "Lange Nacht der Kindertageseinrichtungen" in Planung. 

 

Trefz-Gravili wünscht sich langfristig eine gesellschaftliche Aufwertung des Erzieherberufs. Wie wenig angesehen der Beruf sei, habe der Corona-Lockdown gezeigt. Die Erzieherinnen und Erzieher, die anderen Berufsgruppen durch die Notbetreuung ermöglicht hätten systemrelevant zu sein, wären selber nie als systemrelevant angesehen worden - dies habe sie schon sehr geärgert. Aber Trefz-Gravili weiß natürlich, die Corona-Pandemie ist auch für Eltern eine große Herausforderung. „Es kamen für Eltern viele Dinge zusammen: Kindergartenschließungen, Schulschließungen, Kurzarbeit und Homeoffice – für viele Eltern, besonders für alleinerziehende, geht es da ja auch um die eigene Existenz“, daher sei ihr jede Familie wichtig.

 

Momentan schaue sie sich an wo es in den Kindertageseinrichtungen am meisten brennt und sie versuche zu löschen. In diesem Jahr fehlen in Lauffen am Neckar noch eine ganze Reihe Kindergartenplätze – das ist eine große Herausforderung für die Familien. Am 1. September wurde im Gemeindehaus Fenster eine neue Kindergartengruppe, für 20 Kinder ab 3 Jahre eröffnet.

 

(Text: Gerald Rutz)

 

Übrigens: 10 Gründe, warum es sich lohnt in Lauffen a.N. als pädagogische Fachkraft tätig zu werden!

 

1. Bei uns stehen die Arbeit mit dem einzelnen Kind und der Beziehungsaufbau zu den Kindern an erster Stelle.

2. Jede pädagogische Fachkraft hat die Möglichkeit in Lauffen a.N. an Fortbildungen oder Weiterbildungen teilzunehmen. Ebenso gibt es für alle Beschäftigte die Möglichkeit, Zusatzqualifikationen mit der Hilfe der Stadt Lauffen a.N. (finanziell oder zeitlich) zu erwerben.

3. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf leben wir nicht nur für die Familien, welche unsere Einrichtungen besuchen, sondern auch für unsere pädagogischen Fachkräfte.

4. Für alle pädagogischen Fachkräfte gilt, bei der Stadt Lauffen a.N. gibt es verlässliche Ansprechpartner, welche immer zur Verfügung stehen (Bürgermeister, Gesamtleitung mit Fachberatung, Beratung der Teams bei Kindern in besonderen Situationen, Kindergartenleitungen und der Personalrat). Alle städtischen Einrichtungen arbeiten gut vernetzt zusammen.

5. Bei der Stadt Lauffen a.N. steht die Gesundheitsprävention an erster Stelle. Aus diesem Grund gibt es verschiedene Angebote von Seiten der Stadt (Fitness Cocktail, Bewegungstreffs im Freien, ZEN Meditation) sowie auch Kooperationen mit Anbietern aus der Stadt Lauffen a.N.

6. In allen städtischen Einrichtungen gibt es fest angestellte Hauswirtschaftskräfte. Uns ist es wichtig, dass die pädagogischen Fachkräfte genügend Zeit haben um mit den Kindern arbeiten zu können. Ebenso steht jeder pädagogischen Fachkraft 25% ihrer Arbeitszeit als Verfügungszeit zur Verfügung. Bei Bedarf werden bei uns fest angestellt. Vertretungskräfte in den Einrichtungen eingesetzt.

7. Leitungsaufgaben werden bei uns nicht auf alle verteilt.

In jeder Einrichtung gibt es Leitungen, welche für ihre Leitungstätigkeit von der pädagogischen Tätigkeit frei gestellt sind.

8. Für uns bei der Stadt Lauffen a.N. gilt, wer die gleiche Arbeit tut, soll auch entsprechend bezahlt werden. Deshalb werden bei uns alle pädagogischen Fachkräfte  nach TVÖD 8a bezahlt. Wir unterscheiden nicht nach Gruppenleitungen und Zweitkräften.

9. Die gemeinsame inhaltliche und fachliche Auseinandersetzung ist uns wichtig. Deshalb hat jede Einrichtung 2 pädagogische Tage zur Verfügung, um sich intensiv mit einem Thema zu beschäftigen.

10. Alle pädagogischen Fachkräfte haben 30 Tage Urlaub – davon stehen 10 Tage zur freien Verfügung.