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Aktuelle Nachrichten | Kast, Ingrid | 27.10.2020

Erhaltung Weinkulturlandschaft „Steillagen“: Bau eines Steillagensteigs oberhalb der Zaber

Gemeinderat begeht den geplanten Verlauf

Lauffen a. N. ist als eine von elf Kommunen Mitglied des Zusammenschlusses „ILE Neckarschleifen“, welcher sich der Erhaltung und Weiterentwicklung der Weinkulturlandschaft des Neckartals und insbesondere der terrassierten Weinbausteillagen verschrieben hat. Der Gemeinderat der Stadt Lauffen a.N. informierte sich unter der fachkundigen Führung des Gemeinderatskollegen Bernd Mittenmayer über die Situation in Lauffen a.N.

 Gemeinderat Begehung Steillagensteig

 

 

Bei dem Steillagensteig handelt es sich um ein Leuchtturmprojekt unter den im ILE-Prozess (Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept) entwickelten touristischen Ideen. Der angedachte Wandersteig verläuft dabei etwa auf halber Höhe mitten durch die Steillagen zwischen den bestehenden Wanderwegen oberhalb bzw. unterhalb des Steilhangs. Der Gemeinderat hat sich dieser Idee nun angenommen und daher am 24. Oktober eine Besichtigung der Steillagen oberhalb der Zaber unternommen. Sowohl auf Seiten der Lauffener Bürgerschaft als auch auf Seiten der Stadtverwaltung ist großes Engagement für die Umsetzung dieser Idee festzustellen.

Grundsätzlich soll der Steillagensteig die Region Neckarschleifen insgesamt voranbringen. Die Unterziele sind hierbei in den folgenden vier Handlungsfeldern zusammengefasst:

 

-       Steillagenweinbau als kulturelles Erbe und Imageträger der Region: Steillagenweine

        profilieren

-       Die Wein-Kultur-Landschaft Neckarschleifen als Erlebnisraum und Tourismusdestination

         ausbauen

-       Weinbergterrassen mit neuer Zukunft – innovative Nutzungen und Perspektiven für

         brachfallende Steillagen

-       Das Kulturerbe als Gemeinschaftsaufgabe – Bewusstsein schaffen und Partner finden

 

Eine der Chancen des Steillagensteigs besteht hierbei darin, neue Besuchergruppen zu erschließen und somit den Tourismus in Lauffen a.N. zu stärken. Dies soll durch die Möglichkeit erreicht werden, die Steillagen unabhängig von einer Führung zu erwandern und zu erleben.

 

 

Gemeinderat Begehung Steillagensteig

 

 

Den Chancen des Steillagensteigs stehen jedoch auch Risiken und Herausforderungen gegenüber. Die Stadt würde sämtliche Haftungsrisiken bei Unfällen durch eventuelle Nutzer übernehmen. Außerdem würden der Stadt die Verkehrssicherungspflicht und die Zuständigkeit für die Wegpflege obliegen. Des Weiteren wäre die Erstellung von Umweltschutzgutachten erforderlich. Marktforschung wurde bisher noch nicht durchgeführt, da auch dies mit erheblichem Aufwand und nicht unerheblichen Kosten verbunden wäre. Folglich ist noch ungeklärt, wie groß die angesprochene Zielgruppe wäre und wie interessant sie für eine Marktbearbeitung ist. Ein weiterer Kostenpunkt wäre das Werbebudget, das notwendig wäre, um am touristischen Markt auf den Steillagensteig aufmerksam machen zu können. Diese Kosten könnten auch nicht durch Fördermöglichkeiten kompensiert werden, da diese Zuschüsse gering ausfallen würden. Und da sicherlich noch einige Zeit vergehen wird, bis der Weg vorbereitet, gesichert und komplett eingerichtet ist, ist es nicht möglich vorherzusagen, ob der Steillagensteig nach seiner Fertigstellung noch die Vorzüge aufweisen wird, die man sich nach jetzigem Stand davon erwartet. Ganz abgesehen davon ist auch die Rückwirkung auf den Erhalt der Steillagen nicht nachgewiesen.

 Gemeinderat Begehung Steillagensteig


 

 

Für eine sachgerechte Einschätzung des Kostenrahmens dieses Projekts liegt dem Stadtbauamt ein Angebot eines Ingenieurbüros vor, das dafür Kosten in Höhe von 6.723,50 Euro veranschlagt. Nun gilt es, die Chancen und Risiken sorgfältig abzuwägen und eine Entscheidung bezüglich des Steillagensteigs zu treffen. Der Gemeinderat wird sich mit diesem Thema in seiner nächsten Sitzung befassen.

 

Text: Alexander Seidel, Praktikant des geh. Verwaltungsdienstes

Fotos: Jan Reichle (2), Bernd Mittenmayer