Virtueller Lauffener Bote

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Aktuelle Nachrichten | Rutz, Gerald | 01.12.2020

Lieferservices und Take-Away in Lauffen

Das Pandemiegeschehen beschleunigt den Wandel von Innenstädten und Ortskernen

Schon seit geraumer Zeit haben es Einzelhändler in kleineren und größeren Ortschaften schwer, sich gegen den Onlinehandel durchzusetzen. Oft haben kleine Einzelhändler ein überschaubares Sortiment in einem Ladengeschäft im Ortskern, mit klar geregelten Öffnungszeiten. Für die Ladengeschäfte fallen unter Anderem, wenn es nicht die eigenen Räumlichkeiten sind, auch noch Pachten oder Mieten und Personalkosten an, die zunächst einmal erwirtschaftet werden müssen, bevor ein Einzelhändler einen Gewinn durch den Verkauf seiner Waren erwirtschaften kann.

 

Für den Onlinehandel trifft dies alles so nicht zu. Onlineriesen wie z.B. Amazon verkaufen 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, alles, aus dem hochautomatisierten Lager raus, bequem mit einem "Klick" und sogar während der Pandemie und trotz Lockdown. Aber was bedeutet das für uns als Kunden, als Bürger, als kleiner Unternehmer oder als Stadtverwaltung?

 

Für uns als Kunden, ist das, zweifelsohne, bequem. Für kleine Unternehmer, ist das eine riesige, existenzbedrohende Konkurrenz, die die bislang praktizierte Art zu wirtschaften bzw. zu arbeiten, völlig in Frage stellt und große Veränderungen - ohne Garantie auf Besserung - abverlangt. Für eine Stadtverwaltung ist das erschreckend, da der Onlinehandel das Fundament der Ortskerne, den Einzelhandel, grundlegend erschüttert - außer man hat einen solchen Onlineriesen im eigenen Gewerbegebiet, dann bringt er vielleicht Arbeitsplätze und Gewerbesteuern. Und für uns als Bürger bedeutet das, dass es am Ende keinen Grund bzw. keine Möglichkeit mehr gibt, am Samstag mal kurz in den Ort zu fahren und dort z.B. ein dringend benötigtes neues Kleidungsstück oder auf den letzten Drücker ein Spielzeug für einen Kindergeburtstag, zu erwerben.

 

Die Coronapandemie hat diese, sich schon seit längerem abzeichnenden, Veränderungen in den Ortskernen stark beschleunigt und neben den Einzelhändlern auch noch die Gastronomie, einen weiteren Mosaikstein im Bild  attraktiver Ortskerne und Innenstädte, herausgebrochen. Denn insbesondere Gastronomen haben es momentan schwer. Ist beim Einzelhändler nebenan, der Einkauf, wenn auch beschränkt auf 1 Kunden pro 10 Quadratmeter Ladenfläche, noch möglich, so ist das Essen in den Räumlichkeiten eines Restaurants oder einer Gaststätte momentan schlicht verboten. Daher bieten viele Gaststätten und Restaurants jetzt Take-Away, also Speisen zum Abholen und Mitnehmen, oder Lieferservices an. Auch Einzelhändler springen, wenn auch langsamer, auf diesen Zug auf und versuchen sich im Online-Handel.

 

Für Einzelhändler und Gastronomen ist das eine riesige Herausforderung, da sie sich auf völlig neues Terrain begeben und anfangs hohe technische Hürden zu meistern haben. Auch betriebswirtschaftlich müssen sie umdenken und neu kalkulieren, allerdings wird sich dieser Transformationsprozess voraussichtlich nicht für jeden rechnen. Für uns als Kunden ist das eine spannend Entwicklung, denn Konkurrenz belebt das Geschäft und wir haben die Möglichkeit noch einfacher Produkte, Dienstleistungen und Preise zu vergleichen, und zwar online, abends nach der Arbeit, mit dem Smartphone oder dem Tablet bequem vom Sofa. Für uns als Bürger ist diese Entwicklung bemerkenswert, da wir nun die Möglichkeit haben

die Einzelhändler und Gastronomen in unserer Nachbarschaft, selbst während eines Lockdowns, nach der Arbeit, sogar vom Sofa aus, gezielt zu unterstützen und dazu beizutragen unsere Ortskerne am Leben zu erhalten.

 

Selbstverständlich hat man auch als Stadtverwaltung, ein großes Interesse an belebten, funktionierenden, attraktiven und vitalen Ortskernen. Für uns alle ist es doch ein Gewinn, wenn man abends in die Stadt zum Essen gehen oder am Samstags beim Shoppen durch belebte Gassen bummeln kann. Innenstädte, Ortskerne ohne Restaurants, ohne Läden sind tot und eintönig, nicht attraktiv und langweilig. Niemand kann ein Interesse an solchen Innenstädten haben, weder Kunden, noch Bürger, schon gar nicht Gastronomen oder Einzelhändler und auch nicht die Stadtverwaltung.

 

Deshalb unterstützt und begrüßt die Stadtverwaltung Lauffen a.N. den Schritt von Lauffener Einzelhändlern und Gastronomen hin zu Onlinehandel, Take-Away und Lieferservice. Daher weisen wir nochmals auf die Möglichkeit hin, sich als Lauffener Gastronom oder Einzelhändler auf unserer Webseite unter https://www.lauffen.de/website/de/wohnen_und_arbeiten/firmenpark/lieferservices vermerken zu lassen.

 

Nichtsdestotrotz trägt jedoch jeder Einzelne, insbesondere mit seiner Kaufentscheidung, am Ende dazu bei, wie unsere Innenstädte und Ortskerne in unserem Gemeinwesen, unseren Dörfern, unserer Stadt, zukünftig aussehen wird, auch wenn die Pandemie schon lange vorbei ist.