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Aktuelle Nachrichten | Kast, Ingrid | 20.01.2021 – 28.02.2021

Seine Heimat ist der Klosterhof

Bürgermeister Waldenberger dankte Volker Friebel für seinen jahrzehntelangen Einsatz im Lauffener Museum

Orte prägen die Menschen, die an ihnen leben – und umgekehrt. Ein solch prägender, bedeutender Ort ist für Volker und Brigitte Friebel der Lauffener Klosterhof. Schon seit vier Jahrzehnten spielt sich ein großer Teil ihres Lebens an diesem wunderschönen, historischen Fleckchen am Ufer der Zaber ab. Dort, wo der kleine Friedrich Hölderlin die ersten Schrittchen machte, ist schon seit vielen Jahren der Lebensmittelpunkt der Familie Friebel.

 

Volker Friebel kam mit seinen Eltern 1962 nach Lauffen. Die Familie zog in  die Lindenstraße. Sein Vater hatte zu der Zeit die Leitung der Bahnmeisterei, nach dem schweren Zugunglück beim Posten 47, übernommen. Seine Brigitte heiratete Volker Friebel im Jahr 1973 auf dem Michaelsberg. 12 Jahre später, genau am 12. Hochzeitstag, zog die Familie in das Wohnhaus neben der ehemaligen Klosterkirche ein. Dabei war das Haus für Volker Friebel schon bekanntes Terrain: Während seines Studiums war er dort schon häufig zu Gast gewesen, als es noch als Pfarrhaus des katholischen Pfarrers diente, der den jungen Studenten und langjährigen Messdiener freundlich unterstützte.

 

Bis Anfang der 80er Jahre war die katholische Kirchengemeinde in der wiederaufgebauten Klosterkirche untergebracht. Das Museum der Stadt Lauffen im Klosterhof ging im Jahr 1984 in Betrieb. 35 Jahre lang war es Aufgabe und gleichzeitig Herzensanliegen für Volker Friebel diese Einrichtung der Stadt, unterstützt vom Heimatverein Alt-Lauffen, zu leiten. Mit großem persönlichen Einsatz engagierte er sich dafür, den Lauffener Einwohnern mit der archäologischen Dauerausstellung zur Vor- und Frühgeschichte der Stadt sowie später auch mit dem Hölderlinzimmer und der literarischen Ausstellung zum großen Sohn der Stadt für ein kontinuierliches Kulturangebot zu sorgen. Hinzu kamen mannigfaltige Sonderausstellungen zu den verschiedensten Themen. Sie reichten vom Amateurfunk über Legobauwerke und kunsthandwerkliche Brillen bis hin zu zahlreichen Kunstausstellungen mit Künstler:innen der Region wie etwa Nathan Richardson, Rea Siegel-Ketros, Klaus Rensch oder Alfons Wiest. Besonders heimatkundliche Themen nahmen, häufig erarbeitet mit dem Lauffener Heimatverein, auch stets bedeutenden Raum ein: von der Lauffener Straßennamen-Ausstellung über die Ausstellung zur Scheinanlage „Brasilien“, von der Drehstromausstellung „Es fließt! Es leuchtet“ bis zur Jubiläumsausstellung „Zwei zu eins“ anlässlich 100 Jahren Stadtvereinigung Lauffen am Neckar.

 

Die Öffnungszeiten des kleinen Lauffener Museums waren dabei überschaubar: Samstags und sonntags konnte man in der Regel von 14 – 17 Uhr die Ausstellungen besuchen. Doch das Ehepaar Friebel war stets auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten für Besucherinnen und Besucher da, wenn diese einmal unter der Woche ins Neckarstädtchen kamen und freundlich um Einlass in die aktuelle Sonderausstellung oder ins Hölderlinzimmer baten. Viele wertvollen Kontakte konnten so geknüpft und treue Gäste für die Stadt Lauffen gewonnen werden.

 

Unterstützt wurde Volker Friebel bereits im letzten Jahrzehnt durch Eva Ehrenfeld als stellvertretende Museumsleitung, deren Schwerpunkt bereits mit der Neukonzeption der Ausstellung im Hölderlinzimmer natürlich auf dem in Lauffen geborenen Dichter lag. Mit Schließung des Museums im Klosterhof im September 2019 und der Neueröffnung des Hölderlinhauses 2020 wechselten nun die beiden ihre Stellung: Eva Ehrenfeld übernahm hauptamtlich die Leitung des Hölderlinhauses und des zum Veranstaltungsort umgebauten Museums unter dem neuen Namen „Klosterhof“, Volker Friebel wurde nun ihr Stellvertreter.

 35jähriges Jubiläum - Verabschiedung Volker Friebel m. Brigitte Friebel, Bettina Keßler, Eva Ehrenfeld u. Bürgermeister Waldenberger, im Klosterhof, Foto: Rutz

v.l.n.r. Amtsleiterin Bettina Keßler, Brigitte u. Volker Friebel, Eva Ehrenfeld, Leiterin des Hölderlinhauses, Bürgermeister Klaus-Peter Waldenberger

 

Am 11. Januar 2021 wurde daher Volker Friebel von Bürgermeister Klaus-Peter Waldenberger aus seiner hauptamtlichen Tätigkeit in der Museumsleitung für die Stadt Lauffen a.N. nach 35 Jahren entlassen. Dem herzlichen Dank an Volker Friebel schloss sich nicht nur Eva Ehrenfeld an, sondern auch Bürgerbüroleiterin Bettina Keßler, die als Abteilungsleitung Kultur seit vielen Jahren von Verwaltungsseite für die Lauffener Museen verantwortlich ist. Ihr war es auch besonders wichtig zu betonen, dass man sich von städtischer Seite sehr freut, dass Volker Friebel  auch weiterhin als Ansprechpartner für den neuen Veranstaltungsort „Klosterhof“ zur Verfügung steht. In der Hoffnung, dass dieser nach dem hoffentlich baldigen Ende der Corona-Pandemie so richtig Fahrt aufnehmen kann. Die Lust auf diese Aufgabe war Volker Friebel, der im vergangenen Jahr einige gesundheitliche Probleme glücklicherweise gut überstanden hat, deutlich anzumerken. Und so blicken Stadtverwaltung und Ehepaar Friebel zuversichtlich der weiteren Zukunft ihrer Heimat Klosterhof als wichtigen neuen Lauffener Kultur- und Begegnungsort entgegen.