Virtueller Lauffener Bote

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Aktuelle Nachrichten | Kast, Ingrid | 08.02.2021

Nicht nur der gerade Weg führt zum Ziel

Harriet Emerich-Höhr leitet seit Dezember die Lauffener JuLe und hilft, den passenden Weg zu finden

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Zwölf Lauffener

Auch im Jahr 2021 stellt der Lauffener Bote jeden Monat jeweils Menschen vor, die in Lauffen a.N. aktiv sind. Dieses Jahr geht es um Personen, die sich mit ihrer Arbeit, ihrem Einsatz, ihrem Engagement und ihrer Kreativität für Lauffen und seine Bürgerinnen und Bürger einsetzen. Ulrike Kieser-Hess führt hierzu zwölf Interviews. Lesen Sie in diesem Boten das zweite Porträt des Jahres 2021.

 

Emerich-Höhr - neue Leitung JuLe Lauffen a.N.  Foto: Ulrike Kieser-Hess

Helfen ist für Harriet Emerich-Höhr ein ganz zentraler Begriff in ihrem Leben. „Ich habe als Kind schon immer gerne anderen geholfen“, erinnert sie sich „und daraus hat sich wohl auch mein sozialer Beruf entwickelt“. Sie leitet seit 1. Dezember 2020 die „JuLe“, die Jugendhilfe im Lebensfeld und sieht in ihrem neuen Job die Herausforderung: „jungen Menschen zu helfen, Selbstbewusstsein zu entwickeln und dann ruhiger ihren Lebensbedingungen zu begegnen“. Harriet Emerich-Höhr kam mit sieben Jahren mit ihrer Familie von Siebenbürgen (Rumänien) nach Deutschland . „Das war nicht ganz einfach für mich. Ich war es gewohnt im Miteinander und im Füreinanderdasein zu leben, in meiner neuen Heimat war die Maxime ‚ich kann das alleine‘“. Eher vorsichtig und zurückhaltend ist sie darum als Kind gewesen, was man sich bei der dynamischen, offenen und heiteren jungen Frau heute kaum mehr vorstellen kann. „Doch ich habe damals schon manches Mal meine eigene Identität in Frage gestellt, meinen Eltern viele Fragen gestellt, warum, wieso, ist das so“. Aus eigener Erfahrung hat sie gelernt, wie wichtig es ist, Kinder und Jugendliche darin zu bestärken, „wie du bist, bist du gut und dass Krisen im Leben auch stärker machen können“.

 

Erzieherin war dann für die junge Harriet logische Berufswahl, nach der Ausbildung folgte die Fachhochschulreife und das Studium der Sozialarbeit in Esslingen. Heute weiß sie „es ist nicht immer nur der gerade Weg, der zum Ziel führt“. Sie hat im Privaten wie in ihrer Arbeit für die AWO gelernt, „es geht nicht immer nach eins kommt zwei, dann drei“ und sie will zeigen „es klappt auch mit einer anderen Reihenfolge“. Der Wunsch, Kindern, Jugendlichen und ihren Familien auf ihrem nicht immer geraden Weg zu helfen. führte Harriet Emerich-Höhr 2011 nach ihrem Bachelor zur AWO nach Heilbronn, Schwerpunkt „JuLe und ambulante Hilfe zur Erziehung“. Seit Dezember 2020 leitet die Mutter eines dreijährigen Sohnes jetzt die JuLe in Lauffen. Ziel der 12 JuLes, die es im Landkreis von verschiedenen Trägern gibt und die auch unter veränderten Bedingungen während des Lockdowns geöffnet sind, ist es Kindern und Jugendlichen (im Alter von sechs bis 18 Jahren) soziale Kompetenzen zu vermitteln , die Steigerung der schulischen Lern- und Leistungsfähigkeit zu fördern, ihnen bei ihrer Entwicklung zu helfen. Gruppenpädagogische Angebote, Einzelförderung und die Zusammenarbeit mit den Eltern sind die zentralen pädagogischen Elemente der Lauffener JuLe, die für Lauffen a.N., Nordheim, Nordhausen, Neckarwestheim, Talheim und Flein zuständig ist. Die Kooperation mit Schulen, Vereinen und der Kommune ist dem JuLe-Team besonders wichtig, gehören sie doch zum unmittelbaren Lebensumfeld der Kinder, die vermittelt vom Jugendamt in die Einrichtung kommen, 20 sind es momentan in Lauffen a.N., in der Regel zwei- bis dreimal in der Woche nehmen sie das Jugendhilfean-gebot der JuLe an. „Die Kinder kommen gern“, berichtet die Koordinatorin zufrieden. Das Angebot vom Mittagsessen über Entspannungszeiten, Hausaufgabenbetreuung, Vermittlung von Lernstrukturen und sozialem Gruppentraining „tut den Kinder gut, unterstützt und fördert sie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung“. Aus allen Schulen kommen die Schülerinnen und Schüler in die JuLe und Harriet Emerich-Höhr ist froh, dass „viele Kinder aus den Grundschulen zu uns kommen, denn da können wir präventiv viel erreichen“.

Neben den „klassischen“ Angeboten bietet die JuLe noch eine Menge zur Stärkung von Selbstbewusstsein und Selbstakzeptanz aber auch Entspannung und Ruhefinden an. So gibt es eine Mädchengruppe, eine Theatergruppe ist geplant ebenso wie die weitere Zusammenarbeit mit dem Kraftsportverein für die Gruppe „ringen und raufen“ und viele Kreativangebote.

 

Im Ferienprogramm soll es wieder ein JuLe-Camp geben und Harriet Emerich-Höhr erwähnt, dass sich die JuLe über Spenden freut, wie zum Beispiel für neues Material.

Für ihre Aufgabe in Lauffen hat die neue Koordinatorin der JuLe neben viel Engagement und Motivation zum Helfen auch einen Wunsch mitgebracht: „Die Gesellschaft möge ihre Vorurteile gegenüber Kindern, die nicht immer den geraden Weg gehen ablegen und sie eher in ihrer Entwicklung unterstützen “.

 

Text u. Foto: Ulrike Kieser-Hess