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Aktuelle Nachrichten | Keßler, Bettina | 17.03.2021 – 31.05.2021

"Nicht nur Nonnen" - Der Lauffener Klosterhof vom Mittelalter bis heute

Freiluftausstellung des Heimatvereins vor dem Klosterhof

Historische Zeichnung: Prämonstratenser-Nonnen aus Adelberg ziehen ins Kloster Lauffen ein (Abb.: Heimatverein)

Abb. 1: Die Geschichte des Lauffener Klosterhofs steht im Mittelpunkt einer Freiluftausstellung des Heimatvereins, die vor dem Klosterhof zu sehen ist. Die historische Abbildung zeigt Prämonstratenserinnen, die ins Kloster Lauffen einziehen. (Abb.: Heimatverein)

 

Wann genau das Lauffener Kloster an der Zaber gegründet wurde, ist unbekannt. Belegt ist seine Existenz im 13. Jahrhundert, zwei Jahrhunderte später wurde es vom berühmten schwäbischen Baumeister Aberlin Jörg grundlegend erneuert. Heute ist nur noch wenig vom einstigen sakralen Glanz des Klosterareals erhalten. Der Heimatverein Lauffen ist der spannenden Geschichte um das reizvoll gelegene Konvent nachgegangen und hat eine kleine Freiluftausstellung vor dem Klosterhofgebäude aufgestellt.

 

Freiluftausstellung Foto: Karl-Heinz Haas

Aktuelle Freiluft-Ausstellung Foto: Karl-Heinz Haas

 

Anlass für die Beschäftigung mit dem Thema war die Neuausrichtung der Lauffener Kulturmeile, deren musealer Schwerpunkt vom einstigen „Museum im Klosterhof“ ein paar Häuser weiter ins Hölderlinhaus verlegt worden ist. Das von 1984-2019 als Museum dienende Kirchengebäude wurde in diesem Zusammenhang zum Veranstaltungsraum „Klosterhof“ umgestaltet. „Die Ausstellung zeigt in komprimierter Form die vielfältigen Umwidmungen und Umbrüche, die in den vergangenen Jahrhunderten über das Klosterareal hinweggegangen sind“ fasst Jürgen Reiner, der Vorsitzende des Heimatvereins, die Grundidee der Schau zusammen. Er hat die Ausstellung initiiert und gestaltet.

 

Das einstige Nonnenkloster wurde nach der Schlacht bei Lauffen 1534 aufgelöst und als herzoglicher, später königlicher und privater Besitz verwaltet. Verschiedene Abrisse, Wiederaufbauten und Umgestaltungen folgten aufeinander. Nacheinander wurde das Klostergebäude als Arbeitslager, Turnhalle, Kirche und Museum genutzt.

 

Auch das Gedenken an den Dichter und Philosophen Friedrich Hölderlin (1770-1843) hat im Klosteraral seinen Platz: Vom Hölderlin-Denkmal bis zum jüngst eröffneten Hölderlinhaus spannt sich hier der Bogen; eine in den 1930er Jahren geplante Hölderlin-Gedenkstätte des Architekten Rudolf Lempp wurde wegen des Krieges nicht verwirklicht.

 

„Für Hölderlinverehrer war der Klosterhof immer schon ein Anziehungspunkt“ schreibt Eva Ehrenfeld, die Autorin der Ausstellungstexte und verweist u.a. auf Jakob Friedrich Hölderlin, den Großvater des Dichters, der mit 29 Dienstjahren der am längsten tätige Klosterhofmeister war. Am Ostrand des Klosterbezirks ließ er sich ein stattliches Privathaus errichten, in dem später auch der junge Friedrich wohnte und das heute als Hölderlinhaus zu besichtigen ist.

 

Freigelände Klosterhof

Eintritt frei

Besichtigung jederzeit möglich

 

Text: Jürgen Reiner