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Aktuelle Nachrichten | Kast, Ingrid | 30.04.2021

Wenn man etwas gerne macht, kann man viel erreichen

Seit Januar ist Jasmin Trefz-Gravili die neue Gesamtleiterin der städtischen Kindertageseinrichtungen

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Zwölf Lauffener

 

Auch im Jahr 2021 stellt der Lauffener Bote jeden Monat jeweils Menschen vor, die in Lauffen a.N. aktiv sind. Dieses Jahr geht es um Personen, die sich mit ihrer Arbeit, ihrem Einsatz, ihrem Engagement  und ihrer Kreativität für Lauffen und seine Bürgerinnen und Bürger einsetzen. Ulrike Kieser-Hess führt hierzu zwölf Interviews. Lesen Sie in diesem Boten das fünfte Porträt des Jahres 2021.

 

 12 Lauffener: Jasmin Trefz-Gravili    Mai 2021

 

 

Jasmin Trefz-Gravili, die gerne lacht, ihren Mitmenschen stets freundlich begegnet, immer ein herzliches Hallo und ein offenes Ohr hat, kann auch Klartext reden, nämlich dann, wenn man Kitas und Kindergärten als bloße „Basteleinrichtungen“ bezeichnet. „Wir leisten wertvolle Bildungsarbeit und die Eltern vertrauen uns, dass wir ihre Kinder vielfältig, kompetent und liebevoll begleiten“.  Sie hat seit Januar diesen Jahres in Lauffen die Gesamtleitung der städtischen Kindertageseinrichtungen inne und für die Kinder, „unser kostbarstes Gut“, sieht sie das Betreuungsangebot als „schöne und lehrreiche Zeit auf dem Weg zu lernen für sich selbst zu entscheiden“.

 

Jasmin Trefz-Gravili war auch Kindergartenkind in Lauffen. Im Kindergarten Karlstrasse hat sie sich so wohl gefühlt, dass sie ihr Berufsorientierungspraktikum während der Realschulzeit selbstverständlich in einem Kindergarten machen wollte, dieses Mal war es der Pauluskindergarten. Dass ihre Mama auch Erzieherin war, hat die Berufsentscheidung von Jasmin Trefz-Gravili wohl auch ein bisschen beeinflusst.Denn Anwältin oder Erzieherin waren damals die Berufs-Alternativen für die Schülerin, aber schnell war klar, die Erzieherin machte das Rennen, „die Arbeit mit Kindern ist eine sinnvolle und bereichernde Tätigkeit und Jungschararbeit, Kinderturnen und Mitwirkung bei der Kinderbibelwoche waren für sie weitere Schritte in diese Richtung“. Es folgte eine vierjährige Ausbildung und dann die erste Anstellung. Jasmin Trefz-Gravili schmunzelt, „im Pauluskindergarten, wo ich auch meine Praktika absolviert habe“. Vier Jahre leitete sie dort eine Kleingruppe, dann folgte eine Station in Heilbronn, „für mich war die Arbeit im Kindergarten in Heilbronn eine große Bereicherung. Dort war die Partizipation der Kinder eine Maxime und die Kinder haben gelernt, dass sie in Entscheidungen mit eingebunden werden, was zu sagen haben, ihre Meinung ernstgenommen wird und dass sie lernen, Verantwortung zu übernehmen, für Konflikte Lösungen zu finden“. Diese Haltung zu pflegen ist bis heute Jasmin Trefz-Gravili grundlegend wichtig. Der Kindergarten Karlstrasse war ihre nächste berufliche Station, „ein tolles wieder Ankommen in Lauffen“, und ab 2016 hatte sie dort die Leitung und absolvierte berufsbegleitend in Koblenz ein Studium „Bildungs- und Sozialmanagement der frühen Kindheit“ und erwarb die Qualifikation der Staatlich anerkannten Sozialpädagogin.  Urlaub und Freizeit hieß da für sie lernen, aber „ich brauche die Herausforderung und wenn man etwas gerne macht, kann man viel erreichen“.

 

Ihre neue Aufgabe im Lauffener Rathaus, Belegungspläne erstellen, Personalentscheidungen zu treffen, Planungsprozesse und pädagogische Impulse in Einrichtungen anzustoßen und zu begleiten, Ansprechpartner für Eltern und Erzieher zu sein, neue Ideen einzubringen und die Vernetzung mit verschiedenen Stellen zu pflegen, das alles ist jetzt Jasmin Trefz-Gravilis neue Herausforderung. 99 Krippenkinder und 453 Kindergartenkinder gilt es zu bilden, zu begleiten und zu betreuen: „wir tun was wir können, arbeiten mit Hochdruck daran, aber nicht immer kann man alle Wünsche erfüllen. Wir haben alle das gleiche Ziel, das Bestmöglichste für die Kinder zu erreichen. Mehr Plätze und mehr Personal ist unser Ziel“.

Was Jasmin Trefz-Gravili ärgert, ist die mangelnde Wertschätzung ihres Berufsstandes in Politik und Gesellschaft. Denn „Erzieherinnen und Erzieher machen ihren Beruf mit viel Herzblut und hoher Kompetenz, dabei haben  sie das Wohl der Kinder immer im Auge und das Ziel, jedes Kind gemäß seiner Anlagen und Fähigkeiten optimal zu fördern und für den weiteren Lebensweg vorzubereiten. Dies ist eine Arbeit, die einen oft auch nach Dienstschluss noch beschäftigt.“

 

Text und Foto: Ulrike Kieser-Hess