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Virtueller Lauffener Bote

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Aktuelle Nachrichten | Kast, Ingrid | 26.05.2021

Auch das Bürgerbüro ist seit 14 Monaten fest im Griff der Pandemie

 

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Von Beginn der Pandemie im letzten Frühjahr an stand das Team des Lauffener Bürgerbüros stets an der vordersten Front. Mit rund 16.000 Kundenkontakten pro Jahr gehören die Mitarbeitenden des Bürgerbüros zweifellos in eine ähnliche Kategorie wie Kassiererinnen oder Polizeibeamte. Und wie sie war auch das Bürgerbüro immer für Notfälle erreichbar; letzten Sommer sogar in allen Bereichen regulär geöffnet.

Pandemiebewältigung als neues Hauptaufgabengebiet

 

Seit Beginn der Pandemie galt es in der Abteilung Ordnungsamt und Ortspolizeibehörde das gesellschaftliche Leben neu zu organisieren, sich die permanent ändernden Regelungen aus den Verordnungen von Land, Landkreis und Bund tagesaktuell anzueignen, Auskünfte zu erteilen und die Einhaltung der Vorgaben zu überwachen. Hinzu kam zusätzlich auch noch die Übernahme von Aufgaben zur Entlastung der Gesundheitsämter, wie etwa das Ausstellen von Quarantäneanordnungen, die Quarantäne-Überwachung und die Entlassung aus der Quarantäne. (Wir berichteten ausführlich in der letzten Ausgabe des Boten).

 

Handlungsfähig bleiben!

Zum anderen sahen sich Leitung und Mitarbeitende vor die Aufgabe gestellt, eine Regelung zu finden, unter der sie so viele Bürgerdienste wie möglich anbieten konnten und es gleichzeitig schaffen mussten, dass die Einsatzfähigkeit des Teams unter allen noch so widrigen Umständen erhalten blieb. Denn im Gegensatz zu einem geschlossenen Lebensmittelmarkt oder einer geschlossenen Arztpraxis, wo die Kunden oder Patienten eben zu einem anderen gehen, ist dies bei einer Kommunalverwaltung nicht möglich. Wenn das Bürgerbüro – etwa aufgrund einer Corona-Infektion im Team – in Quarantäne geschickt und daher geschlossen werden muss, stehen die Bürgerdienste in Lauffen a.N. komplett still. Keine Geburt, keine Wohnsitzanmeldung, kein Reisepass-Antrag und keine Sterbeurkunde kann in dem Fall mehr ausgestellt werden. Dies galt es unter allen Umständen zu verhindern; die Maxime musste daher lauten: Handlungsfähig bleiben!

 

Mit Luftreinigern und Terminvereinbarung gut durch die zweite Welle

Bereits frühzeitig war es Bürgerbüro-Leiterin Bettina Keßler klar, dass ein annähernd normaler Kundenbetrieb in den Herbst- und Wintermonaten im Großraumbüro des BBL nicht alleine mit normalem Lüften zu bewältigen war. Daher schaffte die Stadtverwaltung bereits Anfang September mehrere Luftreiniger an, die es den Mitarbeitenden ermöglichten, die Kunden ohne Dauerluftzug und bei normalen Raumtemperaturen in den Herbst- und Wintermonaten in den Bürgerbüro-Räumen zu bedienen. Die mit dem Lockdown im Dezember eingeführte Terminvergabe-Regelung ermöglichte zudem eine effiziente Steuerung der Kundenströme, so dass die Aufenthaltsdauer verkürzt werden konnte und trotz weniger Kunden gleichzeitig alle Anliegen zeitnah und umfassend bearbeitet werden konnten. So konnte nicht nur die Ansteckungsgefahr zwischen Kund:innen und Mitarbeitenden verringert werden, sondern auch die Ansteckungsgefahr zwischen verschiedenen Kund:innen.

 

Die Ausbreitung der britischen Virusmutation und die dritte Welle

Trotz beginnender Erfolge in der Pandemiebekämpfung mit dem Start der Impfkampagne Anfang des Jahres verschärften sich die Bedingungen für das Team des Bürgerbüros ab April 2021 nochmals erheblich: Das Robert-Koch-Institut (RKI) und das Gesundheitsamt Heilbronn verschärfte seine Quarantäne-Regelungen für Großraumbüros wie das Bürgerbüro Mitte April erheblich – und zwar aufgrund der flächendeckenden Ausbreitung der britischen Virusmutation, die Mitte April 2021 zu 90 % den ursprünglichen Wildtyp des Corona-Virus verdrängt hatte. Nun war es für die BBL-Mitarbeitenden nicht mehr genug, durchgängig FFP2-Masken zu tragen, Abstand zu halten und für Luftaustausch zu sorgen: nun würden trotz all dieser Maßnahmen bei einem Corona-Fall im Team oder bei Kontakt mit einer oder einem infizierten Kund:in alle Mitarbeitenden in Quarantäne geschickt werden. Es würde also das Worst-Case-Szenario eintreten und das Bürgerbüro müsste mindestens zwei Wochen komplett geschlossen werden.

 Servicezelt vor dem Bürgerbüro

Bildunterschrift: Servicezelt vor dem Bürgerbüro

 

Um dies zu verhindern, gab es nur zwei Möglichkeiten: Entweder die Mannschaft in zwei reduzierte, aber funktionsfähige Teams aufzuteilen – mit einem Team vor Ort und einem Team im Homeoffice. Oder alle Mitarbeitenden zu impfen. Leider waren Mitarbeitende der Kommunen – etwa im Gegensatz zu Mitarbeitenden in Ministerien, Regierungspräsidien oder in Lebensmittelmärkten – aber immer noch nicht impfberechtigt. Somit war die Impfung keine Option. Also war nur ein Betrieb mit halbiertem Team vor Ort möglich.

Doch die Ausbreitung der Virusmutation führte nicht nur zu einer Verschärfung der Quarantäne-Regelungen. Da das mutierte Virus erheblich ansteckender als der Wildtyp ist, veränderte dies auch die Vorgaben für das Lüften und die Aufenthaltsdauer in Innenräumen: Laut RKI ist nun eine Gesundheitsgefährdung für Personen in Großraumbüros bereits ab 10 Minuten Aufenthaltsdauer eines Infizierten sehr wahrscheinlich. Hinzu kommt, dass ein kompletter Luftaustausch alle 10 Minuten zu gewährleisten ist: Das ist weder mit den Luftreinigern (Luftaustausch alle 30 Minuten) noch mit Dauerlüftung zu schaffen.

Dies ließ der Leitung nur eine Handlungsmöglichkeit offen: Bürger:innen und Mitarbeitende konnten nur sicher vor einer Ansteckung geschützt werden, wenn sie sich nicht in den Innenräumen aufhielten. Daher wurde ab 19. April das Bürgerbüro für den Publikumsverkehr geschlossen und das Servicezelt und -fenster eingerichtet, wo immer für ausreichend Belüftung gesorgt ist.

 

Impffortschritte ermöglichen ab Mitte Juni Präsenz für alle Mitarbeitenden

Erfreulicherweise hat die Mehrzahl der Bürgerbüro-Mitarbeitenden – aufgrund unterschiedlicher Lebensumstände (Vorerkrankungen, Lebensalter, Tätigkeit als Wahlhelfer etc.) – bis Ende Mai Anspruch und Möglichkeit für eine erste Impfung, so dass ab Mitte Juni zumindest die Hälfte der Mitarbeitenden geimpft sein wird. Zu diesem Zeitpunkt ist es möglich, die Aufteilung in zwei Teams wieder aufzuheben, was auch umgehend geplant ist. Denn für die halbierten Teams war die jeweilige Präsenzwoche ein unheimlicher Kraftakt. Daher freut sich das Team sehr, dass ab 14.6. wieder alle Mitarbeitenden gleichzeitig im Bürgerbüro präsent sein können, um sich um die Anliegen der Bürger:innen zu kümmern. Zumindest so lange keine Infektion auftritt: Dann gehen die Ungeimpfen nämlich in Quarantäne und die Geimpften müssen den Betrieb aufrecht erhalten. Erfreulicherweise werden aber Stück für Stück immer mehr Mitarbeitende zu dem immunen Team gehören. Vollständig immunisiert wird die BBL-Mannschaft voraussichtlich dann Ende Juli sein.

 

Ausblick: Großbaustelle Bahnhofs-Aufzüge direkt vor dem BBL

Außer durch die Corona-Pandemie wird die Arbeit des Bürgerbüro-Teams in diesem Jahr noch durch einen weiteren Störfaktor erheblich belastet: durch die Großbaustelle der Bahnhofs-Aufzüge. Während die Baustelle für den ersten Abschnitt in den letzten Monaten immerhin noch etwa 50 Meter von den Räumen des BBL entfernt lokalisiert war, wird der zweite Bauabschnitt direkt vor den Fenstern des Bürgerbüros stattfinden. Dies bedeutet eine ganz erhebliche Lärmbelästigung für die Mitarbeitenden und die Kund:innen des Bürgerbüros – vor Ort und am Telefon. Obwohl sich alle Mitarbeitenden nach den turbulenten und fordernden Zeiten der Pandemie nichts sehnlicher als Alltag und Normalität wünschen, wird dies aufgrund der Baustellensituation mit der damit einhergehenden zu erwartenden enormen Lärmbelästigung wohl weiter auf sich warten lassen. Die lärmintensivsten Arbeiten sind für den Monat Juli angekündigt und werden auch im August und September noch weiter andauern.

Dies bedeutet, dass ab Anfang Juli das Servicezelt abgebaut werden wird, und die Kund:innen – zumindest für Kurztermine – wieder in den Räumlichkeiten des Bürgerbüros bedient werden sollen. Die Hoffnung ruht dabei auf weiter sinkenden Inzidenzen, die das pandemische Risiko – trotz eingeschränkter Lüftungsmöglichkeiten aufgrund der Baustelle – überschaubar halten.

 

Geduld, Gesundheit und Zuversicht

Die Pandemie hat uns allen viel abverlangt. Den Kund:innen des BBL etwa erstmals einen Besuch im Bürgerbüro nur nach vorheriger Terminvereinbarung, eingeschränkte Öffnungszeiten und in den letzten Wochen sogar zeitweise einige Tage Wartezeit auf einen Termin. Den Mitarbeitenden des Bürgerbüros mit der Pandemiebekämpfung ein komplett neues Arbeitsfeld mit vielen neuen Aufgaben, mit gefühlt sich täglich ändernden Verordnungen und zum Teil zahllosen Überstunden. Hinzu kamen einerseits gestiegene Erwartungen eines Teils der Bürgerschaft, was die Regelüberwachung anbelangt, und andererseits oftmals strammer Gegenwind, wenn tatsächlich Regelbrecher zur Verantwortung gezogen werden mussten. 

Das gesamte Bürgerbüro-Team freut sich daher schon heute darauf, sich statt der Pandemie-Bekämpfung wieder anderen Themen widmen zu können und Ihnen hoffentlich bald wieder den gewohnten Service bieten zu können. Bis dahin geben wir unser Bestes, um Ihre Gesundheit zu schützen und unser Gemeinwesen intakt zu halten. Bleiben Sie zuversichtlich!

 

Aktuelle Pandemie-Regelung im Bürgerbüro

Das Bürgerbüro (BBL) bleibt vorerst für den Publikumsverkehr in den Innenräumen geschlossen.

So kümmern wir uns möglichst kontaktarm um Ihre Anliegen:

Gerne erledigen wir für Sie alle Anliegen, die ohne persönliches Erscheinen vor Ort möglich sind. Dafür stehen Ihnen folgende Wege zur Verfügung:

Telefon: 07133 / 20 77-0

E-Mail: buergerbuero@lauffen-a-n.de

Schriftlich: per Einwurf in den grünen städtischen Briefkasten vor dem Bürgerbüro

Online: www.service-bw.de

 

Sollte für ein Anliegen ein persönliches Erscheinen unbedingt erforderlich sein (z. B. um eine Unterschrift zu leisten), nutzen Sie bitte unser

Servicefenster vor dem Bürgerbüro (Bahnhofsvorplatz).

Dafür vereinbaren Sie bitte telefonisch einen Termin (unter 07133/20770).

Eine Zahlung mit der EC-Karte ist möglich. Bitte tragen Sie am Servicefenster mindestens einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz.

 

Das Bürgerbüro ist aktuell zu folgenden Zeiten zu erreichen:

Öffnungszeiten Bürgerbüro im Mai/Juni 2021:

Mo – Fr: 9 – 15 Uhr

Sa: 9 - 13 Uhr

Da wir aller Voraussicht nach ab 14.6. wieder in voller Teamstärke für Sie präsent sein können, bitten wir Sie herzlich darum zu prüfen, ob Sie Ihr Anliegen bis Mitte Juni aufschieben können. Vielen Dank!