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Aktuelle Nachrichten | Rutz, Gerald | 06.07.2021

Es sind oft die kleinen Dinge, die berühren

Seit 2018 ist Gerald Rutz bei der Stadt Lauffen zuständig für Integration

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Zwölf Lauffener

 

Auch im Jahr 2021 stellt der Lauffener Bote jeden Monat jeweils Menschen vor, die in Lauffen a.N. aktiv sind. Dieses Jahr geht es um Personen, die sich mit ihrer Arbeit, ihrem Einsatz, ihrem Engagement  und ihrer Kreativität für Lauffen und seine Bürgerinnen und Bürger einsetzen.Ulrike Kieser-Hess führt hierzu zwölf Interviews. Lesen Sie in diesem Boten das siebte Porträt des Jahres 2021.

 

12 Lauffener Rutz

„Integration beschreibt einen dynamischen, lange andauernden und sehr differenzierten Prozess des Zusammenfügens und Zusammenwachsen.“ So kann man das in Wikipedia nachlesen. Diesen Prozess des Zusammenwachsens zu gestalten, zu fördern und zu begleiten, dafür ist bei der Stadt Lauffen Gerald Rutz zuständig. Ein „großes Themengebiet“ hat er da zu bewältigen, „ohne die Hilfe der sehr engagierten Ehrenamtlichen vom Arbeitskreis Asyl wäre das nicht zu schaffen“.

 

Das Hauptaugenmerk der Tätigkeit von Gerald Rutz, der seinen Platz im Büro Bürgermeister hat, ist die Unterbringung der Geflüchteten, die in Lauffen angekommen sind. Jede Kommune im Landkreis ist verpflichteteine gewisse Anzahl von Asylsuchenden aufzunehmen. Nicht nur inLauffen gestaltet sich das schwierig,„wie man weiß, ist der Wohnungsmarkt ziemlich überhitzt“, so Gerald Rutz. „Um Asylbewerber unterzubringen muss die Stadt auf alle ihr zu Verfügung stehenden Möglichkeiten zurückgreifen, von Wohnungen die der Stadt gehören oder von ihr angemietet werden, bis zur Containerlösung in der Bahnhofstrasse. Ich freue mich für jeden, der selbereine Wohnung findet“.

 

Aus Gambia, Nigeria, dem Irak und Sri Lanka, aus Syrien, Afghanistan,Togo oder aus Tschetschenien kommen die neuen Mitbürger und, so der Lauffener Integrationsbeauftragte, „ihnen gilt es in allen Lebenslagen zu helfen“. Eine Integrationsmanagerin des Landratsamtes steht ihm dafür mit zur Seite.

 

Besondere Erlebnisse mit den Geflüchteten gehen Gerald Rutz schon nahe, „es gibt viele schwierige Verhandlungen und Gespräche, manchmal braucht es viel Fingerspitzengefühl, denn es treffen ja verschiedene Lebensformen und Lebensentwürfe, verschiedene kulturelle und religiöse Prägungen zusammen“. Aber er weiß auch immer wieder Positives zu berichten, zum Beispiel von dem Syrer, der zu Beginn der Maskenpflicht Masken für die Feuerwehr genäht hat um „etwas zurückzugeben von dem Guten, das er bei uns erfahren hat“.

 

„Oft sind es die kleinen menschlichen Dinge“, die die Integrationsarbeit bestimmen, weiß er, „aber jeder noch so kleine Fortschritt freut alle Beteiligten“. Auf die Menschen zugehen, ihnen zuhören, ihnen vermitteln, dass man sie akzeptiert, das alles sind für den Integrationsbeauftragten die besten Möglichkeiten das Zusammenwachsen zu erleichtern. „Man muss schon schauen, dass es nicht zu viele Konflikte gibt“.

 

Gerald Rutz ist in Reutlingen aufgewachsen und schon während der Schulzeit war das soziale Engagement sein Thema, als Kurssprecher und Mitglied der Schülermitverwaltung. Auf seinem Weg, der ihn 2018 nach Lauffen führte, war ein Studium der Soziologie, Philosophie und Politikwissenschaft in Heidelberg eben so eine Station, wie die Arbeit für verschiedene Politiker im Landtag von Baden-Württemberg oder der Job bei einem privaten Bildungsträger mit Schwerpunkt Arbeit mit Geflüchteten.

 

 

In Lauffen gehört neben der Organisation von Festen auch noch die Digitalisierung zu seinem Aufgabenbereich. Bis 2022 575 kommunale Dienstleistungen online zugänglich zu machen: Das ist das vorgegebene Ziel des Onlinezugangsgesetzes des Bundes, das die Interaktion zwischen Bürgerinnen, Bürgern und Unternehmen mit der Verwaltung in Zukunft deutlich schneller, effizienter und nutzerfreundlicher werden lassen soll. Das papierlose Büro steht ganz oben aufder To-do-Liste von Gerald Rutz. Der elektronische Rechtsverkehr mit Gerichten und onlineBezahlmöglichkeiten für die Lauffener gehören auch dazu.

 

Zum Bücherlesen kommt der Vater von zwei Kindern „leider“ nicht mehr so oft, aber das Hobby Reisen steht immer noch auf seiner Bestenliste. Ein Wunsch des Talheimers, der auf dem Gymnasium Russisch als Leistungskurs hatte: „mal wieder quer durch Russland touren“.