Virtueller Lauffener Bote

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Aktuelle Nachrichten | Kast, Ingrid | 26.07.2021

Besichtigungsfahrt des Gemeinderates

Fahrradtour zu den Großbaustellen - Teil 3: Versorgungssicherheit für Lauffen am Neckar

Teil 1            Generationenquartier Bismarckstraße

Teil 2            Generalsanierung Hölderlin Werkrealschule / Erich-Kästner Schule

Teil 3           Umspannwerk West NHF

Teil 4            Beratungscenter Sparkasse Heilbronn, Brühl

Teil 5            Barrierefreier Bahnhof

 

Am 10. Juli 2021 waren Bürgermeister Waldenberger, 19 Stadträtinnen und Stadträte sowie Amtsleiter der Stadtverwaltung auf Baustellentour um sich über den Stand der aktuellen Großbaustellen zu informieren. Wie bereits im vergangenen Jahr wurden die Ziele mit dem Fahrrad angesteuert. Die Radtour zeigte einen Querschnitt der aktuellen Aufgaben und Maßnahmen zur Weiterentwicklung der städtischen Infrastruktur. Stationen waren das Generationenquartier Bismarckstraße mit Seniorenzentrum, Kindergarten und Betreutem Wohen, das Schulzentrum in der Hölderlinstraße zur Besichtigung der Generalsanierung Werkrealschule/Förderschule, das neue Umspannwerk West der NHF am Posten 47, den Neubau des Beratungscenters der KSK Heilbronn im Brühl und die Baumaßnahmen für die Aufzugsanlagen am Bahnhof.

Der Lauffener Bote berichtet in einer Sommerserie über die einzelnen Stationen der Fahrradtour.

 

Dritte Station, war das Umspannwerk der Netzgesellschaft Heilbronn Franken:

 

Blickt man auf das Jahr 2019 zurück, kommt einem als Erstes die Bundesgartenschau Heilbronn in den Sinn. Es liegt in der Natur des Menschen, dass man sich an  Positives besser erinnert als an Lästiges. Das Jahr 2019 war in Lauffen durch eine Baustelle geprägt, die sich durch die ganze Stadt quälte. Von der Heilbronner Straße aus verbuddelte die Netzgesellschaft Heilbronn Franken durch das ganze Städtle, die Kiesstraße und die Straße Am Brühl hindurch zwei 110 KV-Hochspannungsstrom-leitungen, jeweils mit einem Durchmesser von 8 cm. Unter dem Neckar konnte man natürlich nicht graben, da war eine Spühlbohrung erforderlich, die mehrere Monate in Anspruch nahm und auf dem Kiesplatz endete.

 

14 Millionen Euro verschlingt die Umstellung der zentralen Strom-Versorgungsleitung der NHF von 60 auf 110 KV in Lauffen, die im neuen Umspannwerk am Posten 47 endet. Schon im Jahr 2020 war der Gemeinderat bei seiner Besichtigungsfahrt vor Ort, die Baumaßnahme hatte gerade begonnen. Jetzt konnte das Ergebnis in Augenschein genommen werden. Ein wenig Stolz schwang mit, als der Chef der NHF, Harald Endreß, die StadträtInnen vor dem 13 Meter hohen Gebäude begrüßte. Die Umstellung des Hochspannungsnetzes im Versorgungsgebiet  ist mit dieser Maßnahme abgeschlossen, sein Unternehmen damit auf die Anforderungen der Energiewende vorbereitet.

 

Foto: Waldenberger

Foto: Klaus-Peter Waldenberger

 

Gemeinderat und Stadtverwaltung hatten mit Blick auf die Größe der Anlage eine ansprechende Gestaltung und spätere Eingrünung des Umspannwerkes gefordert. Dass ersteres gelungen ist, bestätigten ihm Bürgermeister und die StadtvertreterInnen. Außerordentlich eindrucksvoll war auch die Besichtigung des Innenlebens. Ausgehend von den beiden 110 KV-Leitungen erfolgt im Innern des Gebäudes die Transformation über riesige Trafos  auf Mittelspannung (10 KV) und schließlich die Niederspannung (zwischen 400 und 230 Volt) für die Versorgung der Haushalte. Damit die dabei entstehende Wärme nach Oben entweichen kann und eine Kühlung entbehrlich ist, stellt die Konstruktion letztlich eine Kaminfunktion zur Verfügung – darin liegt auch die Begründung für die respektable Höhe des Gebäudes.

 

Versorgungseinrichtung Lauffen a.N. Besichtigungsfahrt

 

Gesteuert wird die Anlage aus der Zentrale in Heilbronn, dennoch ist natürlich  eine direkte Steuerung im Lauffener Umspannwerk möglich. Es war ein sonniger Samstagnachmittag und ganz besonders neugierig war die Rathaustruppe auf den Stromverbrauch im gesamten Stadtgebiet und die Antwort auf die Frage, wie viel Strom ganz aktuell, am 10. Juli 2021 um 15.27 Uhr von Heilbronn aus über die beiden mächtigen im Jahr 2019 verlegten 110 KV-Hochspannungsleitungen geliefert wird. Die Antwort lautete: 0 KW

 Photovoltaik NFH Versorgungssicherheit für Lauffen a.N.

Zum Zeitpunkt des Besuchs wurde der komplette Strombedarf der Haushalte und Betriebe unserer 12.000 – Einwohner-Stadt durch Photovoltaikanlagen und Anlagen der Kraft-Wärme-Koppelung erzeugt, zeitweise erfolgte sogar eine Einspeisung ins Versorgungsnetz der NHF. Dazu kommt noch das Wasserkraftwerk an der Lauffener Schleuse, das in der Jahressumme 8.000 Haushalte versorgen kann aber nicht über das Umspannwerk am Posten 47 geschaltet ist.

 

Ein eindrucksvolles Szenario: 14 Millionen Euro für eine Leitung, die gar keinen Strom führt !? Eine Woche später traf sich der Gemeinderat zur Klausurtagung – Thema war das neue Wohngebiet Seugen 2, 2. Bauabschnitt. Dort werden einmal als Heizungen Luft-Wärmepumpen dominieren, vor den Häusern Elektroautos stehen, auch im gesamten Stadtgebiet.  Wie das Szenario im neuen Lauffener Umspannwerk  am Posten 47 an einem nebligen, windstillen Novembertag bei – 10 Grad Außentemperatur aussieht, kann man erahnen. Genau darauf ist man nun vorbereitet. Auf Entkarbonisierung und elektrische Mobilität, auf die Versorgungssicherheit für Lauffen am Neckar.