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Aktuelle Nachrichten | Kast, Ingrid | 02.08.2021

Nachhaltig helfen wo immer es geht

Simone Bleher berät in Lauffen Menschen in wirtschaftlich brisanten Lebenskrisen im Auftrag der Diakonie

 

Logo 12 Lauffener

 

 

Zwölf Lauffener

 

Auch im Jahr 2021 stellt der Lauffener Bote jeden Monat jeweils Menschen vor, die in Lauffen a.N. aktiv sind. Dieses Jahr geht es um Personen, die sich mit ihrer Arbeit, ihrem Einsatz, ihrem Engagement  und ihrer Kreativität für Lauffen und seine Bürgerinnen und Bürger einsetzen.Ulrike Kieser-Hess führt hierzu zwölf Interviews. Lesen Sie in diesem Boten das achte Porträt des Jahres 2021.

 

12 Lauffener:  Simone Bleher 

 

Wenn Simone Bleher ein Lebensmotto formulieren müsste, käme sie wohl ganz schnell darauf: „wichtig ist, dass man weiß, was man gerne macht und dann versucht es im Beruf und privat umzusetzen“. Für die 1979 in Eppingen-Elsenz geborene Simone Bleher ist das vor allem die soziale Komponente. „Schon in der Schule und im kirchlichen Bereich war ich sozial engagiert, wollte gerne mit Menschen und für Menschen etwas tun“. Das hat wohl auch den Ausschlag gegeben, dass sie statt eines Chemiestudiums die Sozialpädagogik gewählt hat.

 

Wer sie kennenlernt merkt, dass das genau die richtige Entscheidung war, denn Simone Bleher, die seit 2016 zur Außensprechstunde der Diakonie alle zwei Wochen im Lauffener Familienzentrum Senfkorn Menschen in schwierigen Lebenssituationen mit Rat und Tat zur Seite steht, macht das aus vollem Herzen, kompetent, engagiert hilfsbereit und zupackend. Die Stationen bis dahin umfassten ein soziales Jahr in einer Mädchen-Gruppe, ein Duales Studium der Sozialpädagogik, die Arbeit beim Jugendamt im Hohelohekreis, die den Kinderschutz und Hilfe für Familien als Schwerpunkt hatte, sowie die Leitung von Pekip-Kursen während ihrer Elternzeit. „Obwohl besonders in dieser Zeit, als meine beiden Töchter klein waren, mein Schwerpunkt ganz klar Kinder und Familie hieß, wollte ich den beruflichen Anschluss nicht verlieren“ und so kam 2016 die mit 30 Prozent ausgeschriebene Stelle in der Sozialberatung beim Kreisdiakonieverband wie gerufen. Aufgeteilt wird die Stelle in 25 % für den Kirchenbezirk Heilbronn und 5% im Auftrag vom Kirchenbezirk Besigheim für Lauffen und Neckarwestheim Das Angebot, das bei Familien mit Kindern über drei Jahre greift, umfasst Beratung und Begleitung bei finanziellen oder wirtschaftlichen Problemen in besonderen Lebenskrisen bei existenzieller Not. Ebenso wird beim Kontakt mit Behörden, durch Informationen über Leistungsansprüche, Prüfung der Bescheide unterstützt.

Hilfe bei der Gestaltung von Widersprüchen kann ebenso erforderlich sein wie die Vermittlung an andere Fachdienste. „Wir sieben Mitarbeiterinnen sind ein super gutes Team und helfen wo immer es geht“. Das Beratungsteam setzt sich aus fünf Mitarbeiterinnen in der Schwangerenberatung und zwei Mitarbeiterinnen in der Sozialberatung zusammen.

Es gibt viel Not, die es zu lindern gilt, das weiß Simone Bleher aus ihrer Berufspraxis. Manchmal hilft ein Tafel-Gutschein, manchmal greift Hilfe beim Weg durch den Behördendschungel, manchmal braucht es Hilfe beim Überwinden von Sprachbarrieren.

„Bezahlbarer Wohnraum, den es kaum mehr gibt, das ist momentan eines der Themen, die uns am meisten Kummer bereiten“, berichtet die Diplom Sozialpädagogin, für die das Gleichbehandlungsprinzip, die Transparenz und Wertschätzung zu den unabdingbaren Voraussetzungen für ihre Aufgabe gehört. Spannend ist es für sie Menschen zu begegnen und „immer wieder bin ich beeindruckt, was viele Menschen in ihrem Leben schon geschafft haben, trotz oft widriger Umstände“. Dass sie oft auch Dankbarkeit erfährt, freut sie besonders.

 

Auch wenn die Lebenssituationen dann, wenn Menschen zu Simone Bleher kommen, zumindest wirtschaftlich gesehen oft katastrophal sind „haben viele den Lebensmut nicht verloren, jammern nicht, sondern suchen trotz Problemen wie Scheidung, Arbeitslosigkeit, oder Krankheit nach einer guten, praktikablen Lösung“. Dabei zu helfen, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten, Wege aufzuzeigen, das ist Aufgabe des ganzen Diakonie-Beratungs-Teams. „Wir wollen, dass die Rat- und Hilfesuchenden Selbstverantwortung übernehmen und versuchen ihre Situation nachhaltig zu verändern. Die Verantwortung hierfür liegt bei den Familien“. „Es ist vorrangig nicht mein Job kurzfristig Löcher zu stopfen, obwohl das schon auch sein muss, wenn zum Beispiel der Strom abgestellt wird, die Waschmaschine kaputt geht und Wäsche von vier Kindern sich stapelt“, so die Pädagogin. In ihrer Freizeit hat Simone Bleher außer dem Singen im Chor und der Liebe zur Natur noch ein Hobby für sich und ihre ältere Tochter entdeckt, das ihnen beiden viel Freude macht, „wir lernen gemeinsam Klavierspielen“. 

 

Text und Foto: Ulrike Kieser-Hess