Virtueller Lauffener Bote

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Aktuelle Nachrichten | Kast, Ingrid | 15.08.2021

Baustellentour des Gemeinderats

Fahrradtour zu aktuellen Großbaustellen – Teil 5 Barrierefreier Bahnhof

Teil 1            Generationenquartier Bismarckstraße

Teil 2             Generalsanierung Hölderlin Werkrealschule / Erich-Kästner Schule

Teil 3             Umspannwerk West NHF

Teil 4             Beratungscenter Sparkasse Heilbronn, Brühl

Teil 5            Barrierefreier Bahnhof

 

Am 10. Juli 2021 waren Bürgermeister Waldenberger, 19 Stadträtinnen und Stadträte sowie Amtsleiter der Stadtverwaltung auf Baustellentour um sich über den Stand der aktuellen Großbaustellen zu informieren. Wie bereits im vergangenen Jahr wurden die Ziele mit dem Fahrrad angesteuert. Die Radtour zeigte einen Querschnitt der aktuellen Aufgaben und Maßnahmen zur Weiterentwicklung der städtischen Infrastruktur. Stationen waren das Generationenquartier Bismarckstraße mit Seniorenzentrum, Kindergarten und Betreutem Wohen, das Schulzentrum in der Hölderlinstraße zur Besichtigung der Generalsanierung Werkrealschule/Förderschule, das neue Umspannwerk West der NHF am Posten 47, den Neubau des Beratungscenters der KSK Heilbronn im Brühl und die Baumaßnahmen für die Aufzugsanlagen am Bahnhof.

Der Lauffener Bote berichtete in einer Sommerserie über die einzelnen Stationen der Fahrradtour. Lesen Sie heute die letzte Station, Barrierefreier Bahnhof.

 

Barrierefreier Bahnhof Fotos: Helge Spieth Bildunterschrift: Mit diesem Bohrgerät werden die Pfähle für den Baugrubenverbau gebohrt.

 

Im Rahmen der Besichtigungsfahrt am 10.07.2021 wurde durch den Gemeinderat auch die Baustelle der Bahnhofsaufzüge angesteuert. Hierbei handelt es sich um eine extrem aufwändige und komplizierte Baumaßnahme, die als gewissermaßen chirurgischer Eingriff im laufenden Bahnbetrieb auf den sehr beengten Platzverhältnissen der Bahnsteige stattfindet. Zur Gewährleistung der Sicherheit der Bauarbeiter und Bahnreisenden wird die Baustelle kontinuierlich von einem erfahrenden Bauüberwacher begleitet und ständig mit dem Zugverkehr abgestimmt.

Barrierefreier Bahnhof Fotos: Helge Spieth

Bildunterschrift: Unbekannte Kabel queren die Baugrube.

 

So können auch die erforderlichen Sperrpausen eingerichtet werden, die bei manchen Arbeiten auf dem Bahnsteig unabdingbar sind. Sicherungsposten und aufwändige Umbauten für die Abschaltung der Oberleitungen sind ein weitere Notwendigkeiten, die zur Komplexität des ca. drei Mio Euro teuren Vorhabens beitragen, das von der Bahn für die Stadt abgewickelt wird. Anzumerken ist, dass sich die Bahn nicht (!) an der Finanzierung der Maßnahme beteiligt, sondern das Land Baden-Württemberg rund 1,19 Millionen Euro mit Fördermitteln nach dem  Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz für den barrierefreien Ausbau des Bahnhofsareals zur Verfügung stellt, davon rund 1,1 Millionen Euro für die Aufzugsanlagen. Der Landkreis Heilbronn beteiligte sich mit voraussichtlich 655 tE, die Stadt Lauffen am Neckar trägt die restlichen Kosten.

 Barrierefreier Bahnhof Fotos: Helge Spieth

Bildunterschrift: Hergestellte Baugrube für den Aufzug am Mittelbahnsteig.

 

 

Während am Mittelbahnsteig die Rohbauarbeiten für den Aufzugskern bereits vor einigen Wochen abgeschlossen werden konnten, sind am Hausbahnsteig die erforderlichen Pfahlbohrungen für die Herstellung des Baugrubenverbaus gerade erst erledigt. Damit anschließend die bis zu 5 m tiefe Baugrube ausgehoben werden kann, müssen zur Rückverankerung der Baugrubensicherung noch Erdnägelbohrungen unter das Gebäude Bahnhofstraße 54 eingebracht werden.

 

 

Barrierefreier Bahnhof Fotos: Helge Spieth

Bildunterschrift: Der fertiggestellte Aufzugskern am Mittelbahnsteig im Rohbau.

 

Im Vorfeld der Bohrungen musste eine Kampfmittelerkundung durchgeführt werden, da der Bahnhof im Krieg stark bombardiert worden ist. Unglücklicherweise wurden bei den Vorsondierungen nicht verzeichnete Kabel der Bahn und Betonüberstände im Fundamentbereich der Gebäude gefunden, die den Start der Pfahlbohrungen verzögert haben. Wegen der Arbeiten mit dem schweren Spezialbohrgerät unmittelbar neben den Fenstern des BBL, die ein vernünftiges Arbeiten dort unmöglich machen, wurde hier eine besondere Regelung zur Öffnungszeit gefunden und mit der Bohrfirma die Verschiebung der Arbeit auf die Nachmittagsstunden vereinbart. Diese Regelung soll auch die weiteren Anwohner und Mieter des Bahnhofsareals zumindest vormittags vom Baulärm während der Bohrphase entlasten. Doch auch am Hausbahnsteig wird mit der Fertigstellung der Baugrube der komplizierte Rohbau des späteren Aufzugsschachtes beginnen, für den einige Monate einzuplanen sind. Die besondere Schwierigkeit ergibt sich hier aus den Eingriffen in das statische System der bestehenden Unterführung, die seitlich für den späteren Zugang zum Aufzug geöffnet werden muss.

 

Barrierefreier Bahnhof Fotos: Helge Spieth

Bildunterschrift: Ein unerwarteter Fundamentüberstand muss abgebohrt werden.

 

Nach Ende der Rohbauarbeiten wird voraussichtlich ab Anfang kommenden Jahres die Maschinentechnik, also die Aufzüge, eingebaut sowie sämtlichen begleitenden Restarbeiten erledigt. Der genaue Fertigstellungstermin steht derzeit nicht exakt fest, die Bahn rechnet aber damit, dass spätestens im Frühsommer die lange gewünschten Aufzüge in Betrieb genommen werden können. Als weitere Bausteine für die barrierefreie Nutzung des Bahnhofs sind im kommenden Jahr der barrierefreie Umbau des Busbahnhofs sowie die Schaffung von Fußgängerüberwegen an der Raiffeisenstraße und der Straße Im Brühl vorgesehen, um das neue Stadtquartier nördlich des Bahndamms besser anzubinden.

 

 

Text und Fotos: Helge Spieth