Virtueller Lauffener Bote

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Aktuelle Nachrichten | Kast, Ingrid | 06.09.2021

Erfolgreich, wenn Mensch und Arbeit zusammenpassen

Pfarrer Friedemann Manz leitet die LebensWerkstatt und spielt Orgel in Lauffen

Logo 12 Lauffener

 

Zwölf Lauffener

 

Auch im Jahr 2021 stellt der Lauffener Bote jeden Monat jeweils Menschen vor, die in Lauffen a.N. aktiv sind. Dieses Jahr geht es um Personen, die sich mit ihrer Arbeit, ihrem Einsatz, ihrem Engagement  und ihrer Kreativität für Lauffen und seine Bürgerinnen und Bürger einsetzen.Ulrike Kieser-Hess führt hierzu zwölf Interviews. Lesen Sie in diesem Boten das neunte Porträt des Jahres 2021.

 12 Lauffener: Friedemann Manz - Foto: Ulrike Kieser-Hess

 

Liebe, Anerkennung, Wertschätzung und Menschenwürde: Worte, die bei einem Gespräch mit Pfarrer Friedemann Manz immer wieder fallen, wenn er von sich selbst und seinem Beruf erzählt. Er ist Geschäftsführender Vorstand der LebensWerkstatt für Menschen mit Behinderung mit Hauptsitz in Heilbronn. Einer der acht Werkstatt-Standorte ist Talheim; in Lauffen steht ein Appartementwohnhaus.

 

Friedemann Manz kann den Part der LebensWerkstatt im Leben der Menschen mit Behinderung ganz klar umreißen: „Wir stellen die Ressourcen zur Verfügung, damit unsere Klienten und Klientinnen eine ihren Fähigkeiten angemessene Arbeit in unseren Werkstätten oder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt finden und/oder in  einem passenden Wohnangebot ein Zuhause erleben. Wir wollen Menschen helfen, ihren Weg zu finden, gehen auf die Bedürfnisse der Einzelnen individuell ein und schaffen eine Umgebung, in der sich jeder Mensch sicher, akzeptiert und wertvoll fühlt“.

 

Friedemann Manz wurde 1968 in Frankfurt geboren. Stuttgart und Konstanz waren weitere Stationen der Familie, bis sie schließlich in den Beilsteiner Teilort Billensbach zogen, wo die Johannes-Kirchengemeinde Heimat wurde. Die Stuttgarter Wilhelma hatte es dem Jungen angetan. Was mit Tieren machen, das war der erste Berufswunsch, der dann nach dem Abitur der Entscheidung Kirchenmusik oder Theologie weichen musste. Die Kirchenmusik blieb Hobby, die Theologie Berufsgrundlage: Manz studierte in Tübingen und Heidelberg und an der Waldenser-Fakultät in Rom und qualifizierte sich weiter mit dem Studium der Diakoniewissenschaft und einer Weiterbildung zum Sozialwirt. Für die junge Familie Manz mit drei kleinen Kindern eröffnete sich 2002 in Ravensburg eine familiengerechte Berufsperspektive. Für Friedemann Manz folgten auf zehn Jahre als Gemeindepfarrer – zu Beginn in Stellenteilung mit seiner Frau Esther - weitere sechs Jahre als Geschäftsführer des Diakonischen Werkes in Ravensburg. 2018 bestimmte wieder eine Stelle im Rahmen der Diakonischen Arbeit einen Umzug: Für Manz ging es beruflich nach Heilbronn und privat nach Lauffen, wo seine Frau eine Pfarrstelle antrat. Über 2000 Menschen bestimmen das Arbeitsfeld von Friedemann Manz. Für 1300 Mitarbeiter mit Behinderung und 600 angestellte Mitarbeiter ist er zuständig, für 400 Plätze in den Wohnangeboten, für Bildungs- und Tagesstruktur-Angebote, als Manager für Finanzen, Personal, Bauten und die konzeptionelle Weiterentwicklung. Wobei der diakonische Blick „erst mal auf den Menschen fällt, was bringt er mit, wo ist eine Teilhabe an der Arbeit möglich“. Schreinerei, Industriemontage, Metall, Garten- und Landschaftspflege und Konfektionierung bieten den Menschen mit Behinderung Arbeitsplätze, „durchaus mit dem Ziel 1. Arbeitsmarkt für die, die dazu in der Lage sind“, so Friedemann Manz. Auf ihren Werkstattrat sind die Mitarbeiter stolz und der Chef freut sich, „so haben wir viel Mitbestimmung, nämlich einen Werkstattrat und einen Betriebsrat“. Auf allen beruflichen Wegen hat es sich die LebensWerkstatt zur Aufgabe gemacht, ihre Mitarbeitenden zu begleiten, sie im Bedarfsfall zu unterstützen, für sie kreativ zu sein, auch ausgefallene Arbeitsmöglichkeiten zu finden. Sie macht das mit „Geduld und Liebe“ und freut sich über gelungene Kooperationen mit Unternehmen und den kommunalen Partnern.

 

Feierabend heißt für Friedemann Manz Musik. Ob als Organist in der Lauffener Regiswindiskirche, zu Hause am Klavier oder in der inklusiven Band der LebensWerkstatt „Better than“, die sich dem Deutschrock verschrieben hat.

 

Text und Foto: Ulrike Kieser-Hess