Virtueller Lauffener Bote

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Aktuelle Nachrichten | Kast, Ingrid | 04.10.2021

Die Wissenschaft hat in Lauffen einen Fanclub

Seit 15 Jahren organisiert und moderiert Wolfgang Hess „Lauffen will es wissen“

Logo 12 Lauffener

 

 

Zwölf Lauffener

 

Auch im Jahr 2021 stellt der Lauffener Bote jeden Monat jeweils Menschen vor, die in Lauffen a.N. aktiv sind. Dieses Jahr geht es um Personen, die sich mit ihrer Arbeit, ihrem Einsatz, ihrem Engagement  und ihrer Kreativität für Lauffen und seine Bürgerinnen und Bürger einsetzen.Ulrike Kieser-Hess führt hierzu zwölf Interviews. Lesen Sie in diesem Boten das 10. Porträt des Jahres 2021.

 

12 Lauffener: Wolfgang Hess  Foto. Ulrike Kieser-Hess

 

 

„Was wir wissen, ist ein Tropfen, was wir nicht wissen, ein Ozean“, diesen Ausspruch von Isaak Newton kannte der junge Wolfgang Hess sicherlich noch nicht, aber die Tropfen zu vermehren und den Ozean zu verkleinern, das war schon immer sein Ziel, lebenslanges Lernen ist dafür die heutige Formel.  „Schon mit fünf Jahren war ich total fasziniert, als mir mein Papa vom Start des Satelliten Sputnik erzählte“. Auf der Erde sitzen und Vorgänge im Weltall verstehen können und dazu noch einen super Physiklehrer zu haben, der eine Astronomie-AG leitete: damit war für Wolfgang Hess klar, worin er sein Taschengeld investierte, nämlich in den Eigenbau eines Fernrohrs.

 

Dass seine studentische Perspektive Maschinenbau, dann allerdings keine weitsichtige Entscheidung war, hat er schon nach einem Tag gemerkt, „ich habe mich dann gleich in Tübingen in der Geographie angemeldet“.

Auslandskorrespondent wie Peter Scholl-Latour oder Wissenschaftsautor wie Heinz Haber den Gründer von „bild des wissenschaft“, zu werden, das waren die beruflichen Traumziele nach dem Studium. Es wurde der Wissenschaftsjournalismus und als Chefredakteur dieser Zeitschrift fühlte er sich 22 Jahre lang „ein bisschen wie Habers Nach-Nachfolger“ resümiert er stolz. „Jahre der Wissenschaft“ war Anfang der 2000-Jahre eine Bewegung, deren Ziel es war die Öffentlichkeit für Wissenschaft zu interessieren. Wolfgang Hess gefiel die Idee Wissen weiterzugeben und da kam ihm die Frage von Bettina Keßler, der heutigen Leiterin des Bürgerbüros, „kann man das nicht auch in Lauffen machen“, sehr recht und nach kurzer Überlegung war „Lauffen will es wissen“ am Start. Neben bild der wissenschaft in Person des Chefredakteurs und der Stadt Lauffen konnte man auch die Firma Schunk, vetreten durch Heinz-Dieter Schunk, mit ins Wissenschaftsvermittlungsboot holen. Hess` Aufgabe bestand nun darin, Wissenschaftler zu finden, die ein interessantes, aktuelles Thema ebenso repräsentieren, wie die Fähigkeit haben, dieses Thema verständlich und unterhaltsam in einem einstündigen Vortrag zu vermitteln. Knapp 50 Mal war das bis heute der Fall. Und all die Male „haben die Lauffener ihr Interesse bekundet, sind gekommen, haben mitdiskutiert, haben sich die Zeit über die Jahre genommen, wie ein richtiger Fanclub, das ist super“.

Jens Reich, ein Biomathematiker, machte im Januar 2006 mit seinem Thema „geklonte Tiere, geklonte Menschen“ den Anfang“. 2021 wird der in Lauffen aufgewachsene Jonas Kuppler, der an der Uni Ulm forscht, den Jahresabschluss zum Thema „Wildbienen und das Bienensterben“ machen. Vorher verreist Lauffen will es wissen noch, denn das erfolgreiche Format, zu dem im Schnitt 200 Interessierte in die Stadthalle kommen, gibt es auch „on tour“, dieses Mal am 9. und 30. Oktober zur Eiszeitkunst auf die Alb.

 

„Eigentlich haben alle Wissenschaftler zugesagt, die ich an gefragt habe, sogar drei Nobelpreisträger waren zu Gast“, berichtet Wolfgang Hess stolz, „vielleicht hat auch die Aussicht auf ein Interview in bild der wissenschaft gelockt“, räumt er heute ein. Nach ihrem Auftritt waren alle von der Lauffener Atmosphäre begeistert. „Die WissenschaftlerInnen haben sich immer für die freundliche und persönliche Aufnahme bedankt, für die umfassende Betreuung. So etwas wären sie aus ihrem Business nicht mehr gewohnt“. Auch im nächsten Jahr wird es Lauffen will es wissen wieder geben, vielleicht mit einem größeren Event zum 50.. Wie lange wird es Lauffen will es wissen mit Vortrag und Talk noch geben? Da schweigt der Moderator. Dass  Wolfgang Hess jetzt nicht mehr berufstätig ist, freut ihn. „Jetzt kann ich meinen Wissensdrang voll ausleben und mich auf der Stelle intensiv, ohne Berusstress mit einer Sache auseinandersetzen“.

 

Text und Foto: Ulrike Kieser-Hess