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Aktuelle Nachrichten | Keßler, Bettina | 19.09.2022

Gemeinsam musizieren mit Können und Freude

Das „Junge Kammerorchester Tauber-Franken“ gastierte mit „Strings meet Tuba“ in der Stadthalle

Das Junge Kammerorchester Tauber-Franken bei "Strings meet Tuba" in der Lauffener Stadthalle am 10.9.2022

Thomas Conrad dirigierte ein virtuos und begeistert aufspielendes Kammerorchester. (Foto: Bettina Keßler)

 

Man nehme: 35 talentierte junge Streicherinnen und Streicher + 1 faszinierenden Solisten + 4 motivierende Dozenten + 1 einfühlsam leitenden Dirigenten und viel Freude am gemeinsamen Musizieren, schon hat man die Mischung für ein beeindruckendes, hochqualifiziertes Konzert zusammen. Bewiesen hat das jetzt in der Lauffener Stadthalle das „Junge Kammerorchester Tauber-Franken“ unter der Leitung von Thomas Conrad mit seinem Programm „Strings meet Tuba“.

 

Dass dafür aber jede Menge Vorarbeit zu leisten ist, damit alles klappt von Mozart bis Atterberg, von den Violinen bis zu den Celli, dafür haben alle zehn Tage ihrer Sommerferien in der Jugendherberge verbracht mit proben, üben, spielen, proben, üben, spielen…. Kaum war mal Zeit für ein Schwätzchen, grillen oder Stockbrot backen.

Von morgens bis abends wurde man im Hause von Tönen umschwirrt, galt es alle auf Stand zu bringen, in Einzel- und Registerproben oder in  Orchesterbesetzung, galt es unterschiedliche Altersgruppen, von 14 bis 27 Jahren und unterschiedliche Leistungsniveaus unter einen musikalischen Hut zu bringen. Die ehrenamtlichen total engagierten Dozenten Andreas Berge und Kirsten-Imke Jensen-Conrad (Violine), Manja Huber (Viola) und

Regine Friederich (Cello) widmeten sich unermüdlich dieser Aufgabe mit dem Erfolg dass, so Thomas Conrad: „ein homogenes harmonisches Ensemble entstanden ist, musikalisch wie menschlich“. Alle waren nach zehn anstrengenden Tagen und drei öffentlichen Konzerten (Geislingen, Tauberbischofsheim und Lauffen) stolz auf das, was da zustande gekommen ist.

 

Das „Junge Kammerorchester Tauber-Franken“ gibt es seit 2016. Ziel des Projektes war und ist es, jungen talentierten Musikern zu ermöglichen musikalisch über den Tellerrand hinaus zu blicken, andere Jugendliche mit der gleichen Leidenschaft für Musik kennenzulernen und das eigene Können unter Beweis zu stellen. Und mit dem „Orchester auf Zeit“ jedes Jahr ein tolles, anspruchsvolles Programm zu stemmen und daraus Motivation für das Kommende zu schöpfen.

 

Wobei das Leitungsteam immer nach Stücken sucht, „die nicht jeder spielt“. Bestes Beispiel war in diesem Jahr die „Sinfonie für Streicher op.53“ von dem schwedischen Komponisten Kurt Magnus Atterberg. Eingestimmt von Mozarts „Streichquartett Nr.3“, bei dem die jungen Musiker bewiesen, wie sauber und fein und mit wie viel Spielfreude man gemeinsam musizieren kann, steuerte man mit dem „Concerto for Tuba and Strings“ von Arild Plau, seinen romantischen Melodien und vor allem dem faszinierenden Tubisten Donath Rehm in der ersten Konzerthälfte auf den „sehr schweren“ Atterberg zu.

Der Tubist Donath Rehm beim Lauffener Konzert mit dem JKO.

Tubist Donath Rehm überzeugte mit seinem einfühlsamen und gleichzeitig kraftvollen Spiel im Dialog mit dem Orchester.

 

Donath Rehm begeisterte mit der perfekten Beherrschung seines Instruments. Keine Höhen und Tiefen, keine Geschwindigkeiten schienen ihm Mühe zu bereiten und beim Zugaben-Tango überraschte er mit einer virtuosen Vielfalt, die spannend war. Auch das Miteinander mit dem Orchester war kein Problem, mit wenigen weichen Handbewegungen des Dirigenten perfekt gesteuert.

 

Und nach der Pause, beim „schweren Atterberg“ zeigte sich eindrucksvoll, dass sich die Probentage absolut gelohnt haben. Dem Publikum wurde ein eher unbekannter Komponist nahegebracht, dessen Werk das Orchester so beschreibt: „die Streichersinfonie erinnert in Ton und Gestik mehr an eine Serenade denn an strenge Kammermusik, jedoch wartet sie mit kammermusikalischen Wirkungen und Kontrasten zwischen langsam und bewegt, mild und heftig, elegische und heiter auf“.

 

Es war ein Genuss, der Interpretation der jungen Musiker zuzuhören, die alle ganz bei der Sache waren und eindrucksvoll gezeigt haben, dass das Spielen des eigenen Instrumentes in einem Orchester, einem musikalischen Miteinander, so richtig Spaß macht. Wenn dann noch ein begeistert applaudierendes Publikum dazu kommt, ist das ein dickes Sahnehäubchen Anerkennung für die bravouröse Leistung.

 

Text & Foto 2: Ulrike Kieser-Hess