Schauspieler Peter Trabner in "Das Leben des Diogenes"

Programmübersicht

Trabner & Roschlau: "Das Leben des Diogenes"

© Valentin Dobrun

Peter Trabner & Ralf Roschlau

Das Leben des Diogenes
- viel zu viel, zu viel - alles für die Tonne

Theater & Vortrag zu den Gedanken antiker Philosophen und aktuellen Fragen wie Klimakrise, Konsumwahn & Co.

 

Sa, 1.4.23, 20 Uhr, Klosterhof Lauffen a. N.

 

Eintritt: 12 €
Eintritt frei: unter 18 Jahren, Schüler, Studierende

 

» Reichtum ist die Kotze des Glücks.« (Peter Trabner)

Der vielfach preisgekrönte TV- und Theaterschauspieler Peter Trabner und der Lauffener Autor und Dozent Ralf Roschlau präsentieren im Lauffener Klosterhof erstmals ihr gemeinsames Programm „Das Leben des Diogenes“.

Peter Trabner ist eine Urgewalt auf der Bühne und ein unfassbares Improvisationstalent. Seine fulminanten Shows sind mitreißend, witzig, klug und sprühen nur so vor Spontaneität. Mit seinem Theaterspektakel "Der Tod des Empedokles" lieferte Trabner 2020 bereits ein packendes Stück zur Klimakrise und machte den Zusammenhang zwischen Konsum und Umweltzerstörung deutlich. Auch seine neue Arbeit "Das Leben des Diogenes" nimmt unsere Konsumgesellschaft kritisch unter die Lupe. Geradezu meisterhaft gelingt Trabner der Spagat zwischen ernsthaften Themen und Unterhaltung durch Selbstironie und entwaffnende Situationskomik.

 

Trabner geriert sich als moderne Reinkarnation von Diogenes von Sinope. Der antike griechische Philosoph vertrat die Meinung, alles Materielle, Streben nach Macht, Geld und bürgerlichem Ansehen hindere den Menschen daran, so zu leben, wie es seiner Natur entspreche, und wahres Glück zu erlangen.

 

Peter Trabner steigt zu Diogenes in die Tonne und philosophiert darüber, was den Menschen in der heutigen, turbokapitalistischen Zeit im Inneren antreibt. Warum wir uns überschüssiger Dinge entledigen, nur um neue anzuhäufen. Warum uns Leasingverträge immer auf dem neuesten Stand der Technik halten, Banken unsere Kredite bündeln, wir aber dennoch die Aufräumexpertin Marie Kondō verehren, weil sie hinterfragt, ob uns unser Pulli noch glücklich macht. Ist das, was Diogenes im alten Griechenland lebte, auch heutzutage noch möglich, also in und mit der Natur zu leben bzw. zu verzichten und sich dem permanenten Druck nach immer mehr Konsum zu entziehen?

 

Dieser Frage geht auch der Bühnenpartner von Peter Trabner, der Lauffener Buchautor und Dozent Ralf Roschlau nach. Er ist der aktuelle „Klimaexperte“ zu Trabners szenischen Interpretationen und liefert die wissenschaftlich-sachliche Ergänzung zum emotionalen Diogenes Trabners, übertragen auf unser heutiges „gutes“ Leben. In seiner sachlichen Herangehensweise an Diogenes zeigt er, dass alle Ereignisse, mit deren Folgen wir derzeit umgehen müssen, der Preis für unser gutes Leben in der reichen Welt des weitgehend unbegrenzten Konsums sind. Indem er der Frage nachgeht, worauf es im (heutigen) Leben wirklich ankommt, gibt er dem Publikum Impulse zur Selbstreflexion mit auf den Weg.

 

Gefühl und Vernunft

Während Trabners Diogenes die emotionalen Saiten des Publikums anschlägt, zielt die Herangehensweise Roschlaus auf die Ratio, also die Vernunft. Auf den ersten Blick erscheint diese Paarung aus Gefühl und Vernunft als unüberbrückbarer Gegensatz. Beide zeigen jedoch, dass eine Kombination aus Roschlaus Sachlichkeit und Trabners durch große Schauspielkunst ausgelöste Emotionen das Ziel eines Umdenkens fördert, mit dem die Klimakrise erkennbar und bewältigbar wird.

 

Weckruf

Der Kern beider Botschaften weckt auf. Roschlau und Trabner sehen sich als „Wakeup-Call-Team“, welches das Publikum aus dem Dämmerschlaf des Ausblendens der Klimaproblematik holt. Nach den hoffentlich erfolgreichen Weckrufen kann die Zeit der Veränderungen beginnen. Damit fallen die Entscheidungen zu den aktuellen Fragen der Menschheit, wie z. B. dem Klimawandel, so aus, dass sie der Erde und uns, den auf ihr lebenden Menschen, ein Weiterleben erlauben.

 

Zu den Akteuren:

 

Peter Trabner: Der vielfach preisgekrönte Schauspieler, Theatermacher und Performancekünstler Peter Trabner ist ein gefragter Film- und TV-Darsteller (u. a. "Tatort", "4 Blocks", "Polizeiruf Rostock"). Er arbeitet interdisziplinär in den Bereichen Tanz, Theater und Performance. Sein Drehbuch für den Fernsehfilm "Alki Alki" (2015) war für den Grimme-Preis nominiert, seine Hauptrolle in der Produktion brachte ihm zudem beim Preis der Deutschen Filmkritik eine Nominierung als bester männlicher Darsteller ein. Jüngst war er in der Sky-Serie "Die Wespe" zu sehen, die für den Grimme-Preis 2022 nominiert war. Ein Fokus von Trabners künstlerischer Arbeit ist die freie Improvisation, die er auch als Dozent an diversen Schauspielschulen lehrt.

 

Ralf Roschlau hat vor mehr als fünfzehn Jahren mit intensivsten Recherchen zum Thema der durch unsere Lebensweise verursachten Klimaproblematik begonnen. Daraus entstanden seine Bücher „Der Preis des Guten Lebens – Wie aus den Fragen von heute die Antworten von morgen werden“ und „Von Leerjahren zu Lehrjahren – Veränderung in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft“. Sein drittes Buch „Wege aus dem Klimalabyrinth“ folgt Ende 2022.

 

Eine Veranstaltung des Hölderlinhauses. Gefördert vom Literaturland Baden-Württemberg.

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