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Bettina Roth-Engelhardt

Kontakt

Bettina Roth-EngelhardtKarlstraße 38
74348 Lauffen


Tel. 07133 / 22 66 8

BettinaRoth-Engelhardt@web.de

Lebenslauf

geboren in Berlin


aufgewachsen in Heidelberg


1986-88 Studium der Malerei an der Freien Kunstschule Nürtingen


1988 -93 Studium der Kunsttherapie, mit Diplom-Abschluss
währenddessen 3 Jahre Schülerin von Margarethe Warth, Fachklasse
für Textiles Gestalten


seit 2002 Atelier in der Kunstwerkstatt, Gartenstraße 1 in Lauffen

Herangehensweise an die Kunst

Die Künstlerische Arbeit der letzten 4 Jahre umfaßt 2 Bereiche: Es sind zum einen gestickte und übermalte Kreis-Bilder und zum anderen freie Textilcollagen.

I. Gestickte und übermalte Kreis-Bilder

A Labyrinth im Kreuz

Inspiriert vom Bewegungscharakter des Bodenlabyrinths aus der Kathedrale von Chartres (um 1216) entstand ein Bilderzyklus in heller, warmer Farbigkeit, in dem das Labyrinth in der Mitte eines breiten, wegeartigen Kreuzes dargestellt ist. Die Struktur des Labyrinths liegt reliefartig auf der Bildfläche. Diese Wirkung wird dadurch erzielt, daß die Leinwand zuerst mit dem entsprechenden Motiv von Hand bestickt, und dann auf den Rahmen bespannt und bemalt wird. Die Labyrinth-Gestalt scheint eine Art Aufsicht eines inneren Prozesses zu sein. Aus dieser Perspektive läßt sich die Zielorientiertheit des Weges deutlich erkennen. Der Betrachter wird dazu angeregt, sich in das Labyrinth hineinzubegeben, die Spur aufzunehmen und so eine innere Bewegung zu vollziehen. Ein Labyrinth ist kein Irrgarten mit Sackgassen, sondern es beschreibt einen Weg, der von außen nach innen geht und wieder hinaus. Was beim Gehen als Sackgasse erscheint, stellt sich beim Weitergehen als Kurve heraus. Man kann diese Bewegung als Hinwendung zu einer geistigen Mitte ansehen. Innen angekommen, muß man bewußt die Richtung ändern, umkehren, um den Weg wieder nach außen zu finden. Der Zeitpunkt der inneren Wendung, die Enantiodromie, ist ein Mysterium menschlichen Lebens. Ist Verwandlung ohne Berührung im Innersten möglich?
Scheinbar Statisches kann bewegen. Die Darstellung des Labyrinths im Kreuz verdeutlicht, daß das Kreuz ein Durchgangsstadium - im wahrsten Sinne des Wortes- ist und kein Endpunkt.

Labyrinth (Sens) im Kreuz IV, 40 x 30 cm, 2004

„Das Labyrinth ist vom Glauben an einen letzten Sinn gehalten,
der jeden und sei es noch so späten Umweg erträgt.“
Hubertus Halbfas


B Serienarbeit : Kreis-Metamorphosen in Weiß (160x55cm)

In der gleichformatigen Serienarbeit erhebt sich auf jedem Bild im oberen Drittel ein Kreis-Motiv reliefartig, skelettartig aus der Bildfläche. Diese Serie ist in Weiß gehalten und läßt höchstens eine zarte, leise Farbigkeit durchscheinen, um die Strenge der Form und der Struktur herauszukristallisieren. Im Mittelpunkt steht ein rein formales Interesse an dem Gerüst von Kreis-Bildern der Kunstgeschichte ( Labyrinthe, Fensterrosetten, Grundrisse, Ornamente der Buchkunst,.. ).
Die dargestellten Motive wurden zunächst aus dem christlichen, aber auch aus dem buddhistischen, islamischen und zuletzt aus dem jüdischen Kulturkreis ausgesucht. Die Gliederung des Kreises in den verschiedenen Variationen wird thematisiert. Die geometrischen Formen (Vierteilung, Quadrat, Dreieck,...) vermitteln Strenge, Klarheit und gleichzeitig Bewegtheit. Die Bilder können als abstrakte Andachts- bzw. Besinnungsbilder betrachtet werden.
Der Ursprung dieser Motive liegt in einem Abstraktionsprozeß, den es wieder rückzuführen gilt. Welche Weisheit steckt in der Form?
Absicht dieser noch nicht abgeschlossenen Serienarbeit ist es, die Einheit in der Vielfalt darzustellen mittels vorhandener Motive. Mit den "Kreis-Metamorphosen in Weiß" wird eine Annäherung an die Idee einer Demokratie der Phänomene angestrebt im Sinne Carl Friedrich von Weizsäckers. Er hatte die Vision einer interessanten Pluralität : "Die Vielheit der Kulturen und die Vielheit der Religionen ist der Reichtum im Garten des Menschlichen."

Grundriß der Petersbasilika nach Entwürfen von Bramante (1444-1514)
160x55 cm,Detail, Material: Baumwollfaden, Acryl auf Leinwand, 2002

SHRI-YANTRA - Tibetisches Meditationsbild
160x55 cm,Detail, Material: Baumwollfaden, Acryl auf Leinwand, 2005

Anonyme Stukkatur aus dem Nationalmuseum, ALHAMBRA, Granada, (13./14.Jahrhundert)
160x55 cm,Detail, Material: Baumwollfaden, Acryl auf Leinwand, 2005

 

 

II. Freie Textilcollagen (Textile Applikation)

Die aus kambodschanischen Seidenstoffen zusammengesetzten Bilder bilden den Gegenpol zu der Strenge der Serienarbeit in Weiß. Lebendiges Spiel zwischen Farbe und Form, großen und kleinen Flächen, Spiegelung und Asymmetrie, vertikaler und horizontaler Richtung bestimmen die Komposition der textilen Arbeiten. Durch die Verknüpfung von horizontalen und vertikalen Bildelementen entsteht der Eindruck eines architektonischen Farb-Raumes. Der Reiz besteht darin, aus Einzelstücken ein Ganzes zu schaffen und so eine innere Ordnung herzustellen. Durch das Changieren der Stoffe kommt eine intensive Leuchtkraft zum Ausdruck.

Die Entstehung eines einzelnen Bildes dauert ca. 6-8 Wochen. Die meisten Nähte werden von Hand gefertigt.

 

Werke

Labyrinth (Sens) im Kreuz IV

 

Grundriß der Petersbasilika nach Entwürfen von Bramante (1444-1514)

 

SHRI-YANTRA - Tibetisches Meditationsbild

 

Anonyme Stukkatur aus dem Nationalmuseum, ALHAMBRA, Granada, (13./14.Jahrhundert)

 

Freie Textilcollage   Freie Textilcollage