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Aktuelle Nachrichten | Rutz, Gerald | 31.01.2023

Der Arbeitskreis Asyl ist jetzt Integrationsausschuss

Integration ist und bleibt eine Daueraufgabe

Der Arbeitskreis Asyl war seit seiner Gründung ein loser Zusammenschluss von Lauffenern, die sich ehrenamtlich um Geflüchtete gekümmert haben. Es gab keine Verpflichtungen und keine festen Strukturen. Trotzdem hat der Arbeitskreis über die Jahre sehr gute Arbeit geleistet. Aber den Arbeitskreis Asyl gibt es jetzt nicht mehr.

Logo Integrationsausschuss Lauffen a.N.
Logo Integrationsausschuss Lauffen a.N.

Mit dem ersten großen Flüchtlingszustrom im Jahr 2015 gründete sich in Lauffen der Arbeitskreis Asyl. Rund 100 engagierte Bürgerinnen und Bürger schlossen sich damals mit dem Ziel, eine Willkommenskultur in der Stadt aufzubauen, zusammen. In sechs Arbeitsgruppen wurden die Themen Sprach- und Hausaufgabenhilfe, Wohnung, Arzt, Behörden und Beschäftigung, Patenprogramm, Sach- und Geldspenden, Begegnung sowie Öffentlichkeitsarbeit bearbeitet.

Die Arbeitsgruppe „Begegnung“ hatte sich die Integration durch Begegnung und Beschäftigung, die Schaffung eines sinnvollen Tagesablaufs sowie von Angeboten zur Gestaltung der Freizeit der Geflüchteten zum Ziel gesetzt. Ziel der Arbeitsgruppe „Patenprogramm“ war ein verbindliches Engagement für eine Person bzw. für eine Familie zu schaffen sowie Beziehung und Vertrauen aufbauen. Die Arbeitsgruppe „Sach- und Geldspenden“ koordinierte und sammelte Geld- und Sachspenden und veranlasste deren Verteilung bei Bedarf. Die Arbeitsgruppe „Sprach- und Hausaufgabenhilfe“ informierte über die bereits vorhandenen Angebote und gab Hilfestellung beim Sprachunterricht sowohl für Kinder und Jugendliche, als auch für Erwachsene, und die Arbeitsgruppe „Wohnung, Arzt und Behörden“ etablierte einen Helferkreis für Arzt- und Behördenbesuche.

Als jedoch 2017 in die Bahnhofstraße 80, die damals noch dem Landratsamt Heilbronn gehörte, die ersten Flüchtlinge untergebracht wurden, hielt sich die Begeisterung vieler Lauffener in Grenzen. Erwartet hatte man hauptsächlich syrische Familien, die vor dem Islamischen Staat fliehen - gekommen sind junge gambische und nigrianische Männer, die sich ein besseres Leben in Deutschland erhofften. Die jungen Männer sind bis heute hier. Viele von Ihnen haben Arbeit und sind weitgehend integriert. Vermutlich werden sie noch länger bleiben.

Familien gibt es in Lauffen mittlerweile auch. Sie kommen aus Syrien, Tschetschenien, Afghanistan und dem Irak. Fast alle hatten oder haben Mentoren die ihnen beim Leben in Deutschland helfen.

Bis zum März 2020 war der Arbeitskreis Asyl auf etwa 30 aktive Helfer geschrumpft. Es haben sich aber gut funktionierende Strukturen etabliert und sind, wie zum Beispiel die Fahrradwerkstatt, das Patenprogramm oder das regelmäßige Arbeitskreistreffen, zu erfolgreichen Selbstläufern geworden. Dann kam Corona.

Die Pandemie drückte bei der Integrationsarbeit den Pause-Knopf. Treffen zwischen Mentoren und Paten oder Besuche in Gemeinschaftsunterkünften waren in vielen Fällen kaum noch möglich. Treffen des Arbeitskreises untereinander waren nur noch online machbar. An Hilfe bei der Jobsuche oder an gemeinsame Behördengänge war praktisch nicht mehr zu denken. Erst das Fehlen der Integrationsarbeit während der Pandemie, zeigte deutlich wie wertvoll diese ist.

Bahnhofstraße 80
Bahnhofstraße 80

Als dann Anfang März 2022 der Einmarsch Russlands in die Ukraine startete, tauchten praktisch über Nacht, die ersten Geflüchteten aus der Ukraine in Lauffen a.N. auf und es sind überwiegend Frauen mit Kindern. Seit März 2022 haben sich in Lauffen a.N. über 130 Geflüchtete aus der Ukraine im Bürgerbüro angemeldet. Zum Vergleich: Zwischen 2015 und heute sind insgesamt 190 Asylsuchende nach Lauffen gekommen.

Für die Stadtverwaltung ist dieser Anstieg eine gewaltige Herausforderung, insbesondere was die Unterbringung der Geflüchteten angeht. Dem Arbeitskreis Asyl bescherte der Zustrom aus der Ukraine neue Aufgaben und gleichzeitig neue aktive Mitglieder. Neben einer neu aufgestellten ehrenamtlichen Hausaufgabenhilfe managen aktive Ehrenamtliche jetzt auch eine Spendensammelstelle für die Ukraine in der Olgastraße.

Auch der Gemeinderat der Stadt Lauffen a.N. hat erkannt, wie wichtig die Integrationsarbeit der ehrenamtlich Engagierten für die Stadt ist. In der Gemeinderatssitzung vom 27.10.2022 hat er dem Vorschlag der Stadtverwaltung, den Arbeitskreis Asyl Lauffen in einen Integrationsausschuss umzuwandeln, mit 3000 Euro pro Jahr auszustatten und damit stärker an die Stadt zu binden, einstimmig zugestimmt. Der Integrationsausschuss der Stadt Lauffen a.N. hat nun eine Satzung, ein eigenes Bankkonto, eine Organisationsstruktur, kann voll auf die Unterstützung der Stadtverwaltung zählen und ist in dieser Form, im Landkreis Heilbronn beispiellos.

Am 12.12.2022 wurde Waltraud Enderle bei der Gründungsversammlung des Integrationsausschusses im Gemeindezentrum Fenster von den Anwesenden Mitgliedern zur Vorsitzenden gewählt. Stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses ist Sabine Weeber und Kassenprüferin ist Angelika Brosch. Zum Schatzmeister wurde Klaus Fritzsche gewählt. Klaus Fritzsche ist leider am 25.12.2022 völlig unerwartet verstorben ist.

Integration ist und bleibt eine Daueraufgabe. Wenn Sie mehr über den Integrationsausschuss der Stadt Lauffen a.N. und seine Arbeit erfahren möchten, dann kommen Sie auf die Webseite des Integrationsausschusses www.lauffen.de/integration.