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Aktuelle Nachrichten | Kast, Ingrid | 03.01.2024

Neues Werk zur Heiligen Regiswindis erschienen

Gerade rechtzeitig vor seinem schweren Unfall hatte Dr. Otfried Kies das Manuskript fertiggestellt. Beim Druck hatte Stadtarchivar Dr. Axel Koster unterstützt. Jetzt ist das 498 Seiten umfassende Werk gedruckt und kann bei der Stadtverwaltung bei Frau Kast, Tel. 07133/10612 bis spätestens 20. Februar 2024 vorbestellt werden. (Preis 28,-€) Alternativ liegen im Bürgerbüro Listen aus, in die Sie sich zur Vormerkung selbst eintragen können. Der Heimatforscher und frühere Lauffener Stadtarchivar Dr. Otfried Kies hat damit sein letztes großes Werk herausgebracht: „Das Mädchen aus Lauffen: Die heilige Regiswindis - Tradition und Kult“.

Dr. Otfried Kies mit seinem neu erschienen Werk
Dr. Otfried Kies mit seinem neu erschienenen Werk zur heiligen Regiswindis

Die Forschungen dazu hat er bereits 1990 begonnen. Dazu gehörte die Sammlung möglichst vieler Quellen der Legende und ihrer Textbearbeitungen, auch der Arbeiten zur Wirkungsgeschichte, weiterhin die Darstellung, wie die Legende als volkstümlicher Sagenstoff und gegenwärtigen und längst verblichenen Autoren als Anregung zu eigener literarischer Produktion weiterlebte. Die Ausgangsfrage der Arbeit war: Was haben die Menschen mit der Heiligenlegende und was hat die Heiligenlegende mit den Menschen gemacht?
„Das Besondere an Regiswindis, ist, dass sie als einzige frühmittelalterliche in Württemberg verehrte Heilige am Ort und im Lande ihres „Martyriums“ und ihrer Verehrung geboren wurde, lebte und starb“, erläutert Dr. Otfried Kies.
Das andere Ziel war herauszufinden und darzustellen, was der Kult um Regiswindis im Laufe der Jahrhunderte sowohl innerhalb als auch außerhalb Lauffens bewirkt hat - sowohl kulturell, also geistig und künstlerisch, wie materiell mit wirtschaftlichen Unternehmungen und sozialen Einrichtungen.
Ein Drittel des Werks entstammt seiner Doktorarbeit zu Regiswindis. „Ich fand es faszinierend an einem Ort zu leben, in dem auch eine Heilige gelebt hat“, erinnert sich der Autor. So kam der Gedanke für Doktorarbeit, zu der er seinen Doktorvater an der Universität Stuttgart überzeugte. Zu Regiswindis war dies die zweite Doktorarbeit, die existiert. Die erste wurde im Jahr 1910 erstellt.
Aber es war noch viel mehr Material da. „Da hat mich Ehrgeiz gepackt alles über Regiswindis zu schreiben, auch das weltliche“, berichtet Dr. Otfried Kies. Also schrieb er weiter. Die Quellenlage war nicht einfach. Viel Recherchearbeit war notwendig, um zahlreiche Gerüchte zu verifizieren. Dabei hat er auch schöne Bilder entdeckt, die in dem Buch abgedruckt sind.
2022 wurde er mit dem Werk fertig. Dann der tragische Sturz Anfang 2023, seitdem er im Rollstuhl sitzt. Er sah keine Chance mehr für eine Veröffentlichung. Die hat Lauffens aktueller Stadtarchivar Dr. Koster nun ermöglicht.