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Aktuelle Nachrichten | Kast, Ingrid | 06.08.2025 – 30.10.2025
Bedeutung des Namen Regiswindis
Versuch der Erläuterung von Gästeführer Hartmut Wilhelm
Bei Führungen Regiswindiskirche wird wiederholt - doch vergeblich - die Frage nach der Bedeutung oder einer Übersetzung des Namens Regiswindis gestellt. Eine wissenschafliche Antwort gibt es bislang nicht.

Der Name Regiswindis im Zusammenhang mit der Lauffener Grafentochter taucht erstmals in einem Text um 1000 n. Ch. als Regiswint und sonst in mehreren Schreibweisen auf. Best-Quelle für Regiswindis: Dr. Otfried Kies, Das Mädchen aus Lauffen: Die heilige Regiswindis - Tradition und Kult, 2024
Die eigentliche Regiswindis-Saga ist uns vermutlich in einer Abschrift von 1700 eines Textes aus dem 13. Jh überliefert.

Wenn man jetzt – spekulativ – die Schreibweise Regiswindis als sprechenden Namen wie Siegfried, Gotthard oder Gerlinde (germanisch ger = Speer), Renate auffasst, geben die Teile „regis“ und „wind“, die in allen bekannten Schreibweisen vorkommen, Sinn. Sprachliche Ursprünge im 9. Jh. sind das Lateinische als Schriftsprache, germanische Dialekte und ggf mündliche Fortwirkungen des Keltischen in seiner Vielfalt. Biblische Wurzeln sind bei Regiswindis nicht erkennbar. Wörtlich bietet sich regis als Genitiv von lat. rex/König an. Der/die althochdeutsche „wint“ ist unser Wind in seiner/ihrer Bedeutung geblieben. Unbestritten ist „regis/rex“ ein hoch positiv besetzter Begriff. Bei „wint/Wind“ dürfte das heute z. B. mit Wind, Wirbelwind, Gegenwind, Rückenwind, Sausewind – wenn auch schwächer – positiv zutreffen. So könnte also Regiswindis übersetzt Wind des Königs oder Königlicher Wind heißen, wobei die vordergründig männliche Form genderfrei, sprachkorrekt zu verstehen ist.
Zur Namensgebung der Grafentochter trug sicherlich die Mutter Friedburga entscheidend bei. Sie war der Überlieferung nach Tochter Ludwigs des Frommen, Kaiser und König des von der Elbe bis zum Atlantik reichenden Frankenreiches, so Enkelin Karls des Großen und wollte wohl königlichen Wind im damaligen Lauffen-Dorf wehen lassen, dort inzwischen bürgerliche – übergeordnet gräflich-fürstliche Windwehe in der seit 1914 vereinigten Gesamtgemeinde.



