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Aktuelle Nachrichten | Kast, Ingrid | 26.11.2025

Goldene Medaille der Stadt für Gotthard Buck und seine Theatergruppe

2020 Besucher, 35 Schauspieler und ein Regisseur, der von der Idee bis zum Helferfest die Fäden in der Hand hielt. Im CVJM-Heim kamen alle Mitwirkenden zum Abschlussabend bei einem tollen Buffet zusammen. Dies war ein schöner Anlass, die ehrenamtliche Theatergruppe und ihren Leiter Gotthard Buck für ihre herausragende Arbeit auszuzeichnen.

Bürgermeisterin Sarina Pfründer verleiht Gotthard Buck die Medialle der Stadt Lauffen a.N. in Gold nebst einer Urkunde
Bürgermeisterin Sarina Pfründer verleiht Gotthard Buck die Medaille der Stadt Lauffen a.N. in Gold nebst einer Urkunde

Diese Gruppe hat weit mehr geleistet, als nur ein Stück auf die Bühne zu bringen. Sie hat Geschichte fühlbar gemacht, Vergangenheit lebendig werden lassen – und uns gezeigt, dass 500 Jahre Bauernkrieg nicht nur ein Datum sind, sondern ein Echo, das bis in unsere Zeit reicht. Die Theatergruppe Lauffen am Neckar hat mit ihrem Stück "Quo Vadis - Rusticus? anlässlich des Bauernkriegs 1525, geschrieben von Jürgen Reiner nicht nur ein historisches Ereignis erzählt, sondern ein emotionales Erlebnis geschaffen. Das Theaterensemble hat uns mitgenommen in eine Zeit der Ungerechtigkeit, der Aufruhr, des Mutes. Sie haben die Stimmen derer hörbar gemacht, die vor fünf Jahrhunderten für Freiheit, Würde und Hoffnung kämpften – Menschen, die in keinem Geschichtsbuch mit großem Namen stehen, aber deren Sehnsucht nach Gerechtigkeit die Welt veränderte. Mit Leidenschaft, Präzision und künstlerischer Tiefe hat Gotthard Buck Szenen erschaffen, die noch lange nachhallen: die drückende Last der Unterdrückung, die brodelnde Kraft der Gemeinschaft, die erschütternde Gewalt des Aufstands, aber auch die ungebrochene Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Jede Figur, jede Geste, jedes Gewand, jedes Licht, jeder Ton – all das zeugte von der Hingabe und dem Respekt für das historische Erbe unserer Region.

Mit der Goldenen Medaille der Stadt Lauffen zeichnete Bürgermeisterin Sarina Pfründer Gotthard Buck stellvertretend für die Theatergruppe aus: „Danke für Ihre Zeit, Ihren Mut, Ihre Kreativität, mit der Sie Geschichte erlebbar gemacht haben. Danke dafür, dass Sie Lauffen am Neckar um ein beeindruckendes kulturelles Ereignis bereichert haben.“ Damit verband sie die Hoffnung auf ein weiteres Theaterstück im Regiswindisjahr 2027.

Gotthard Buck weist ein jahrzehntelangen Engagements im Bereich Tourismus und Kultur auf. Seit 2010 ist Gotthard Buck als Gästeführer tätig – mit spürbarer Leidenschaft für die Geschichte seiner Heimatstadt Lauffen am Neckar. Doch schon lange zuvor hat er seine Begeisterung für Geschichte und Theater miteinander verbunden: Bereits 1997 gründete er eine Lauffener Amateurtheatergruppe, die sich ganz den historischen Themen der Stadt verschrieben hat.

Als Regisseur gelingt es ihm seither, Vergangenheit lebendig werden zu lassen. Mit großem Einfühlungsvermögen und einem feinen Gespür für Atmosphäre und Authentizität führt er seine rund 30 bis 35 Laiendarstellerinnen und -darsteller durch monatelange Proben – immer mit dem Ziel, Geschichte nicht nur zu erzählen, sondern erfahrbar zu machen. Jede Rolle wird individuell gestaltet, jede Szene sorgfältig auf die Stärken der Mitwirkenden abgestimmt. So schafft Gotthard Buck es, dass seine Schauspielerinnen und Schauspieler über sich hinauswachsen und das Publikum tief in die Welt vergangener Jahrhunderte eintauchen kann.

Zum 500. Jubiläum des Bauernkriegs im Jahr 2025 brachte er mit seiner Gruppe das von Jürgen Reiner geschriebene Stück „Quo Vadis – Rusticus“ auf die Bühne. In der historischen Kulisse des Lauffener Rathaushofs fanden sechs stimmungsvolle Open-Air-Aufführungen statt, die Besucherinnen und Besucher gleichermaßen berührten und begeisterten.

Auch in den vergangenen Jahrzehnten hat Gotthard Buck mit beeindruckender Konstanz historische Themen auf die Bühne gebracht – darunter „Glaubenspack und Ketzerbrut“ (1997), „Regiswindis – eine Stadt spielt ihre Legende“ (2005), „Verbum Dei“ (2009), „Kreuzzug und Burgfrieden“ (2012), „Communis Fortis“ (2014) und „Sola Gratia“ (2017). Alle Stücke beruhen auf gründlich recherchierten historischen Hintergründen, werden aber mit erzählerischer Freiheit und menschlicher Tiefe zum Leben erweckt.

Auch außerhalb der Theaterbühne versteht es Gotthard Buck meisterhaft, Geschichte lebendig zu vermitteln: Bei seinen Planwagenfahrten mit dem „Carrus“ nimmt er Gäste mit auf eine ebenso unterhaltsame wie lehrreiche Zeitreise. Sein Ziel ist es, Lauffen mit allen Sinnen erfahrbar zu machen – und das gelingt ihm auf unverwechselbare Weise.