Aktuelle Nachrichten | Keßler, Bettina | 17.02.2026
Eleganz oder gar nicht
Die Zucchini Sistaz eröffnen charmant, schillernd und tiefgründig das Themenjahr 2026 zu "Starken Frauen"

Mit falschen Wimpern, viel Charme und noch mehr musikalischem Können eroberten die drei Damen der Zucchini Sistaz am Sonntagabend die Bühne der Stadthalle in Lauffen am Neckar. Ihr aktuelles Programm „Falsche Wimpern – Echte Musik“ machte seinem Titel alle Ehre: Hinter dem augenzwinkernden Retro-Glamour steckt ein Abend voller Virtuosität, Witz und immer wieder auch überraschendem Tiefgang. Damit eröffneten sie gleichzeitig auch das Lauffener Kultur- und Themenjahr um "Starke Frauen".
Musikalisch begann der Abend mit einer Romanze – allerdings mit sich selbst. Selbstliebe als beschwingtes Bekenntnis, dargeboten im mehrstimmigen Satzgesang, der sofort zeigte, wie präzise die drei Sängerinnen harmonieren und der mit seiner augenzwinkernden Leichtigkeit den Ton des Abends setzte. Mit „Grüner wird es nicht“ folgte das zweite Lied des Abends – und hier wurde es kulinarisch wie klanglich saftig. Brokkoli und Zucchini wurden genüsslich musikalisch „gemetzelt“, Kochlöffel kurzerhand zu Schlaginstrumenten umfunktioniert. Es klapperte, klang und swingte, während die drei Damen mit schelmischer Ernsthaftigkeit dem Gemüse den Garaus machten. Dass Alltagsgegenstände bei den Sistaz zu ernstzunehmenden Instrumenten werden, versteht sich dabei fast von selbst.
Kontrabaß als Sportgerät, musikalische Jonglage
Einer der zahlreichen artistischen Höhepunkt des Abends war etwa die „Ode an die Leichtigkeit“. Die höchst beeindruckende Multiinstrumentalistin Sinje Schnittker wechselte hier scheinbar mühelos von der Trompete zur Posaune, verschwand kurz in der Rhythmusgruppe – nur um im nächsten Moment wieder mit strahlendem Blechklang aufzutrumpfen. Dazwischen Gesang, präzise Einsätze, charmante Bühnenpräsenz. Beim Zuschauen wurde einem beinahe schwindelig, so rasant und doch federnd leicht wirkte dieses musikalische Jonglieren.
Von der Leichtigkeit besonders betroffen schien auch das Instrument von Jule Balandat – wobei man sich durchaus fragen durfte, ob ein Kontrabass in ihren Händen nicht eher ein Sportgerät ist. Virtuos, kraftvoll und zugleich verspielt bearbeitete sie die dicken Saiten, ließ das voluminöse Instrument auch mal in Zeitlupe schweben und verlieh dem Abend ein sonores Fundament, das gleichermaßen groovte und glänzte.
Tiefgründige Bonsai-Bigband
Dass die Sistaz nicht nur Glitzergrün und Augenzwinkern können, bewiesen sie, als sie den Blues auspackten. Beim Thema „Östrogenschwankungen“ wurde es musikalisch tiefgründig – und herrlich selbstironisch. So machen sogar Wechseljahrsbeschwerden und Regelschmerzen (fast) Spaß. Der Blues animierte zum Mitwippen und verbesserte mit seinem hintergründigen Humor selbst die mieseste Laune. Auch nachdenkliche Momente wurden mit musikalischer Leichtigkeit präsentiert, etwa wenn die "Bonsai-Bigband" von einer bunten, vielfältigen, respektvollen Welt singt und beschließt: "Wir sind das neue "Normal"!
Eigenkompositionen und Klassiker
Neben den witzigen und pointierten Eigenkompositionen hatten die Drei auch Klassiker im Gepäck wie "Puttin' on the Ritz", "Sing, sing, sing", Purs "Kowalski" in vollkommen neuem musikalischen Gewand, bis hin zu "Fun, fun, Fun" von den Beach Boys, das bei den Sistaz zu "Sie will fahr'n, fahr'n, fahr'n in ihrem kleinen roten Cabriolet" umgedeutet wird. Auch der Tango erhält einen Spitzenplatz, wenn die Drei einem ihrer Idole huldigen im Song "Oma Marlene hat 'nen Tangokurs gebucht".
Bühnendebüt
Einen besonderen Moment erlebte das Publikum mit „Eleganz oder gar nicht“. Der Song über unsere alltägliche Entscheidungsflut feierte an diesem Abend in Lauffen am Neckar sein Bühnendebüt. Und mehr noch: Er wird titelgebend für das neue Programm der Sistaz stehen. Die Mischung aus pointiertem Text, treibendem Rhythmus und eingängigem Refrain erntete begeisterten Applaus – ein vielversprechender Vorbote dessen, was noch kommen wird.
Die Kunst des "Abschwafelns"
Überhaupt konnten sich nur ausgesprochen unmusikalische Menschen den mitreißenden Rhythmen entziehen. Alle anderen wippten, schnippten oder klatschten im Takt, so wie auch bei den begeisternden Zugaben "Nah, neh, nah" von Vaya con dios und "Lucky Day" von Sasha. Doch da in Lauffen bekanntlich das beste Publikum sitzt – wie Tina Werzinger in einer ihrer launigen Moderationen augenzwinkernd erklärte, wenn sie wieder einmal charmant „abschwafelte“ – kam das praktisch nicht vor. Und so endete der Abend mit viel Applaus, beschwingten Schritten hinaus in die Nacht und der Gewissheit: Falsche Wimpern mögen täuschen – echte Musik tut es nicht.
Text und Foto: Bettina Keßler
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