Handwerkskammer Heilbronn-Franken | Altvater, Sabrina | 03.03.2026
Zahl an Handwerksbetrieben in der Region Heilbronn-Franken geht leicht zurück
Zum Jahreswechsel 2025 waren bei der Handwerkskammer Heilbronn-Franken 12.555 Betriebe eingetragen. Der Gesamtbestand sank damit um 151 Betriebe (-1,2 Prozent). In den vergangenen Jahren war die Zahl an Mitgliedsbetrieben stetig gewachsen. Die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Betriebe sowie die oftmals erfolglose Suche nach einem Nachfolger scheinen sich nun auch in der Statistik widerzuspiegeln.
Arbeitsalltag stärker berücksichtigen
Damit sich auch weiterhin junge Menschen für die Selbstständigkeit begeistern, müssten Unternehmen entlastet werden, so Ralf Rothenburger, Präsident der Handwerkskammer Heilbronn-Franken. Er appelliert an die Bundes- und Landesregierung, bei der Gesetzgebung stärker den Arbeitsalltag von Selbstständigen zu berücksichtigen und praxisgerechtere Lösungen zu finden. „Betriebsinhaber übernehmen sehr viel Verantwortung und wenden viel Zeit und Energie auf, um ihr Unternehmen voranzubringen. Zu viele Gesetze, Vorschriften und Dokumentationspflichten nehmen uns jedoch die Luft zum Atmen“, mahnt Rothenburger, der selbst einen Elektrobetrieb führt.
Blick in die Statistik
Zum zulassungspflichtigen Handwerk in der Region Heilbronn-Franken gehörten zum Jahresende 8.478 Betriebe. Das bedeutet einen Rückgang um 256 Betriebe. Weniger Betriebe gibt es unter anderem bei den Fliesen-, Platten- und Mosaiklegern (-40), bei den Raumausstattern (-17) und im Gewerk Maurer und Betonbauer (-16). Voraussetzung für die Selbstständigkeit in den zulassungspflichtigen Berufen ist der Nachweis einer Meisterprüfung oder einer anderen geeigneten Qualifikation.
Bei den zulassungsfreien Gewerken gab es einen Zuwachs um 105 Unternehmen auf nun 2.799 Mitgliedsbetriebe. Wie auch in den Jahren zuvor gab es besonders im Gebäudereinigerhandwerk viele Neugründungen. Ende 2025 gab es 94 Betriebe mehr als 2024. Das gleiche gilt für Kosmetiker. Auch hier gibt es ein deutliches Plus: 41 Betriebe mehr boten 2025 ihre Dienstleistungen an. Diese Berufe werden häufig in Soloselbstständigkeit und im Nebenerwerb ausgeübt. Die zulassungsfreien Berufe dürfen ohne besonderen Qualifikationsnachweis ausgeübt werden. Eine Meisterprüfung ist in diesen Berufen dennoch möglich und sinnvoll, aber keine notwendige Voraussetzung für die Selbstständigkeit.



